<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175</id><updated>2011-04-21T21:48:03.599+02:00</updated><title type='text'>Titus Müller - Journal</title><subtitle type='html'>Einblick in das Tagesgeschäft des Schriftstellers Titus Müller. Wie entsteht ein Roman? Was tut ein Schriftsteller zusätzlich zum Schreiben? Was macht er, wenn er keine Lust hat? Antworten gebe ich in diesem Weblog.</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://titusmueller.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><link rel='next' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default?start-index=101&amp;max-results=100'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>180</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-116898379873038262</id><published>2007-01-16T22:38:00.000+01:00</published><updated>2007-06-04T11:29:24.082+02:00</updated><title type='text'>Neue Weblog-Adresse</title><content type='html'>Danke, daß ihr mich an dieser Stelle so lange begleitet habt! Mit meiner neuen Website habe ich nun auch ein neues Journal. Ihr findet es unter der Adresse &lt;a href="http://www.titusmueller.de/journal.html"&gt;http://www.titusmueller.de/journal.html&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer das Feed abonnieren möchte, kann in seinem Reader die folgende Adresse angeben: &lt;a href="http://www.titusmueller.de/index.php?id=538&amp;type=100"&gt;http://www.titusmueller.de/index.php?id=538&amp;type=100&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-116898379873038262?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116898379873038262'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116898379873038262'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2007/01/neue-weblog-adresse.html' title='Neue Weblog-Adresse'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-116656528099367744</id><published>2006-12-19T22:49:00.000+01:00</published><updated>2006-12-20T17:02:06.813+01:00</updated><title type='text'>Sind Sie Spion?</title><content type='html'>Ein Blogeintrag aus dem Flugzeug – natürlich werde ich ihn erst nach der Landung online stellen. Im VISA-Antrag, den ich hier gerade ausfüllen muß, wird man eine Menge gefragt. Unter anderem:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Are you seeking entry to engage in criminal or immoral activities? [] Yes [] No&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Have you ever been or are you now involved in espionage or sabotage; or in terrorist activities? [] Yes [] No&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;If you answered “Yes” to any of the above, please contact the American Embassy BEFORE you travel to the U.S. ... &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich also Spion wäre, würde ich “Ja” ankreuzen und mich in der amerikanischen Botschaft melden. Oder wenn ich einen Terroranschlag plane. Oder sonst irgendwas Kriminelles. Welcher Spion, welcher Terrorist macht das?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;--&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Nacht später. Durch den Jetlag war ich sehr zeitig wach. Habe im Bett gelegen und auf Zetteln am Romankonzept gearbeitet. Währenddessen wurde es draußen hell, von einem tiefen Blau, fast Schwarz noch, bis zum strahlenden Morgenhimmel. Ein Genuß, das durchs Fenster zu beobachten!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Woche dürfte die Taschenbuchausgabe der “Brillenmacherin” in allen Buchhandlungen angekommen sein. Falls ihr also kurzfristig noch ein Weihnachtsgeschenk sucht ... Ich mag den Umschlag lieber als den des Hardcovers. Schaut mal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Brillenmacherin_TB.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 302px;" src="http://www.titusmueller.de/Brillenmacherin_TB.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Ebenfalls erfreulich: “Die Todgeweihte” wird im Frühjahr als 10. Band der Weltbild-Sammler-Edition “Mittelalter-Romane” erscheinen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-116656528099367744?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116656528099367744'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116656528099367744'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/12/sind-sie-spion.html' title='Sind Sie Spion?'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-116531019538616404</id><published>2006-12-05T10:15:00.000+01:00</published><updated>2006-12-05T10:19:09.213+01:00</updated><title type='text'>Hörbuch bei Aldi</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Unheimliche_Unterhaltung.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 250px;" src="http://www.titusmueller.de/Unheimliche_Unterhaltung.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Seit gestern gibt es bei Aldi Süd “Die Siedler von Vulgata” als Hörbuch zu kaufen. Sie sind Teil eines Pakets von 12 CDs unter dem Titel “Große Stimmen – Unheimliche Unterhaltung” mit Geschichten von Edgar Allan Poe, Wolfgang Hohlbein, Nikolaj W. Gogol und anderen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Peer Augustinski liest, Katja Riemann und weitere Größen der Filmwelt. “Die Siedler von Vulgata” werden von Hannes Jaenicke gelesen. Hier kann man &lt;a href="http://aldi.tandem-verlag.de/hoerbuchcompilations/index.php?menu=2#"&gt;reinhören&lt;/a&gt;. Ich finde, die Stimmen für die Galchinen sind großartig gelöst. Im Tonstudio hat man mehr Möglichkeiten als bei einer Live-Lesung. Während ich meine Stimme selbst verstellen muß, konnten sie hier das Außerirdische durch technisches Verzerren der Stimme ausdrücken. Well done!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;“Große Stimmen – Unheimliche Unterhaltung” gibt es nur diese Woche. Bei 12 CDs für 12,99 Euro kann man sich nicht beschweren. Greift zu!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erfahren habe ich das Ganze übrigens erst heute durch Wolfgang Tischer vom &lt;a href="http://www.literaturcafe.de"&gt;Literaturcafé&lt;/a&gt;. Werde es gleich mal meinen Verlagen melden. Ob wenigstens die etwas davon wußten? Andererseits war es eine schöne Überraschung, als ich heute den Computer anschaltete und Mails abrief. So etwas kann es gern jeden Tag geben!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-116531019538616404?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116531019538616404'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116531019538616404'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/12/hrbuch-bei-aldi.html' title='Hörbuch bei Aldi'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-116514773138441413</id><published>2006-12-03T13:08:00.000+01:00</published><updated>2006-12-03T13:08:51.403+01:00</updated><title type='text'>Ein Zettel</title><content type='html'>Schöne Post im Briefkasten: Cornelsen setzt mein Gedicht “Potsdamer Platz” ins neue Deutschbuch für die Achtkläßler im Gymnasium. Hätte ich mir das träumen lassen, als ich selbst noch in der Schule war, daß die Schüler ein paar Jahre später einmal &lt;em&gt;meine Gedichte&lt;/em&gt; analysieren würden? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Großteil der Gedichte habe ich während der Schulzeit geschrieben. Heute dichte ich kaum noch. Die Stimmungen, die beobachteten Details fließen in die Romane mit ein. Wenn ich etwas einmal aufgeschrieben habe, ist das Bedürfnis weg, es auszudrücken. Offenbar geht es mir nur darum, Dinge festzuhalten, die mir aufgefallen sind oder kostbar erscheinen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine alte Freundin – wie alt ist sie eigentlich genau? – hier im Ort macht sich Blumenerde selbst. Das hat sie mir gestern erzählt. Auf dem Balkon hat sie einen alten Topf, in den sie Möhrenschalen, Kartoffelnschalen usw. hineintut, und irgendwann wird Erde daraus. In dieser Erde züchtet sie dann Blumen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Recycling der Stoffe fasziniert mich, auch bei unserem Körper. Ist es nicht verrückt? Wir essen Kartoffeln mit Gemüse, und daraus macht unser Körper Hautzellen, Wimpern, Knochen, Muskeln, Blutkörperchen ... Wir sind ein echtes Wunderwerk.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte euch einen Zettel versprochen. Hier ist er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Zettel.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 280px;" src="http://www.titusmueller.de/Zettel.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Den müssen spielende Kinder auf der Straße verloren haben. Sie haben sich Geld gebastelt, und für die Dauer ihres Spiels war es ihnen so kostbar, als wäre es wirklich 500 Dollar wert. Das Faszinierende daran für mich als Erwachsenen: Es macht mir bewußt, daß meine Geldscheine ebenfalls nichts als bedruckte Zettelchen sind. Ich glaube, ich nehme sie viel zu ernst.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-116514773138441413?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116514773138441413'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116514773138441413'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/12/ein-zettel.html' title='Ein Zettel'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-116412700896874965</id><published>2006-11-21T17:35:00.000+01:00</published><updated>2006-11-21T17:36:48.996+01:00</updated><title type='text'>Im Radio</title><content type='html'>Heute Mittag war ich beim MDR für ein Interview. Die größte Herausforderung: Meinen Roman in zwei Sätzen zusammenzufassen, und zwar so, daß die Hörer Lust darauf bekommen, ihn zu lesen. Zu Beginn des Interviews habe ich mich ziemlich gewunden vor dem Mikro. Dann: Ein paar herzliche Blicke des Moderators, eine lustige Frage – und schon wurde ich redefreudiger. Wie schaffen es die Radioleute bloß, einen immer so locker zu machen? Ich habe über mein Alter gescherzt, zugegeben, daß ich oft die Uni geschwänzt habe, und von einem Zettel erzählt, den ich auf der Straße fand. (Den scanne ich euch ein, sobald ich aus Magdeburg und Alsbach wieder zu Hause bin.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christine war auf der Ronneburg und schreibt unter anderem:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;“Für die Falken-Vorführung kamen wir leider zu spät. Die fand schon um 15.00 Uhr statt. Als wir um 16.20 Uhr dort ankamen, lief der Falkner mit seinem Handschuh in der Hand, Handy am Ohr und Augen am Himmel um die Burg herum. Du ahnst, was geschehen ist. Aber besonders aufgeregt war der Mann nicht, eher cool, würde ich sagen. Ist wohl nichts Besonderes, wenn der Star der Vorführung mal nicht vor Einbruch der Dunkelheit heimkehrt.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Falke, der ausreißt, um die Freiheit zu genießen. Ich wüßte zu gern, was Tiere wirklich denken.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-116412700896874965?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116412700896874965'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116412700896874965'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/11/im-radio.html' title='Im Radio'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-116342085849628709</id><published>2006-11-13T13:26:00.000+01:00</published><updated>2006-11-13T13:27:38.520+01:00</updated><title type='text'>Joseph Medlicott Scriven</title><content type='html'>Gerade rief Radio Paradiso an, die mit mir eine Lesung veranstalten am Nikolausabend, in 100 Metern Höhe über der Stadt. Ich sollte drei Interviewfragen beantworten und eine Einladung zur Lesung aussprechen. Die Einladung wird im Programm als Teaser eingeblendet. O Mann. Am liebsten hätte ich zehn Fassungen gesprochen. Fürs nächste Mal merke ich mir, daß es besser ist, sich den Satz aufzuschreiben. So frei ins Blaue gesprochen, vergißt man leicht, daß man nicht “Frankfurt/Oder” sagen wollte, sondern nur “Frankfurt”.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für den neuen Roman befasse ich mich gerade mit dem mittelalterlichen Bankenwesen. Ich bin erstaunt, was es damals schon alles gab. Ein Sparbuch mit zwölf Prozent Zinsen konnte man einrichten. Zwölf Prozent! Oder ein Girokonto – Überweisungen auf andere Konten derselben Bank hat man ihnen einfach in die Bücher diktiert. Die großen Banken hatten Filialen in London, Paris, Mailand, Brügge, Venedig usw.