2.1.06

Namen, die ich "nett" finde

In den letzten Wochen habe ich meine Magisterarbeit geschrieben (deshalb war hier so wenig die Rede von Geschichten). Heute ist sie fertig geworden. 101 Seiten zum Thema "Anleitungen zum Romanschreiben. Konzeptionelle und strukturelle Überlegungen und Studien". Ich hoffe, die Arbeit besteht vor den prüfenden Augen meines Dozenten.

Der Feuilletonchef der Tageszeitung "Darmstädter Echo" hat gerade ein kurzes Telefoninterview mit mir geführt. Endlich konnte ich meine Frage loswerden: Wird der Roman gekürzt beim Fortsetzungsabdruck? Nein, wird er nicht. Und es ist eine Ausnahme, daß ein so umfangreicher Roman dafür verwendet wird – üblicherweise nimmt man nur Romane unter 250 Seiten. Fühle mich geehrt. Die Redaktion ist offenbar davon überzeugt, daß "Die Brillenmacherin" spannend genug ist, um vier Monate in ihrer Zeitung zu laufen, und daß sie auch in kurzen Szenen Lesevergnügen bietet.

Habe einen Apfel geschält, und plötzlich festgestellt, wie gut so ein Apfel riecht. Nach einigem Nachdenken wußte ich schließlich, warum mir der Geruch so gefällt. Es ist wie mit allen Dingen: Wenn sie uns an Gutes erinnern, mögen wir sie. Der Apfelgeruch erinnert mich – zunächst unbewußt – an Milchreis mit Apfelmus, an geriebenen Apfel und die liebevolle Pflege meiner Mutter, wenn ich als Kind krank war, und an frischgebackenen Kuchen bei der Oma.

Diesen Vorgang, daß wir etwas auf Anhieb mögen, weil es sympathische Erinnerungen wachruft, kann man oft beobachten. Bei Menschen zum Beispiel. Trägt jemand einen Namen, der uns an einen guten Menschen erinnert, finden wir ihn sofort nett. Zu Anfang zumindest.

Ich widerstehe der Versuchung, eine Liste aufzustellen mit Namen, die ich "nett" finde. Aber ich könnte es. Mir fallen sofort einige ein.