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich finde Namen schön. In der Kirche neulich, beim Singen, fiel mir der Name des Lieddichters auf. Joseph Medlicott Scriven. So würde ich gerne heißen! Ein Ire war er, in Dublin geboren. Er wanderte 1845 nach Kanada aus und lebte dann in Port Hope am Ontariosee. Was so ein Name gleich als Lebensgeschichte mitbringt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Michael Gaeb, mein Literaturagent, wurde vom Magazin der Süddeutschen Zeitung interviewt. Falls euch das interessiert, &lt;a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/344171"&gt;hier geht es zum Interview&lt;/a&gt;. Ich dachte immer, ich hätte einen mühsamen Job, Seite für Seite einen Roman zu erzählen. Aber mein Agent hat es ja noch viel schwerer! 2.000 Manuskripte hat er in den letzten drei Jahren bekommen, und davon nur zwei angenommen (mal abgesehen von den Autoren, die er selbst ins Boot geholt hat). Das stelle ich mir demotivierend vor. Würde ich nicht denken: “Die letzten 1.000 Manuskripte waren auch nichts. Warum soll ich dieses noch lesen?”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Zug las ein kleiner Junge ein Buch über Dinosaurier. Er fragte seinen Großvater: “Opa, hast du das schon erlebt?” Was Kinder für Vorstellungen von Zeit haben! Später sagte der Großvater am Telefon: “Nein-nein, es ist alles gut gegangen. Er weiß gar nicht, was Streß ist.” Daraufhin beschwerte sich der Kleine empört: “Doch, ich weiß, was Streß ist!”&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-116342085849628709?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116342085849628709'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116342085849628709'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/11/joseph-medlicott-scriven.html' title='Joseph Medlicott Scriven'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-116178006526836973</id><published>2006-10-25T14:40:00.000+02:00</published><updated>2006-10-25T14:41:05.280+02:00</updated><title type='text'>Habt ihr eine Toilette hier?</title><content type='html'>Seit zwei Wochen bin ich zu Lesungen unterwegs. Was ich am Hotelleben mag: Jede Nacht in einem frischbezogenen Bett zu schlafen. Reife Kiwis am Morgen. Was ich nicht mag: In mein Zimmer zu kommen, und jemand anderes hat aufgeräumt. Es kommt mir vor wie ein Eingriff in meine Privatsphäre, vor allem, meine Kleidung, die ich einfach hingeworfen hatte, feingefaltet zusammengelegt zu sehen. Ein stiller Vorwurf des Personals: Junge, werde ordentlicher! Ich bin ordentlich, will ich sagen, ich war nur noch nicht dazu gekommen, alles aufzuräumen. Laßt es mich selber machen! Aber es nützt ja nichts, abzuschließen – das Personal hat immer auch einen Schlüssel. Ein Hotelzimmer ist kein gutes Versteck.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt Situationen, die würde man einem Roman niemals abnehmen. Zum Beispiel diese. Vor drei Minuten beschwerte sich ein Fahrgast in der Regionalbahn nach Stuttgart, daß alle Toiletten im Zug defekt und geschlossen seien. Die Schaffnerin erwiderte: “Dann muß ich den Zug stehenlassen im nächsten Bahnhof.” Im Bahnhof angekommen, rief sie quer über den Platz: “Habt ihr eine Toilette hier? Ich muß sonst den Zug stehen lassen.” Die Bahnhofsvorsteherin antwortete: “Da hinten, bei den Fahrrädern.” Zwei Fahrgäste gingen mit rotem Kopf zu den Toiletten hinüber, während der ganze Zug zusah und wartete.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-116178006526836973?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116178006526836973'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116178006526836973'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/10/habt-ihr-eine-toilette-hier.html' title='Habt ihr eine Toilette hier?'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-116154178009047276</id><published>2006-10-22T20:26:00.000+02:00</published><updated>2006-10-22T20:34:29.273+02:00</updated><title type='text'>Am Boden</title><content type='html'>Das Jahrestreffen des Autorenkreises Historischer Roman “Quo Vadis” ist heute zu Ende gegangen. Wir haben über Verlage geredet, über die tägliche Arbeit, über Stoffe und Schwierigkeiten und Herangehensweisen. Viele, viele waren da, wie soll ich sie alle aufzählen? Rebecca Gablé, Helga Glaesener, Guido Dieckmann, Iny Lorentz, Kathrin Lange, ach, Dutzende mehr und lauter freundliche Gesichter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute haben wir zum erstenmal den Sir Walter Scott-Literaturpreis für den besten historischen Roman verliehen. Der goldene Lorbeer ging an Markus Orths für “Catalina”, der silberne Lorbeer an Rebecca Gablé für “Die Hüter der Rose”, der bronzene an Peter Prange für “Miss Emily Paxton”. Im Geplauder nach der Preisverleihung sagte Markus Orths zu mir: “Ich kenne dich, vom Open Mike, da hattest du noch lange Haare.” Natürlich erinnere ich mich. Damals hat er auch gewonnen. Ich sehe ihn immer dann, wenn er einen Literaturpreis gewinnt. Scherzhaft habe ich gesagt: Das nächste Mal in Klagenfurt oder Stockholm. Er lachte. Aber so abwegig ist das gar nicht, finde ich. Ich komme, Markus! Bin gerne der, der bei deinen Preisverleihungen applaudiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim Mittagessen fragte ich Gisbert Haefs, ob er denn immer Lust zum Schreiben hat, und wie er sich motiviert. In der Laudatio hatte er erwähnt, er sei faul. Da er über 20 Romane geschrieben hat, wollte ich wissen, wie das sein kann. Er nannte einige Kniffe, aber sie trafen nicht mein Problemfeld. Ich erklärte: Es liege bei mir eher daran, daß ich mich vom Morgen bis zum Mittag für einen schlechten Autor halte, und es mir mitunter eine Qual sei, diesen schlechten Autor zum Schreiben zu bewegen. (Am Nachmittag wird der Autor etwas besser.) Seine Antwort war, daß er dieses Gefühl kenne, und daß es nach zwanzig Romanen immer noch da sei. Es werde sogar schlimmer, weil man soviel gelesen habe und seine Schwächen noch genauer kenne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das hat mich nicht gerade beruhigt. Statt am Nachmittag im Hotelzimmer zu schreiben, wie geplant, habe ich Stunde um Stunde mit Verdrängungen herumgebracht. Die Versöhnung kam erst am Abend. Ich las in einem literarischen Kalender einen Auszug aus Franz Kafkas Brief vom 1. November 1912. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;“Mein Leben besteht und bestand im Grunde von jeher aus Versuchen zu schreiben und meist aus mißlungenen. Schrieb ich aber nicht, dann lag ich auch schon auf dem Boden, wert hinausgekehrt zu werden.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So die eigene Stimmung eingefangen zu sehen, ist eine Erleichterung. Es baut einen Käfig um das Ungeheuer. Man kann es ohne Furcht beschauen und anschließend sagen: “Und ich schreibe trotzdem, blödes Viech.”&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-116154178009047276?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116154178009047276'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116154178009047276'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/10/am-boden.html' title='Am Boden'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-116125636045036459</id><published>2006-10-19T13:09:00.000+02:00</published><updated>2006-10-19T15:04:05.380+02:00</updated><title type='text'>Das Musical</title><content type='html'>Gestern abend war ich im Musical “&lt;a href="http://www.musicalbasileia.com"&gt;Basileia&lt;/a&gt;”, auf dem mein Roman “Die Todgeweihte” basiert. Ich saß in der fünften Reihe. Jeden Gesichtsausdruck habe ich mitbekommen, jeden Tanzschritt, jeden Ton. Es war ein großes Erlebnis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Basileia_Szene.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 307px;" src="http://www.titusmueller.de/Basileia_Szene.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Choreographie ist klasse. Ob ich darauf achte, weil ich selbst Tanzunterricht nehme? Manchmal waren die Tänze so ausgefeilt, daß es mir schwergefallen ist, mich für einen Blickwinkel zu entscheiden: Auf den Seitenbühnen wurde getanzt, auf der Hauptbühne, im Hintergrund, und überall verschieden, überall durchdacht und mit Aussagekraft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch Kinder haben auf der Bühne mitgespielt. Bei der Judenverfolgungsszene kamen sie zum erstenmal vor, eine kleine Gruppe mittelalterlich gekleideter Kinder, die verängstigt aus einem Winkel hervorspähten. Das ließ die Szene real erscheinen, ich habe sie “geglaubt”. Als dann die Pest ausbrach, wurden die Kinder ebenfalls krank. Hier habe ich mir eine Seitennotiz gemacht, die für mich als Autor wichtig ist: Ich litt als Zuschauer mehr, wenn nicht der Mensch selbst vom Tod bedroht war, sondern sein Kind, und er es sterben sehen mußte. Irgendwo habe ich das schon einmal über Ken Follett gelesen. Er läßt seinen Helden immer Familie haben, damit jemand um ihn bangt und Schmerzen leidet, sollte er zugrunde gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Musik! Ach! Ich liebe ja Filmmusik, schon einige wenige Takte genügen, und mir laufen Schauer über den Rücken. Gestern hat der Komponist selbst das Orchester dirigiert, und von meinem Platz aus konnte ich beobachten, wie er mit jeder Faser seines Körpers dabei war, wie er die Texte der Lieder mit den Lippen mitgesprochen hat. Es war seine Musik, die hier den ganzen Saal in ihren Bann zog, und er lebte in ihr. Ein bewegender Anblick.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Cast des Musicals gehören Stars von “Cats”, “Jesus Christ Superstar” und “Les Misérables”. Bis zum 3. November ist es zu sehen. Es gibt noch Karten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-116125636045036459?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116125636045036459'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116125636045036459'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/10/das-musical.html' title='Das Musical'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-116091689351450159</id><published>2006-10-15T14:54:00.000+02:00</published><updated>2006-10-15T14:54:53.533+02:00</updated><title type='text'>Galoppierende Kühe</title><content type='html'>Kühe stehen immer da und kauen. Oder sie stehen da und gucken. Aber rennen Kühe? Ich war ausnahmsweise mit dem Fahrrad unterwegs. Ein schönes Erlebnis: Die Landstraße, die ich sonst immer mit dem Auto fahre, und plötzlich höre ich die Grillen zirpen und die Vögel singen und sehe Tümpel, die mir nie aufgefallen sind. Dann sehe ich die ausgebüxte Kuhherde. Die Tiere rennen, nein, genauer: sie galoppieren neben der Straße entlang. Eine Kuh kommt auf die Straße gelaufen, zwei Autos bremsen herunter, die Kuh verdreht wild die Augen, weicht aus, rennt wieder den Hang hinunter zu den anderen. Was für eine Aufregung! Ich habe sehr gestaunt. Hätte nie geglaubt, daß Kühe zu solchem Galopp fähig sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß man eine Gegend anders wahrnimmt, wenn man langsamer fährt, ist logisch. Aber selbst von Mensch zu Mensch ist die Perspektive verschieden. Habe mich mit meiner Friseurin darüber unterhalten. Sie sagte: Wenn sie Nachrichten guckt, kann sie sich nicht auf die Meldungen konzentrieren, weil sie zu sehr auf die Frisuren der Leute schaut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In meinem neuen Roman sind einige Passagen in Ich-Perspektive geschrieben. Schaffe ich es wirklich, den Blick dieses Menschen auf die Welt wiederzugeben? Die erste Passage, mit der der Roman beginnt, ist gut gelungen. Die anderen überarbeite ich zur Zeit. Meine Tendenz ist es, die Dinge zu kompliziert zu machen. Beim Überarbeiten vereinfache ich sie. Wenn ein Mensch von sich erzählt und den Zuhörer wirklich an sich heranläßt, dann sagt er auf einfache Art, was sein Schmerz ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carolin hat eine Mail geschickt, die ich mit euch teilen will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;“Ein seltsames Erlebnis am Bahnhof Solingen-Grünewald möchte ich dir noch erzählen. Du wirst lächeln. Tagträumend aus dem Zugfenster starrend nehme ich wahr, wie mir ein Obdachloser wie in Zeitlupe zuwinkt, bis ich ihn bewußt sehe, und schließlich eine Kußhand wirft. Doch weit entfernt von jeglicher Anrüchigkeit. Stattdessen fühlte ich mich schlagartig geliebt, getröstet, verstanden – als wolle er mir Mut machen. Er! Wie paradox. Unwirklicher Zustand. Getrennt in zwei Welten, in Licht und Dunkelheit, im Zug und vor dem Zug, Alter und Jugend, Solingen und Düsseldorf. Ein Geschenk in slow motion.”&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-116091689351450159?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116091689351450159'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116091689351450159'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/10/galoppierende-khe.html' title='Galoppierende Kühe'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-116033490485122458</id><published>2006-10-08T21:11:00.000+02:00</published><updated>2006-10-08T21:15:04.890+02:00</updated><title type='text'>Küsse auf die Wangen</title><content type='html'>Am Freitag war ich auf der Frankfurter Buchmesse, und gleich der erste Termin – wegen der Bahnstreiks nur knapp geschafft – war eine Begegnung mit meiner spanischen Lektorin am Tisch meines Agenten. “Die Brillenmacherin” erscheint im Herbst 2007 in Spanien, und da die zuständige Lektorin zur Buchmesse da war, haben wir die Gelegenheit genutzt, uns kennenzulernen. Verdutzt war ich, als ich zur Begrüßung rechts und links auf die Wangen geküßt wurde. Im Rahmen einer Businessumgebung hätte ich nicht damit gerechnet. Ich muß sehr verdattert ausgesehen haben. Die Lektorin lachte und sagte: “So machen wir das in Spanien.” Damit war gleich die Nervosität verflogen, und wir konnten uns gut unterhalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch Kedros, meinen griechischen Verlag, habe ich am Stand besucht. Und aus den “Siedlern von Vulgata” gelesen. Da muß ich mir noch genauer überlegen, mit welcher Stimmlage die Außerirdischen sprechen ... Ein prallvoller Tag. Diskussionen, unerwartete Begegnungen im Menschengewimmel (“Du auch hier?”), Herumscherzen mit den Leuten vom Aufbau-Verlag, Glück, an einem Kochbuchstand vorüberzukommen, an dem es gerade Suppe gibt. Wie soll man einen Tag wiedergeben, der sich in Zehn-Minuten-Abschnitten abgespielt hat, in raschem Wechsel von Halle 3.0 zu 3.1 zu 4.1 zu 5.1 usw.?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich mag die zwei Buchmessen. Irgendwann lasse ich mir mal ein Namensschild geben und stelle mich wie ein Offizieller an den Verlagsstand und beantworte die Fragen der Leute.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute im ICE sprach eine alte Frau einen Soldaten an, sagte, es seien schwere Zeiten, und sie könne der Jugend gute Hinweise geben aus ihrer Lebenserfahrung. Der Wille sei wichtig, sie sei Preußin und habe das nie vergessen. Und man brauche auch Zuversicht. Die Jugend könne man für die schwierige Situation heute nicht verantwortlich machen. Dann brach sie in ein niedliches Großmutterlachen aus und sagte: “Wenn ich mich so reden höre, muß ich über mich selbst lachen.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich finde, das ist genauso wichtig wie Willenskraft und Hoffnung: Über sich selbst lachen zu können.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-116033490485122458?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116033490485122458'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/116033490485122458'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/10/ksse-auf-die-wangen.html' title='Küsse auf die Wangen'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115944265352509126</id><published>2006-09-28T13:23:00.000+02:00</published><updated>2006-09-28T13:24:13.543+02:00</updated><title type='text'>Graphic Novel erschienen</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Basileia.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 227px;" src="http://www.titusmueller.de/Basileia.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Gestern abend haben wir Premiere gefeiert in der Buchhandlung “Bider &amp; Tanner” in Basel, gemeinsam mit 250 Gästen, Schauspielern, Musikern, Mitarbeitern des Musicals und des Verlags, und natürlich der Comic-Crew: Roloff (Artwork), Disney-Profi Michael Bregel (Szenario/Text) und Titus Müller (Text). Hinterher haben Roloff, Michael und ich zwei Stunden lang Bücher signiert. Es wollte und wollte kein Ende nehmen. Michaels Frösche neben seiner Signatur bekamen die absonderlichsten Gesichter, eine herausgestreckte Zunge und die Sprechblase “Hechel. Endspurt!” oder gerollte Augen oder gefährliche Basiliskenflügel. An seinen Fröschen läßt sich prima ablesen, wie er sich gerade fühlt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Roloff hingegen setzte seine kunstvolle Signatur gleichbleibend auf Seite eins, ob nun unser Tisch wackelte, ihm jemand ein Weinglas über die Schulter reichte, oder ein Besucher ihn ansprach. Nicht aus dem Konzept zu bringen, der Mann. Anders geht es nicht, wenn man den ganzen Tag zeichnet, denke ich mir. Nur einmal, als ihn jemand aus nächster Nähe fotografierte und ihn der Blitz blendete, hielt er mitten im schwungvollen Schriftzug inne und sagte: “Oh.” Dann hat er ihn unverändert fortgesetzt. Kein Unterschied zu den fünfzig Signaturen davor und danach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift TextArt findet sich ein Artikel von mir, in dem es darum geht, wie man mit einem Roman den Eindruck von Realität erzeugt. Ein Beispiel darin betrifft den Langbogenschützen Alan in meinem Roman “Die Brillenmacherin”. Ich meinte, es in diesem Fall falsch gemacht zu haben. Nun mailte Peter Gura, mit der erfreulichen Nachricht, daß ich im Roman richtig liege, und der Bogenschütze, der mich auf einer Lesung belehrt hatte, im Irrtum sei. Nachfolgend Peter Guras Mail.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;“Ich habe heute Ihren Beitrag im Text Art 3/2006 mit großem Interesse gelesen und danke Ihnen sehr für Ihre Anregungen. [..]&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht verschweigen möchte ich jedoch – und dies ist auch der eigentliche Grund meines Schreibens – dass mich ganz besonders jener kleine Abschnitt amüsiert hat, in dem Sie über den “Bogenschützen” berichten [..]. Ich bin mir hundertprozentig (!) sicher, dass Sie bei der Beschreibung nicht annähernd so weit daneben gegriffen haben, wie es der besagte “Bogenschütze” getan hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Alan einen englischen Langbogen mit einem durchschnittlichen Zuggewicht von 60-70 lbs hätte spannen wollen, indem er die Sehne neben das Gesicht gehalten und den Bogen von Körper wegzudrücken versucht hätte, wäre er darin aller Wahrscheinlichkeit nach kläglich gescheitert (außer, er hätte einen Trizeps vom Umfang eines Arnold Schwarzenegger besessen). Und selbst dann hätte sein Bogenarm erbärmlich zu zittern begonnen, und er hätte sein Handgelenk über die Maßen beansprucht, sodass er es niemals geschafft hätte, zehn bis zwölf Pfeile, die ein geübter englischer Bogenschütze zu jener Zeit pro Minute abschießen konnte, von der Sehne schnellen zu lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Sie ausprobieren wollen, wie sich das als Ungeübter anfühlt, empfehle ich ihnen, sich auf den Rücken zu legen, eine Packung mit sechs zusammengeschweißten Mineralwasserflaschen (Plastik zu je 1,5 Liter) in die linke Hand zu nehmen (falls Sie Rechtshänder sind), und diese zehnmal hintereinander nach oben zu stemmen, wobei Sie den Arm immer ein bis zwei Sekunden lang gestreckt halten, dann wieder zurückziehen, in Gedanken einen neuen Pfeil auflegen, den Bogen wieder spannen, wieder ein bis zwei Sekunden warten, den Arm zurückziehen usw. Das Gewicht des Sechserpacks entspricht einem Zuggewicht von knapp 20 lbs. Und dann versuchen Sie, sich das Ganze mit dem dreifachen Gewicht vorzustellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die korrekte Art, einen Bogen – auch einen englischen Langbogen – zu spannen ist folgende: Sie nehmen den Bogen in die Bogenhand, legen einen Pfeil auf die Finger der geschlossenen Faust oder die Pfeilauflage im Bogenfenster und drücken die Nocke (das stumpfe Ende des Pfeils mit dem dafür vorgesehenen Spalt) auf die Sehne. Dann heben Sie den Bogen, indem Sie den Bogenarm strecken und Ihre Bogenschulter “verankern”, d.h. mit einer kleinen Abwärtsbewegung des Schultergelenks einrasten lassen. Die Finger der anderen Hand liegen –  bei locker gebeugtem Ellbogen – auf der Sehne oberhalb und unterhalb des Pfeils. Erst, wenn die Bogenschulter fest verankert ist, zieht der Sehnenarm mit der weitaus stärkeren Rückenmuskulatur die Sehne gerade nach hinten, bis die Spitze des Pfeils nur noch knapp über das Bogenfenster oder die Faust hinausragt und die Sehne entweder Kinn, Nase, Wange oder Ohr (ja nach Schütze unterschiedlich) berührt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann kann die Sehne losgelassen und der Pfeil abgeschossen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Falls Sie einmal Zeit, Lust und Gelegenheit haben, ein Bogensport-Geschäft in Ihrer Nähe aufzusuchen, können Sie sich das Ganze ja auch von einem kompetenten Fachmann vor Ort zeigen lassen.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielen Dank! Eine Erleichterung für mich, daß der Roman die Sache schon recht gut trifft. Wenn ich einmal ein Bogensport-Geschäft aufgesucht habe, sage ich euch Bescheid, ob meine Schulter für den Rest meines Lebens eingerastet bleibt, oder ob ich sie wieder locker gekriegt habe.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115944265352509126?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115944265352509126'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115944265352509126'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/graphic-novel-erschienen.html' title='Graphic Novel erschienen'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115934915120997350</id><published>2006-09-27T11:23:00.000+02:00</published><updated>2006-09-27T11:25:51.236+02:00</updated><title type='text'>Der Roman im Kopf</title><content type='html'>Habe gerade im Zug fertige Romanteile überarbeitet (ich sitze momentan im Basler Bahnhof). Da hatte ich das seltsame Gefühl, der Roman existiere schon, und ich würde meinen Text so lange überarbeiten, bis er ihm gleich ist. Ich dachte nämlich beim Überarbeiten einer Szene: Das stimmt noch nicht, das ist noch nicht richtig. Habe mich gefragt, woher ich das weiß. Und da kam es mir vor, als würde ich die Szene mit etwas vergleichen, das in meinem Kopf längst fertig ist. Es sagt mir, ob ich weit weg von ihm bin oder nah dran, ob ich übereinstimme oder abweiche. Seltsam: Als gäbe es den Roman längst. Als würde ich ihn nur abschreiben von einem Original, das ich dem Gefühl nach kenne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gestern kam nach der Lesung eine junge Frau zu mir und bedankte sich für die fabelhafte Pflichtlektüre; “Die Todgeweihte” sei erst bis nächste Woche zu lesen gewesen, sie aber habe sie bereits in einem Rutsch weggelesen. Als ich fragte, wie das gemeint sei, antwortete sie, der Roman gehöre zu ihrem Deutschunterricht, alle in der Klasse hätten ein Exemplar von der Schule bekommen. Ihr könnt euch vorstellen, daß mich das sehr gefreut hat. Es ist eine lustige Vorstellung für mich, wie die Schüler den Roman ausgeteilt bekommen: Die Hälfte von ihnen stöhnt, weil er so dick ist, die andere Hälfte freut sich, daß zwischen “Faust” und Kafka auch einmal so etwas im Unterricht drankommt. Was sie wohl während der Deutschstunden über “Die Todgeweihte” sagen? Ich könnte wahrscheinlich selber noch etwas über meinen Roman lernen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115934915120997350?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115934915120997350'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115934915120997350'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/der-roman-im-kopf.html' title='Der Roman im Kopf'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115926171676131361</id><published>2006-09-26T11:08:00.000+02:00</published><updated>2006-09-26T11:11:03.620+02:00</updated><title type='text'>Schreiben ist eine Zeitlupe</title><content type='html'>Auch während man auf einer fernen Insel am neuen Roman schreibt, arbeiten in der Heimat Verlage und Buchhändler weiter fleißig daran, die schon abgeschlossenen Geschichten zu den Lesern zu bringen. Das gefällt mir. Ein Ergebnis davon ist, daß “Der zwölfte Tag” auf Platz 4 der Taschenbuch-Bestsellerliste des Bertelsmann Buchclubs gelandet ist. Juchhu!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/ZwoelfteTag_club.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 219px;" src="http://www.titusmueller.de/ZwoelfteTag_club.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Das Buch wird ja auf Amazon kräftig kritisiert – und ich kann die Kritik verstehen. Eine Geschichte, die zwölf Autoren gemeinsam erdacht und aufgeschrieben haben, kann nicht so ausgewogen sein wie der Roman eines Einzelnen. Meiner Meinung nach ist “Der zwölfte Tag” aber um Längen besser geworden als “Die sieben Häupter”, es ist eine spannende, unterhaltsame und starke Geschichte. Bin froh, daß sich das langsam unter den Lesern herumspricht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Habe Post bekommen, daß es “Die Todgeweihte” jetzt als Hörbuch für Blinde bei Medibus gibt. Als ich nachsah, war sie nicht gelistet, dafür aber “Der Kalligraph des Bischofs”, “Die Priestertochter” und “Die Brillenmacherin”. Schön! Wenn ihr blinde Freunde habt, und sie historische Romane mögen, könnt ihr ihnen Bescheid geben. Interessant für mich ist die Leselänge. Für jeden Roman haben die Sprecher 14 bis 15 Stunden gebraucht. So schnell hat man meine Romane durchgelesen? Es kommt mir wie ein Zaubertrick vor. Oder wie ein Zeitrafferfilm: Ein Jahr lang wird ein Baum aufgezeichnet, und dann werden die Aufnahmen mit großer Geschwindigkeit abgespielt, so daß man die Jahreszeiten ablaufen sehen kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist also Lesen ein Zeitrafferfilm? Oder ist Schreiben eine Zeitlupe? Wahrscheinlich eher letzteres. An einer Szene, die nur Sekunden währt, feilt man für Stunden. Ich genieße das. Hier ein Wort auszutauschen, da eine Handbewegung. Zu seiner Figur zu sagen: Stell dich bitte mal dorthin, nein, bleib doch lieber hier stehen, kannst du etwas lauter sprechen? Schau mal aus dem Fenster. Ja, so ist es gut. Und jetzt noch diese herablassende Geste. Wunderbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade hat es geklingelt, und die Post brachte ein Paket mit den Belegexemplaren der “Siedler von Vulgata”. Meine erste Begegnung mit dem neuen Buch! Ich finde, es ist schön gebunden, und der Text ist sehr nobel gesetzt. Das gibt dem Buch einen schrägen Biß: Es sieht aus wie hochliterarische Lektüre, beinhaltet aber Außerirdische, eine fremde Zivilisation, Schlachten und Sciencefiction-Getümmel. Hehe. Einige Leute, die sich den Roman kaufen, werden eine Überraschung erleben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115926171676131361?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115926171676131361'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115926171676131361'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/schreiben-ist-eine-zeitlupe.html' title='Schreiben ist eine Zeitlupe'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115891457776620226</id><published>2006-09-22T10:39:00.000+02:00</published><updated>2006-09-22T10:42:57.776+02:00</updated><title type='text'>Tauben</title><content type='html'>Was für ein schöner Schreiburlaub! 2 Tage Regen, 30 Tage Sonne. Und das Meer. Es wird mir wochenlang nicht aus dem Kopf gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Boot.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Boot.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Heute kehre ich heim, mit Fähre, Zug, Bus, Flugzeug und Auto. Wenn ich angekommen bin, werde ich erst einmal durch die Wohnung gehen und ihren Duft einatmen. Den bemerkt man immer nur, wenn man lange nicht da war. (Nach zwanzig Minuten verschwindet er wieder, weil das Gehirn Gerüche nach einer Weile ausblendet, sonst könnten wir uns im Alltag überhaupt nicht konzentrieren.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war heute noch einmal Laufen am Meer. Da hatten sich doch tatsächlich zwei Tauben unter die Möwen gemischt. Fleckenlos weiße Tauben mit dünnen Hälsen. Was haben die sich gedacht? Wollten die mal gucken, was Möwen so den ganzen Tag machen? Ich bezweifle, daß einer Taube die Möwennahrung schmeckt. Nett aber, daß die Möwen die Besucher geduldet haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganze vier Tintenfisch-Skelette lagen am Ufer, und Meerespflanzen in dicken Haufen. Das Meer muß heute Nacht nochmal ganz schön gewütet haben. Keine Ahnung, ob das stimmt; ich sage einfach: die Herbststürme! Zeit, auf das Festland zurückzukehren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Danke für eure freundliche Begleitung während dieser Wochen. Und kolossalen Dank an den Brendow-Verlag für die geschenkte Inselzeit! Ich gratuliere schon jetzt dem nächsten C.S. Lewis-Preisträger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich werde auch in Zukunft aus meinem (Schreib-)Alltag erzählen. Nicht täglich, aber doch einigermaßen regelmäßig. Schaut einfach hier vorbei. Ihr seid jederzeit willkommen!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115891457776620226?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115891457776620226'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115891457776620226'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/tauben.html' title='Tauben'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115885774740587090</id><published>2006-09-21T18:52:00.000+02:00</published><updated>2006-09-21T18:55:47.420+02:00</updated><title type='text'>Die Auflösung: Ein Sepia-Tintenfisch</title><content type='html'>Das Tier gestern war keine Muschel. Julia hat wieder einmal geholfen, wie bei der Seepocke und beim Schachtelhalm. (Sie ist Biologin. Was habe ich doch für kluge Weblogleser!) Es war das Skelett eines Sepia-Tintenfischs. Ein wunderschönes Bild eines solchen Tiers findet ihr &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tintenfische"&gt;hier&lt;/a&gt;. Es sind mehrere Bilder auf der Seite, das richtige ist mit “Sepia” unterschrieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solche schönen Tiere schwimmen im Meer herum! Mich begeistert das. Der weiche, durchsichtige Rand am Schulp des Sepiafischs, den ich da gestern gespürt habe, sind seine Flossen – dieser Saum reicht ringsum um den Körper und bewegt sich, so beschreibt es Julia, wie eine Gardine, die in einer leichten Sommerbrise schwingt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Badeverbot.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Badeverbot.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Wollte gern mit den schönen Sepias schwimmen, und bin mit Badehose und Handtuch zum Ufer gelaufen. Dann aber waren die Wellen so hoch, daß ich mich nicht ins Wasser getraut habe. Als noch die vielen Inselbesucher hier waren, haben sie an solchen Tagen eine rote Fahne aufgezogen (siehe Bild), zum Zeichen, daß man das Meer besser in Ruhe lassen soll. Jetzt weht keine Fahne. Bin ich eine Memme? Ich bin sicher, sie hätten sie aufgezogen, wenn noch Besucher hier wären. Ganz sicher!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Meer kann beängstigend große Wellen aufwerfen. Ich staune, daß es so unterschiedliche Launen kennt. Einen Tag ist es glatt und friedlich, den nächsten Tag bäumt es sich auf und schleudert Schaum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob ich doch noch reingehe? Der letzte Urlaubstag! Morgen geht es nicht mehr. Eine nasse Badehose macht sich nicht so gut im Flugzeug. Andererseits: Es wäre dumm, am letzten Urlaubstag zu ertrinken. “German drowned. It was the day before departure. Sepias in grief.” Nee. Macht’s gut, meine kleinen Sepias! Ich lasse euch das Meer.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115885774740587090?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115885774740587090'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115885774740587090'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/die-auflsung-ein-sepia-tintenfisch.html' title='Die Auflösung: Ein Sepia-Tintenfisch'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115878611086550111</id><published>2006-09-20T23:01:00.000+02:00</published><updated>2006-09-20T23:07:11.130+02:00</updated><title type='text'>Fremdartiges Tier</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Muscheln.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Muscheln.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Solche schwarzen Muscheln gibt es hier in Mengen. Die Lebenden kleben an den Wellenbrechern oder an Steinen, oder sie liegen in Klumpen am Ufer und warten auf die Flut. Heute habe ich allerdings etwas gefunden, das ganz anders aussah.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein weißes Tier, so lang wie eine Hand. An der Oberseite hat es eine Schale, an der Unterseite nicht, oder nur eine sehr weiche. Die Ränder der Schale sind durchsichtig, und es hat eine seltsame Form. Habe es mit nach Hause genommen, es war ja eh ans Ufer gespült. Dann bekam ich ein schlechtes Gewissen. Was, wenn es gar nicht tot ist? dachte ich. Wenn es einfach da lag und darauf gewartet hat, daß es die Flut wieder mitnimmt? Also bin ich nochmal zurückgegangen und habe es ins Meer geworfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Morgen muß ich unbedingt herausfinden, was es war. Ich halte euch auf dem Laufenden!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115878611086550111?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115878611086550111'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115878611086550111'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/fremdartiges-tier.html' title='Fremdartiges Tier'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115870964394226849</id><published>2006-09-20T01:46:00.000+02:00</published><updated>2006-09-20T01:47:23.956+02:00</updated><title type='text'>Ordnung</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Ebbe2.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Ebbe2.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Heute habe ich die Notizen in den Computer übertragen, die ich mir in den letzten Wochen gemacht hatte, kleine Szenen, die im neuen Roman Platz finden sollen, Sachen wie: “Talgkerzen rußen und stinken / reiche Leute haben Bienenwachskerzen.” Oder: “Soll Ziegenmilch trinken / trinkt mit Widerwillen / hat plötzlich Ziegenborste im Mund / Ekel / trinkt nie wieder Ziegenmilch.” Hört sich belanglos an, aber diese Details machen später das Realitätsempfinden aus, Dutzende davon, und man bekommt das Gefühl, die Geschichte sei “echt”. Sie sind fast so wichtig wie die große Handlung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt, wo alles übertragen ist, fühle ich mich aufgeräumt. Schon als Kind mochte ich es, wenn es ordentlich war. Mag sein, daß ich ungern abwasche und fast nie Staub wische. Ordnung aber habe ich gern.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115870964394226849?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115870964394226849'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115870964394226849'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/ordnung.html' title='Ordnung'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115866089290605827</id><published>2006-09-19T12:09:00.000+02:00</published><updated>2006-09-19T12:14:52.920+02:00</updated><title type='text'>Die Maschine fliegt!</title><content type='html'>Im Interview mit dem SPIEGEL wurde John le Carré vor ein paar Tagen nach seiner größten Enttäuschung gefragt. Er antwortete: “Meine Bücher.” Das hat mich wie ein Hammerschlag getroffen. Ihm geht es auch so? dachte ich. Dem großen John le Carré? Seine Erklärung faßt das Problem gut zusammen: “Jeder Schriftsteller empfindet wohl, daß die Ausführung seiner Bücher hinter dem erträumten Niveau zurückbleibt.” Genau so ist es.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An einen neuen Roman gehe ich immer voller Begeisterung heran. Ich bin überzeugt, daß es der große Wurf ist, das beste Thema, das ich je am Wickel hatte. Ich kann es kaum erwarten, die ersten Kapitel zu schreiben, und reibe mir beim Gedanken an die Leser schon die Hände: Wartet nur! Damit rechnet ihr nicht, ihr werdet verblüfft sein! Euch werden Schauer über den Rücken laufen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann schreibe ich, und während der Roman entsteht, merke ich, daß ich hinter dem großen Ziel zurückbleibe. Das selbstgebaute Flugzeug fliegt, ja, aber die erträumten Saltos und Himmelsschrauben bleiben aus, statt dessen klemmt das Seitenruder und ein Propeller macht seltsame Geräusche und überhaupt kann ich froh sein, wenn der Treibstoff bis zum Ziel der Reise reicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nie wird ein Roman so perfekt, wie ich ihn mir erträumt habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den “Siedlern von Vulgata” war es noch schlimmer. Hier dachte ich vor Beginn: Das wird nichts. Während ich mein “Flugzeug” zusammenschraubte, war ich mir beinahe sicher, daß das Ding niemals fliegen würde. Die Geschichte ist so ungewöhnlich, so seltsam – ich hatte Zweifel, ob man sie mir abnehmen würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bitte verzeiht mir diesen Anflug von übermäßigem Selbstbewußtsein: Als der Roman fertig war und ich ihn las, war ich überrascht und glücklich. Die Maschine flog! Besser, als ich es mir je erträumt hatte. Gut, es ist kein Flugzeug, wie man es sich landläufig vorstellt. Aber es bekommt ein paar schöne Kunststücke hin in der Luft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf der Website von PERRY RHODAN gibt es jetzt eine &lt;a href="http://www.perry-rhodan.net/downloads/diverse/Leseprobe_Die_Siedler.pdf"&gt;kostenlose Leseprobe&lt;/a&gt; von 30 Seiten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Kleeblatt.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Kleeblatt.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Zum Bild des Tages: Ich wußte gar nicht, daß es im Meer auch Klee gibt. Gut, wahrscheinlich heißt die Pflanze anders, aber sie sieht aus wie Klee, finde ich. Ich nenne sie Unter-Wasser-Klee. Dieses Exemplar hat das Meer ans Ufer gespült. Ich stelle mir vor, daß es ganze Kleefelder gibt, und Fische, die sich zwischen den Pflanzen vor Räubern verbergen. Nur: Wer frißt den Unter-Wasser-Klee? Seekühe gibt es hier nicht. Ich mag aber die Vorstellung. Ein Kleefeld unter Wasser, und Seekühe, die es abgrasen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115866089290605827?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115866089290605827'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115866089290605827'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/die-maschine-fliegt.html' title='Die Maschine fliegt!'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115852547639860475</id><published>2006-09-17T22:35:00.000+02:00</published><updated>2006-09-17T22:37:56.410+02:00</updated><title type='text'>The Needles</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.titusmueller.de/TheNeedles.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/TheNeedles.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Felsen, die rechts im Bild aus dem Meer ragen, heißen “The Needles”. Bin mit einem Boot rausgefahren zu ihnen. Auf den Klüften hocken schwarze Kormorane. Die weißen Felswände fallen so steil ab, daß man sich wundert, wie sie Meer und Wind trotzen. Der Felsen, nach dem die Gruppe benannt ist, war noch steiler und spitzer als die anderen, er sah aus wie eine weiße Nadel. Bis er vor vielen Jahren ins Meer stürzte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Habe heute einen alten Mann gesehen, der einen Schottenrock trug. Ein alter Schotte. Irgendwie hat mich das angesprochen. Er wirkte wie einer, der von der Kindheit bis zum Alter eine Heimat hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine gestrige Geschichte hat Eva Maria inspiriert, ein Detail aus ihrer Kinderzeit zu mailen. Das fand ich so klasse, daß ich es euch weitergeben muß. Sie schreibt: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was Fred machte, könnte mir auch passieren, weil ich auch schwerhörig bin. Als Kind glaubte ich, das meine Mutter zaubern konnte, weil immer jemand vor der Tür stand, wenn sie die aufmacht, aber nicht wenn ich es tat. Sie konnte die Türschelle hören.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115852547639860475?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115852547639860475'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115852547639860475'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/needles.html' title='The Needles'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115843856739077609</id><published>2006-09-16T22:28:00.000+02:00</published><updated>2006-09-16T22:29:27.403+02:00</updated><title type='text'>A Baby</title><content type='html'>Im Gottesdienst. Shaneika (4) dreht sich in der Reihe vor mir um und zeigt mir einen Spielzeugschmetterling. Ich nehme ein Blatt Papier und male ihr eine Blume. “For the butterfly to sit on”, flüstere ich. Shaneika ist begeistert. Sie setzt den Schmetterling auf die Papierblume und läßt ihn fressen. (Wie sich eine Vierjährige eben fressende Schmetterlinge vorstellt. Er schleckt die Blume ab.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als nächstes male ich ihr einen Baum und eine Sonne. Shaneika setzt zahllose Punkte in den Himmel und flüstert: “Birds!”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich zeichne ihr einen Wurm mit einem Regenschirm. Sie lacht. Der Wurm sieht für sie allerdings mehr nach einer Schlange aus, denn sie malt eine Weile, und sagt dann, mit traurigem Gesicht: “I can’t do a snake.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Predigt ist auch nicht ohne. Der Pastor fängt mit der Geschichte von “Beauty and the Biest” an. Er ist ein guter Geschichtenerzähler. Diese Geschichte kenne ich zwar in mehreren Filmvarianten, aber ich habe sie noch nie in der Kirche gehört. Er trägt sie mit soviel Überzeugung vor, daß die älteren, konservativeren Gottesdienstbesucher nicht mal daran denken können, sich darüber aufzuregen, daß sie nicht aus der Bibel stammt. Wir sind alle mitgerissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist ein Abendmahlsgottesdienst. Oft wird diese Art Gottesdienst in Begräbnisstimmung abgehalten, obwohl es überhaupt keinen Grund dafür gibt, das zu tun. Heute aber geht ein buckliger, alter Mann als Diakon durch die Reihen und verteilt Brot und Wein. Ich mag ihn. Fred ist ein lustiger Kerl. Und schwerhörig. Während er Brot und Wein verteilt, wird besinnliche Klaviermusik gespielt. Fred kennt das Lied, und wie selbstverständlich pfeift er die Melodie mit. Ich vermute, er hat sich selbst nicht pfeifen gehört, oder er dachte, es sei so leise, daß es niemand hört (wenn er spricht, redet er sehr laut). Fantastisch! Das ernste Abendmahl, und ein Diakon, der pfeifend durch die Reihen geht und es verteilt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/ShaneikaHannah.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/ShaneikaHannah.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Foto seht ihr links Shaneika und rechts Hannah. Wir haben am Nachmittag gespielt. Shaneika mußte mir mehrmals kopfschüttelnd sagen: “You’re not a baby. You are a man!” Huch. Hätte ich fast vergessen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115843856739077609?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115843856739077609'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115843856739077609'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/baby.html' title='A Baby'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115836395188360005</id><published>2006-09-16T01:45:00.000+02:00</published><updated>2006-09-16T01:45:51.896+02:00</updated><title type='text'>Die Insel und ich</title><content type='html'>Auf Wunsch ein weiteres Bild von meinem Haus hier, diesmal vom Inneren: Unschwer zu erraten, ist dies die Küche. Sieht moderner aus, als ihr gedacht hattet, was?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Kueche.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Kueche.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Ihr wollt wissen, wie mich die Einheimischen behandeln. Als noch Ferienzeit war und mehr Besucher auf der Insel waren, haben mich nur die Nachbarn gegrüßt; weiter weg vom Haus ging man wortlos aneinander vorüber. Inzwischen aber ist es ruhig geworden in Sandown. Weil ich in Alltagskleidung herumlaufe, werde ich für einen Einheimischen gehalten – oder zumindest für jemanden, der dauerhaft bleibt. Man nickt mir zu, grüßt mich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich finde es immer toll, wenn fremde Menschen freundlich zueinander sind. Heute habe ich einen Ball aufgehalten, der die Steilküste hinuntergerollt wäre, und habe ihn den Hunden zugeworfen, denen er gehörte. (Sie haben ihn im Flug mit dem Maul gefangen!) Der Besitzer lachte fröhlich und rief: “Cheers!” So etwas mag ich. Das nehme ich stundenlang mit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich weiß jetzt, was ich am meisten vermissen werde, wenn ich wieder zu Hause bin: Die Seeluft. Die Luft ist wirklich anders hier. Sie ist frisch, und sie fühlt sich weich an auf der Haut. Kann man schwer beschreiben. Als ich in Portsmouth aus dem Zug gestiegen bin, noch bevor ich das Meer gesehen habe, ist mir diese Luft aufgefallen. Dann, nach der Überfahrt auf die Insel, war sie noch frischer, noch weicher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Habe heute versucht, das Meer zu fotografieren. Es geht nicht. Es ist zu groß.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115836395188360005?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115836395188360005'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115836395188360005'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/die-insel-und-ich.html' title='Die Insel und ich'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115826764459469982</id><published>2006-09-14T22:59:00.000+02:00</published><updated>2006-09-14T23:00:44.606+02:00</updated><title type='text'>Die Gabel auf die Tischkante zu hauen</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.titusmueller.de/IsleofWight.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 225px;" src="http://www.titusmueller.de/IsleofWight.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Dieser Tage tobt sich das Kind in mir aus. Habe heute schon wieder etwas Lustiges “entdeckt”. Diesmal beim Mittagessen. Wenn man die Gabel auf die Tischkante haut und sie sich dann rasch ans Ohr hält, summt sie wie eine Stimmgabel. Ein leises Stimmchen nur, aber ein klarer Ton.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dies war eine weitere Folge von: Die Klangwelten des Titus M.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115826764459469982?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115826764459469982'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115826764459469982'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/die-gabel-auf-die-tischkante-zu-hauen.html' title='Die Gabel auf die Tischkante zu hauen'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115818836774436928</id><published>2006-09-14T00:58:00.000+02:00</published><updated>2006-09-14T00:59:27.756+02:00</updated><title type='text'>Im Raumschiff</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Regen.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 225px;" src="http://www.titusmueller.de/Regen.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Es regnet, und ich habe etwas Schönes herausgefunden. Mein Häuschen hat eine Galerie, man geht also eine kleine Treppe hinauf und befindet sich direkt unter dem Dach. Wenn ich nun meinen Kopf neige und das Ohr an die Dachschräge drücke, höre ich das Dach unter dem Regen vibrieren. Tausende Tropfen, die zugleich auftreffen. Ein eigentümlicher, warmer Klang.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Habe heute einen Werkstattbericht über “Die Siedler von Vulgata” für den PERRY RHODAN Report geschrieben. Sozusagen ein “Making of”. Solche Sinneseindrücke wie der Regen, der das Dach vibrieren läßt, sind gerade für einen Roman wie diesen sehr wichtig, denn niemand von uns war je in einem Galchinenraumschiff, also kann ich nicht auf Erinnerungen bauen, die in den Köpfen der Leser schon verhanden sind. Um den Lesern das Raumschiff als “echten Ort” erscheinen zu lassen, muß es ich Geräusche, Gerüche und Empfindungen beschreiben. Der zweite Romanteil beginnt so:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;“Jeden Tag dachte Rhyt an das Raumschiff. Er ging die dunklen, feuchten Korridore ab, berührte in seiner Vorstellung die Sensorfelder, lauschte dem Surren der Triebwerke. Sogar den Geruch gerösteten Lammelfleisches konnte er noch in sich wachrufen, der in der Umgebung der Kantine in den Winkeln genistet hatte. Er hatte nichts vergessen. Nicht die wohltuenden Dampfkabinen, nicht das Knarzen der Netzmatte, auf der er Nacht um Nacht Frieden gefunden hatte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wann immer er an das Raumschiff dachte, durchströmte ihn ein Gefühl von Heimat. Hier hatte er die biegsame, durchsichtige Eihülle durchstoßen, hier hatte er die ersten Schritte getan, das erste Mal die Messerkrallen ausgefahren, das erste Mal ein Beutetier getötet. Das Raumschiff war sein Zuhause gewesen. Er hatte sein ganzes Leben darin verbracht, einhundertundvierzehn Standardjahre. Dieses Zuhause hatte man ihm genommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vanderbeyten war ein Abgrund, ein Ort des Todes. Vanderbeyten war fremd. Rhyt würde auf diesem Planeten zugrunde gehen, das spürte er.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Foto zeigt übrigens meine Straße. Seht ihr den schmalen Gehweg auf der rechten Seite? So sind die Wege überall in Sandown. Sie erfordern, daß einer auf die Straße tritt, wenn man sich entgegenkommt. An sich kein Problem, so viel Verkehr gibt es hier nicht. Witzig ist: Ich bin es gewohnt, Entgegenkommende links an mir vorüberzulassen. Wie im deutschen Straßenverkehr eben. Die Engländer aber kennen es genau anders herum. Jedesmal irritiere ich sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Julia gemailt, daß die Pflanze auf dem Foto von gestern ein Schachtelhalm ist. Sie schreibt: “Es scheint eine englische Variante zu sein (der Stengel ist sehr hell), aber bei uns gibt es davon auch verschiedene Arten. Der am weitesten verbreitete ist der Ackerschachtelhalm. Der Name kommt daher, dass die einzelne Segmente ineinander verschachtelt sind. [..] Der Schachtelhalm wird auch Zinnkraut genannt. Da er nämlich Kieselsäure einlagert, kann man ihn gut zum Putzen von den früher üblichen Zinntellern verwenden. Im Mittelalter wurde der Schachtelhalm sehr häufig dafür benutzt. Außerdem kann man ihn bei allen möglichen Krankheiten wie zum Beispiel Tuberkulose anwenden.” Danke, Julia! Wenn ich die Pflanze das nächste Mal sehe, denke ich an Zinnteller, und sie ist mir gleich vertrauter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Übrigens: Der Schreibwettbewerb von tcboyle.de hat begonnen. Wenn ihr teilnehmen möchtet, findet ihr die Bedingungen unter www.tcboyle.de.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115818836774436928?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115818836774436928'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115818836774436928'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/im-raumschiff.html' title='Im Raumschiff'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115810008550537388</id><published>2006-09-13T00:27:00.000+02:00</published><updated>2006-09-13T00:28:05.533+02:00</updated><title type='text'>Wo bin ich?</title><content type='html'>Die Isle of Wight ist nur zwei Flugzeugstunden von meinem Heimatort entfernt. Und doch komme ich mir hier manchmal vor wie auf einem anderen Kontinent. Es gibt Tiere, die ich nicht kenne. An den Klingeln stehen keine Namen, dafür hat aber jedes Haus einen – nur nicht den der Leute, die drin wohnen. Wenn ich aus dem Bus aussteige, sagt der Fahrer zum Abschied: “Wünsche Ihnen eine gute Nacht!”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Schachtelhalm.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 225px;" src="http://www.titusmueller.de/Schachtelhalm.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Pflanze auf dem Bild kommt mir merkwürdig vor. Der helle Stamm, den ihr da seht, ist hohl und läßt sich leicht knicken. Wie Bambus ist er in einzelne Segmente unterteilt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neulich bin ich neugierig um ein paar Palmen herumgeschlichen, weil ich wissen wollte, wie die Besitzer es schaffen, sie im Winter in eine Orangerie zu schleppen. Die Palmen aber waren fest im Boden verwurzelt. Nun habe ich die Erklärung gefunden: Auf der Isle of Wight schneit es nicht! Wenn im tiefsten Winter doch einmal Schnee fällt, bleibt er keine fünf Minuten liegen. Es wird einfach nicht kalt genug. Die Kinder hier, habe ich erfahren, würden deshalb lieber in Deutschland leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Crazy world.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115810008550537388?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115810008550537388'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115810008550537388'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/wo-bin-ich.html' title='Wo bin ich?'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115801845305664576</id><published>2006-09-12T01:46:00.000+02:00</published><updated>2006-09-12T01:47:33.070+02:00</updated><title type='text'>Menschen</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Ebbe.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Ebbe.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Ich habe den Abend bei einer sympathischen Familie verbracht. Wenn ich mit jemandem so offen reden kann, dann fühle ich mich wirklich als Mensch. Es war, als würden wir uns seit Jahren kennen. Hat mich glücklich gemacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Übrigens, nach Stunden des Redens waren wir für einige Augenblicke still vor Staunen: Der Hamster der Familie hat sich mit den Vorderpfoten an der Käfigdecke entlang gehangelt. Unglaublich!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115801845305664576?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115801845305664576'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115801845305664576'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/menschen.html' title='Menschen'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115792191759893863</id><published>2006-09-10T22:58:00.000+02:00</published><updated>2006-09-10T22:58:37.610+02:00</updated><title type='text'>Musik</title><content type='html'>Was ich euch in den vergangenen Tagen über das Schreiben erzählt habe, läßt es sehr mechanisch erscheinen. Ich denke gern in dieser Weise davon. Indem ich das Schreiben als Handwerk betrachte, rede ich mir ein, daß es für jedes Problem eine “mechanische” Lösung gibt, wie in einem Zahnradgetriebe, in dem ein Rädchen klemmt. Ich gehe mit Ruhe an Schwierigkeiten heran, ein Mechaniker, der pfeifend den Schraubenschlüssel in die Hand nimmt und vor eine defekte Maschine tritt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Wahrheit ist das Schreiben eines Romans zu großen Teilen emotional und unberechenbar. Es ist ein Prozeß, den ich selbst nicht verstehe. Ich weiß, ich muß in einer gewissen Stimmung sein, um mich in die Geschichte hineindenken zu können. Bin ich kühl und distanziert, dann kann ich nicht erfühlen, wie es den Protagonisten gerade geht, kann nicht sehen, was sie sehen, denken, was sie denken, riechen, was sie riechen, spüren, was sie spüren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer regelmäßig schreiben möchte, muß es irgendwie schaffen, sich jeden Tag in diese Stimmung zu bringen. Und an jedem Ort: im Zug, im Flugzeug, im Hotelzimmer, zu Hause, in der Bibliothek.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich angespannt bin, kann ich mich nicht in eine fremde Welt fallenlassen. Mein Weg: Musik. Betrete ich ein neues Hotelzimmer, lege ich die “Corrs” ein, und schon fühle ich mich zuhause. Lenken mich im Zug die Gespräche anderer Leute ab (manche Stimmen kann ich ausblenden, bei manchen gelingt es mir partout nicht), dann setze ich Kopfhörer auf und lasse den Computer Filmmusik spielen. Musik ist meine Zeitmaschine. Sie schafft es, mich innerhalb von einer Handvoll Sekunden ins Mittelalter zu schleudern, oder in die Zukunft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe in den “Siedlern von Vulgata” nichts über die Musik und die Galchinen gesagt. Das fällt mir gerade auf, und ich bereue es. Ist das Buch schon gedruckt? Ich fürchte. Sollte ich den Galchinen irgendwann im Leben nochmal begegnen, muß ich es unbedingt beschreiben: Die Terraner machen Musik, und ein Galchine steht daneben und fragt sich, was die Töne sollen. Er kann mit der Musik überhaupt nichts anfangen, er kann den Code nicht verstehen, er sieht die anderen hüpfen und bemerkt das Leuchten ihrer Gesichter, aber er kann nicht nachvollziehen, warum die gleichmäßigen akkustischen Signale dies hervorrufen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann merkt er, da ist etwas in ihm, was heraus möchte. Er wußte nichts von Musik, bis er auf Vanderbeyten bei den Menschen kennenlernte, daß es so etwas gibt. Er sucht verzweifelt nach einem Instrument, nach seinem Instrument. Niemand kennt es, niemand kann es kennen, weil es das erste galchinische Instrument sein wird, das je existierte. Wie sieht es aus? Wie klingen sie, die ersten Töne von Galchinenmusik? Sie werden fremd sein für die Menschen, aber in den Galchinen werden sie etwas hervorrufen, das zwischen Sehnsucht, Schmerz und Glück liegt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andererseits, warum sollte ich das erzählen? Es ist seine persönliche Erfahrung. Er kann es auch ohne mich herausfinden. Spiel ein wenig, Galchine. Baue dir ein Instrument. Erfinde die Musik deines Volkes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Schiff.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Schiff.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;(Zum Bild: Solche Schiffe ziehen hier oft am Horizont vorüber.)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115792191759893863?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115792191759893863'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115792191759893863'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/musik.html' title='Musik'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115783193484415142</id><published>2006-09-09T21:57:00.000+02:00</published><updated>2006-09-09T21:58:54.856+02:00</updated><title type='text'>Her Highness</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Katze.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 259px;" src="http://www.titusmueller.de/Katze.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Diese noble englische Katze habe ich heute kennengelernt. Ich glaube, das Reich der Katzen besteht aus einer Million Königinnen und einem Diener. Die hier gehört definitiv zu den Königinnen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115783193484415142?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115783193484415142'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115783193484415142'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/her-highness.html' title='Her Highness'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115774168850640955</id><published>2006-09-08T20:52:00.000+02:00</published><updated>2006-09-08T20:54:48.530+02:00</updated><title type='text'>Egon und die Seepocke</title><content type='html'>Hier die versprochene süße Geschichte. Katja hat sie gemailt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deine lustigen Kreaturen (die Du fotografiert hast) sind Seepocken. Und Seepocken gehören zu den Krebsen. Kannst Du Dir das vorstellen? Ich finde es schwer. Diese Dinger sehen gar nicht lebendig aus, und trotzdem sind sie es. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor einer Woche erst war ich mit einem Wattführer auf dem Ijsselmeer segeln. Eines Tages haben wir Krebse (solche, wie man sie sich vorstellt) gefangen. Wir haben ein Stück Schinken an eine Wäscheklammer geklemmt und sie an einem Band ins Wasser hinuntergelassen. Irgendwann hat sich ein Krebs festgebissen und wir haben ihn hochgezogen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Krebs.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Krebs.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Egon (so haben wir unseren Krebs genannt) hatte leider das Pech, dass sich eine Seepocke genau auf sein Auge festgesetzt hatte. So war er dann nur noch einäugig... ein Piratenkrebs vielleicht ;-)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser Wattführer konnte uns echt einiges über diese Kreaturen erzählen. Ich hab nicht soo viel behalten, aber ein bisschen und das Wissen teile ich gern mit Dir (Darfst es nur nicht als superwissenschaftlich ansehen). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seepocken sind also selber kleine Krebse. Als Larven suchen sie sich einen Ort aus, z.B. den Rücken eines Krebses (oder die Planken, wo Du sie gefunden hast) und setzten sich dort fest. Irgendwie entwickelt sie einen Kalkpanzer und verstecken sich in ihm. Statt Scheren besitzen sie so eine Art Fühler, die sie herausstrecken können, um das Wasser zu filtern und so Nährstoffe aufzunehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir persönlich sind Seepocken unsympatisch. Ich finde sie gemein. Sie setzten sich einfach auf den Rücken eines anderen – ohne zu fragen. Aber vielleicht hatte ich auch nur Mitgefühl mit &lt;br /&gt;Egon, der durch eine Seepocke ein Auge verloren hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wobei ich dabei wahrscheinlich auch zu *menschlich* denke. Für die Seepocke ist es wohl eine Überlebensstrategie, sich hinzusetzten und einzupanzern. Was kümmert sie da das Auge eines Anderen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Egon haben wir übrigens wieder frei gelassen :-)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute also ein Bild von Egon, dem Krebs. Wie findet ihr das Wort “Seepocke”? Ich find’s klasse. Miriam erzählte neulich von Raubmöwen. Auch ein schönes Wort. Es scheint im Zusammenhang mit dem Meer viele gute Wörter zu geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Birgit-Cathrin hat gefragt, was ich unter Cliffhangern genau verstehe. (Nein, ich kriege nicht nur Mails von Frauen.) Cliffhanger setze ich ein, damit sich die Leser abends im Bett sagen: Na gut, noch ein Kapitel. Das funktioniert folgendermaßen. Am Ende eines Kapitels lasse ich den Protagonisten so in eine Schlucht stürzen, daß er sich gerade noch mit drei Fingern an der Kante festhalten kann. Ergo der Name “Cliffhanger”. Da die Leser wissen wollen, wie er da wieder herauskommt, lesen sie weiter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun können die Romanfiguren nicht an jedem Kapitelende über einer Schlucht hängen. Also lasse ich sie etwas entdecken, oder etwas Häßliches sagen, oder in eine Falle tappen. Die Regel ist jedenfalls, (fast) jedes Kapitel spannend aufzuhören. In der Mitte das Kapitels habe ich Zeit für feine Betrachtungen, hintergründige Dialoge und Weisheiten. Am Ende aber muß es zur Sache gehen, und es muß mindestens eine große Frage offen sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Früher haben Romane nicht so funktioniert. Wenn ihr die Klassiker lest, merkt ihr, daß es eher linear zugeht, und ruhig. Heute verwenden wir im Roman eine Technik aus dem Film. Wir brechen die Szene immer dann ab, wenn es am Spannendsten ist, und wenden uns einem anderen Erzählstrang zu. Guckt euch eure Lieblings-Fernsehserie an, da findet ihr das gleiche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine kurze Bemerkung noch zu Egon: Ich freue mich über sein Bild. Schickt mir trotzdem bitte keine weiteren Fotos. Es ist sehr teuer, sie per GRPS herunterzuladen. Das bezahlt alles der Brendow Verlag. Es ist mir lieber, wenn er noch viele schöne Bücher macht, anstatt eine horrende Rechnung für Titus’ Insel-Internetzugang begleichen zu müssen. Also, save the books, don’t send pictures!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115774168850640955?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115774168850640955'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115774168850640955'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/egon-und-die-seepocke.html' title='Egon und die Seepocke'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115766564432845550</id><published>2006-09-07T23:46:00.000+02:00</published><updated>2006-09-07T23:47:24.350+02:00</updated><title type='text'>Wie man einen Roman plant</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Moewenflug.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Moewenflug.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Gunnar Cynybulk, mein Lektor im Aufbau Verlag, hat heute dezent nach dem neuen historischen Roman gefragt, und da ich ihm schon lange ein ausführliches Exposé schulde, habe ich den Tag über am Exposé gefeilt. Einmal in Exposélaune, widme ich gleich diesen Eintrag im Inseltagebuch dem interessanten Thema: Wie konstruiert man eine spannende Romanhandlung?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darüber würde ich am liebsten fünfzig Seiten schreiben. Aber ich lasse jetzt mal Cliffhanger, Suspense, Zeitdruck und so weiter beiseite, und konzentriere mich auf einen einfachen Satz: Things get worse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darf ich das am Beispiel der “Siedler von Vulgata” erklären? (Der Roman erscheint nächste Woche. Ihr müßt mir verzeihen, daß ich dauernd davon rede.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die erste Exposéfassung war mein Vorschlag an Robert Feldhoff vom Perry Rhodan-Team. Sie enthielt zwar die verzweifelte Lovestory zwischen Arrick und Murielle und die Grundzüge der seltsamen Siedlung Vulgata, noch nicht aber den existentiellen Konflikt mit den Galchinen, also den Außerirdischen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seine Antwort war ein ausgefeilteres, umfangreicheres Exposé, das die Außerirdischen hineinbrachte und den Konflikt für die Terraner: Retten wir unsere eigene Haut, oder retten wir die häßlichen Fremden? Es floß das erste Blut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die dritte Fassung habe ich die Galchinen in zwei Lager geteilt und zusätzlich zu allen bestehenden Gefahren noch die Rebellion durch Aschuk hineingebracht, der ohne Rücksicht auf Verluste seine eigenen Pläne verfolgt. Weitere Opfer waren die unabwendbare Folge, unter den Galchinen und den Terranern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man könnte sagen, die Regel lautet: Beginne einfach, und dann verschlechtere mit jedem Überarbeitungsschritt die Lage für deine Protagonisten. Mache es komplizierter für sie, mache es immer unmöglicher, zur rettenden Lösung zu gelangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum das? Weil die Romanleser leiden möchten. Sie wollen von der ersten bis zur letzten Seite um Atem ringen. Dann erst dürfen die Stricke gelockert werden. Möglichst sollte ihnen das zum Schluß einen Seufzer der Erleichterung abringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;That’s all.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was habe ich unternommen, nachdem der Heftroman erschienen war, um einen Roman von Buchlänge daraus zu machen? Ich habe mir die Lage der Protagonisten am Ende des Heftromans angeschaut und überlegt: Was könnte jetzt schiefgehen? Was wäre das größte Desaster?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Klaus Frick hatte die Idee, daß die Galchinen eine Fabrik bauen könnten. Natürlich, sie bringen ihr eigenes technisches Wissen mit. Aber es durfte nicht einfach nur eine Fabrik sein. Ich dachte mir, sie müssen eine Fabrik bauen, und dabei müssen die Leser erfahren, wer die Galchinen wirklich sind. Manche Leser des Heftromans hatten geschrieben: Kann denn das gut gehen, Menschen und diese häßlichen Geschöpfe? Es kann nicht. Es geht nicht. Things get worse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erschreckt es euch, daß das Geschichtenerzählen so einfachen Regeln folgt? Letztenendes ist es kaum anders als das Leben selbst. Jeder von uns kennt das. Wir fällen Entscheidungen, oft schwierige, und arbeiten uns aus komplizierten, mißlichen Lagen wieder heraus. Das geht nicht ohne Schmerzen. Und genau darüber wollen die Romanleser etwas erfahren. Sie wollen die Protagonisten bis ins Herz hinein kennenlernen, indem sie beobachten, wie sie mit den Herausforderungen ihrer Geschichte umgehen. Mitunter können sie dabei etwas für sich lernen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt natürlich auch Lebensphasen ohne komplizierte, mißliche Lagen. Zum Beispiel, wenn man Woche um Woche auf einer wunderschönen Insel verbringen darf, weil man von Außerirdischen und Menschen erzählt hat. Jippiejajeh!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Danke für die vielen, vielen Mails, in denen ihr mir gesagt habt, daß auf dem Foto von gestern Seepocken zu sehen sind. Ich staune, wie viele von euch am Meer aufgewachsen sind. Eine Geschichte hat mir besonders gefallen. Ich erzähle sie euch morgen, ja? (Voilá: ein Cliffhanger.)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115766564432845550?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115766564432845550'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115766564432845550'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/wie-man-einen-roman-plant.html' title='Wie man einen Roman plant'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115757363271719425</id><published>2006-09-06T22:12:00.000+02:00</published><updated>2006-09-06T22:15:27.233+02:00</updated><title type='text'>Ein Fisch mit Giftstacheln</title><content type='html'>Am Ufer stehen hier Schilder: “Caution. Weaver Fish in this area.” Weaver Fish sind 10-15 cm lang, hell, mit schwarzen Punkten, und sie tragen Giftstachel auf dem Rücken, kurz vor der Rückenflosse. Sie vergraben sich bei Ebbe im flachen Wasser im Sand. Wird man von ihnen gestochen, ist es erst unangenehm wie ein Bienenstich, und dann fängt es auf einmal an, höllisch zu schmerzen. Das ist das Gift. Es kommt äußerst selten vor, daß jemand daran stirbt. Trotzdem, um sich eine große Qual zu ersparen, sollte man aufpassen, wo man hintritt. (Toller Ratschlag, wenn der Fisch sich im Sand vergraben hat.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wißt ihr, was gegen das Gift hilft? Heißes Wasser. Man soll den Fuß in einen Eimer mit heißem Wasser stecken, und zwar so heiß, wie man es gerade noch aushält. Das deaktivert das Gift, sagen sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil ich euch keinen Weaver Fish fotografieren konnte, seht ihr statt dessen ein paar lustige Kreaturen. Sie wachsen an den Planken, die hier die Wellen brechen sollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/AmWellenbrecher.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/AmWellenbrecher.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Vergangenes Jahr habe ich die “Chroniken von Narnia” gelesen, in Englisch. Da verführt die Königin Edmund zum Bösen. Wie? Mit Turkish Delight. Habe mich immer gefragt, was das sein soll. Heute entdeckte ich es beim Einkaufen. Es ist teuer. Aus Neugierde habe ich es gekauft. Zuhause habe ich einmal abgebissen, und dann habe ich die ganze Packung weggeschmissen. Brrrks. Die Schokolade außen herum ist ja noch ganz in Ordnung, aber das geleeartige Innere, das wie Marmelade aussieht und wie Nougat schmeckt ... Pui! Das war mir nicht geheuer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nein, böse Königin. Mich kriegst du nicht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115757363271719425?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115757363271719425'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115757363271719425'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/ein-fisch-mit-giftstacheln.html' title='Ein Fisch mit Giftstacheln'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115749376270362742</id><published>2006-09-06T00:01:00.000+02:00</published><updated>2006-09-06T00:04:05.423+02:00</updated><title type='text'>Warum ich ein U-Boot brauche</title><content type='html'>Unser Leben lang sehen wir täglich die Sonne. Irgendwann ist es für uns selbstverständlich, daß da ein glühender Brandherd am Himmel steht. Wir vergessen, woher das Licht kommt, das es uns ermöglicht, Straße und Bäume und Autos und uns selbst zu sehen. Wer denkt noch darüber nach? Wer sieht wirklich den 6.000-Grad-Celsius-Feuerball, um den unser Planet kreist?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei verfügen wir Menschen über eine erstaunliche Fähigkeit. Wir können uns aus uns hinaus denken, an einen beliebigen Punkt, in ein beliebiges Geschöpf hinein. Ich liebe das, wenn ich Romane lese und Romane schreibe. Manchmal hilft es mir, die Sonne wiederzusehen. Ich versetze mich in ein Lebewesen hinein wie Arrick in “Die Siedler von Vulgata”. Er befindet sich 5.197 Lichtjahre von der Erde entfernt auf dem Planeten Vanderbeyten, er hat nie die Erde oder die Sonne oder den Mond gesehen, nur davon erzählen gehört, und er fragt sich, wie es auf Terra wohl aussieht, auf dem Planeten, der für ihn kaum mehr als eine Legende ist, dem Planeten, von dem seine Vorfahren kamen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In diesem Moment bin ich außerhalb, in diesem Moment sehe ich nicht meinen Notebook, den Tisch oder das Wasserglas neben mir. Ich sehe das Universum. Ich sehe Galaxien, Sternennebel, Feuerbälle, Planeten. Ich sehe die Erde von außen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kürzlich las ich “Die Falter” und “Die Weber” von China Mièville. Ich würde sagen: eine Kreuzung aus Horror und SF. Oder mindestens Thriller und SF. Der Reiz für mich? Die Welt aus den Facettenaugen eines Insektenwesens zu sehen, das sich ausschließlich durch Fühlerzeichen und Duftsignale verständigt. Die Welt aus den Augen eines Wesens zu sehen, das Wasser formen kann. “Draußen” zu sein, und dann über mich selbst zu staunen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist nicht selbstverständlich, daß wir so sind, wie wir sind. Daß wir Toastbrot mit Marmelade essen, und daß unser Körper daraus Hautzellen bildet, Knochen, Wimpern. Es ist nicht selbstverständlich, daß sich unsere Wunden nach ein paar Stunden schließen. Wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es auch erstaunlich, daß wir tanzen können. Was passiert dabei in unserem Körper, in den Ohren, im Gehirn, mit Muskelsträngen, Sehnen, Nerven?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Mann flog gestern mit einem kleinen Flugzeug über die Isle of Wight. Plötzlich ging der Motor aus. Er mußte notlanden. Viel Zeit zum Entscheiden blieb ihm nicht. Er hat sich den Strand nahe bei meinem Häuschen ausgesucht, und hat seine Maschine im flachen Meerwasser runtergebracht. Leute, die Ahnung vom Fliegen haben, sprechen jetzt voller Hochachtung von ihm. Es heißt, die Landung war eine Meisterleistung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir bauen Flugmaschinen. Wir bringen sie in die Luft. Wir bringen sie wieder herunter. Schon mal darüber nachgedacht? Da sitzen wir kleinen Zweibeiner in Maschinen, die uns wie Zwerge erscheinen lassen, und jagen hinauf in den Himmel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich am Meer entlanglaufe wie heute, bleibe ich immer wieder stehen und sehe mir die Sachen an, die es an Land gespült hat. Giftgrüne Blätter und rote, geschwungene. Rosa Schneckenhäuser. Schwarze Muscheln, die innen wie Perlmutt glänzen. Oder Pflanzen wie diese. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Seepflanze.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Seepflanze.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Seht ihr die feinen weißen Tentakel, die sie wie Fühler ausstreckt? Sie sind zart, als könnte eine Berührung sie zerstören.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Meer kann man als Landschaftsform betrachten. Meinetwegen, da ist die Sonne. Meinetwegen, da ist das Meer. Aber man kann es auch als Wellenoberfläche sehen, unter der sich eine Welt verbirgt, die wir zum Großteil noch überhaupt nicht verstehen. Als ich heute die Pflanzen gesehen habe, die von den Wellen an seinen Rand gebracht wurden, ist mir bewußt geworden, daß ich vom Meer keinen blassen Schimmer habe. Kann mir jemand von euch ein U-Boot leihen?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115749376270362742?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115749376270362742'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115749376270362742'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/warum-ich-ein-u-boot-brauche.html' title='Warum ich ein U-Boot brauche'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115740480567653894</id><published>2006-09-04T23:19:00.000+02:00</published><updated>2006-09-04T23:20:05.713+02:00</updated><title type='text'>Polly</title><content type='html'>Ich darf im Bus nicht lesen. Schon gar nicht mit Fish &amp; Chips im Bauch. Aber T.C. Boyles Roman “Talk Talk” hat mich gegen alle Vernunft handeln lassen. Der Bus ist durch die schmalen, kurvenreichen Straßen der Insel gebrettert, bei jeder Kurve dachte ich, er kippt um, und trotzdem habe ich T.C. Boyle gelesen, und jetzt ist mir schlecht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Newport haben sich gleich beide Buchhandelsketten niedergelassen: Ottakar’s und MWSmith. Bei MWSmith bin ich fündig geworden. Ich habe zwei Stunden in der Buchhandlung zugebracht. Das Personal hatte mich gut im Blick. Dabei habe ich nur einen Roman in die Fantasy-Abteilung gebracht, der fälschlicherweise bei den Biographien einsortiert war. Als ich so ziemlich alle Bücher durchgesehen hatte, haben sie mir T.C. Boyle aber sehr freundlich für den halben Preis gegeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war in der Stadt mit ein paar Leuten verabredet, pünktlich um sieben stand ich vor dem Haus und habe geklingelt. Niemand hat aufgemacht. Leider stand kein Name am Haus. Wahrscheinlich hatte ich die falsche Adresse, und was macht man, wenn man zwar ein Handy, aber nur die Telefonnummer 405995 hat, das kann ja nicht funktionieren, ohne irgendwelche Vorwahlen, und überhaupt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man verabredet war und niemand zu Hause ist und man ist in einer fremden Stadt, fühlt man sich plötzlich sehr allein. Ich bin hier überhaupt nicht einsam, aber in diesem Moment war ich etwas verloren, und es kam mir vor, als würden mich alle Leute für einen komischen Kauz halten und sofort sehen, daß ich nicht hierher gehöre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Glücklicherweise hatte ich auf dem Weg zur verabredeten Adresse McDonald’s entdeckt – jawohl, McDonald’s auf der Isle of Wight. Da bin ich hingegangen, habe einen McFlurry bestellt. Mehr hat nach den sehr reichhaltigen Fish &amp; Chips nicht reingepaßt. Ich saß da, habe gelesen, und dachte: Die halten mich für daneben. Wie sieht das aus? Ein Typ sitzt da mit einem McFlurry im McDonald’s und liest. Das paßt wohl eher zu Starbucks.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus dem Augenwinkel sah ich, daß man um mich herum schon die Stühle hochstellte. Ich finde das sehr unhöflich, wenn noch Gäste da sind. Außerdem war es erst halb acht. Dann aber entdeckte ich am anderen Ende des Raumes einen jungen Mann, der einen dicken Roman las, und einen McFlurry aß. Das war so surreal, so verblüffend, daß ich nicht anders konnte, als zu lächeln. Er hat sich von den Angestellten nicht stören lassen, die da die Stühle hochstellten. Also habe ich auch einfach weitergelesen. Da saßen wir, aßen unser Eis, und lasen. Schön. Ich war wieder mit der Welt versöhnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bin zur Bushaltestelle geschlendert. Ein blinder Mann kam die Straße hinunter und rief immer wieder laut: “Polly! Hea Polly!” Da war aber keine Polly. Dann kam mein Bus, und ich habe gelesen auf der Fahrt, und jetzt ist mir schlecht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kennt ihr das? Tage, die eigentlich ganz normal waren, die einem aber so vorkommen, als hätte man sie geträumt? Der Höhepunkt war es, zu klingeln, und es machte keiner auf. Man schämt sich für die Klingel, als hätte man mitten auf der Straße “Polly!” gerufen, ohne daß eine Polly in der Nähe ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Rasieren.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 225px;" src="http://www.titusmueller.de/Rasieren.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Morgen finde ich die Vorwahl heraus und frage nach, wo alle waren. Hoffentlich nicht im Nachbarhaus. Das wäre einfach zu verrückt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115740480567653894?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115740480567653894'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115740480567653894'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/polly.html' title='Polly'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115732057475509002</id><published>2006-09-03T23:55:00.000+02:00</published><updated>2007-01-21T10:45:25.043+01:00</updated><title type='text'>Mein Gehirn ist ineffektiv</title><content type='html'>Bin heute ein Stück die Küste entlang gewandert. Es gibt viele Kaninchen oben auf den Felsen, und wilde Brombeerbüsche überall. Die Brombeeren sind reif. Niemand pflückt sie, sie sind einfach da und hängen schwarz und schmackhaft in der Sonne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Steilkueste.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Steilkueste.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Ich ertappe mich oft dabei, auf Englisch zu denken. Wie kommt das? Als ich Fünfzehn war, haben wir als Familie eine Zeit lang in den USA gelebt. Damals hat es ein Jahr gedauert, bis ich auf Englisch geträumt und gedacht habe. Warum so schnell diesmal? Ich glaube, es liegt daran, daß ich kein deutsches Wort höre, keine Eltern, keine Brüder hier sind, die Deutsch mit mir reden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist ineffektiv, daß mein Gehirn auf Englisch umschaltet. Ich weiß so wenige Wörter, verglichen mit dem Deutschen! Wenn ich mich mit Leuten unterhalte, bleibe ich dauernd hängen oder muß um fehlende Begriffe herumschiffen. Aber das Gehirn sucht sich offenbar nicht die Sprache aus, die man besser kann, sondern die, die man am meisten hört. Es ahmt sogar den Dialekt der Leute nach, den ich hier oft höre. Ob das meine Gedanken behindert, wenn Wörter fehlen? Denke ich dadurch umständlicher, habe ich ein Denk-Handicap?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie denkt jemand, der gar nicht sprechen kann? Ich entsinne mich dunkel, daß wir das im Studium behandelt haben in einem Linguistik-Seminar. Hätte ich besser aufgepaßt, dann wüßte ich es jetzt. Liebe Studentinnen, liebe Studenten – paßt auf! Wenn ihr mal auf einer Insel seid, seid ihr froh über alles, an das ihr euch erinnert. McGyver erinnert sich immer. Er hat gut aufgepaßt. (Nein, die BBC bringt keine McGyver-Folgen. Das ist nur ein Stück Kindheitserinnerung, das mein Gehirn ausgegraben hat, statt das Linguistik-Seminar zu finden.)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115732057475509002?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115732057475509002'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115732057475509002'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/mein-gehirn-ist-ineffektiv.html' title='Mein Gehirn ist ineffektiv'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115722824881765710</id><published>2006-09-02T22:15:00.000+02:00</published><updated>2006-09-03T23:54:37.653+02:00</updated><title type='text'>12. Tag – Sturm</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Sturm.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Sturm.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Ein Sturm fegt über die Insel hinweg. Der Himmel ist dunkel. Der Wind zerrt an den Bäumen. Am Ufer sprüht einem Gischt ins Gesicht. Das Meer schäumt, es reißt Wogen um, es wirft Wassermengen zusammen, es tost und tobt und donnert. Wellenkämme kippen, weißer, quirliger Schaum schwappt herunter. Kräfte prallen gegeneinander. Hohe, weiße Fontänen stoßen am Pier in die Höhe. Schaummuster zeichnen das Meer, es drängt zum Ufer hin wie eine angreifende Macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bin schwer beeindruckt von dir, Meer. Mir gefällt der Sturm.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115722824881765710?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115722824881765710'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115722824881765710'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/12-tag-sturm.html' title='12. Tag – Sturm'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115714132471138668</id><published>2006-09-01T22:07:00.000+02:00</published><updated>2006-09-01T22:08:44.730+02:00</updated><title type='text'>Was eine Barbiepuppe wiegt</title><content type='html'>Wenn man eine Geschichte schreibt, die weit in der Zukunft angesiedelt ist, muß man sich fragen: Was ist aus der Ausgangslage 2006 geworden über die Jahrhunderte? Wie hat sich das, was ich kenne, weiterentwickelt? Rückwärts betrachtet, ist diese Frage leichter zu beantworten. Es ist erstaunlich, wieviele Kleinigkeiten wir aus dem Mittelalter übernommen haben. Bei einfachen Gesten angefangen. Ein Beispiel:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn meine Quellen recht haben, stammt unser Victory-Zeichen (Zeigefinger und Mittelfinger zu spreizen) von den englischen Langbogenschützen. Im Hundertjährigen Krieg waren sie die gefährlichste Einheit im Krieg, und wenn es gelang, einen von ihnen gefangenzusetzen, hat man ihm Zeigefinger und Mittelfinger abgehackt. Damit war er unschädlich gemacht, weil er nie wieder einen Pfeil schießen würde. Gewann die Seite der Langbogenschützen eine Schlacht, dann war es das Siegeszeichen der Bogenschützen, dem fliehenden Gegner Zeigefinger und Mittelfinger zu präsentieren: Sie sind noch dran! Ihr habt mich nicht gekriegt! Ob es auch eine Rolle gespielt hat, daß die Finger ein “V” bilden wie im Wort “Victory”, weiß ich nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jedenfalls pflegen wir die Geste noch heute, und halten sie für äußerst modern. Andererseits haben wir auch Gewohnheiten, die ein Mensch schon nicht verstehen würde, wenn er nur hundert Jahre zuvor gelebt hat. Für eine Sciencefiction-Geschichte finde ich es reizvoll, beides zu mischen, also Relikte aus weiter Vergangenheit neben Neues zu stellen. Das bringt ein Gefühl von Weite in die Geschichte, das wir im Alltag vermissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jeder, der sich ein wenig mit der Weltgeschichte auskennt, wird bestätigen, daß es sowohl Entwicklungen nach vorn gibt, als auch Rückentwicklungen. Für die “Siedler von Vulgata” habe ich eine christliche Sekte zum Ausgangspunkt genommen und sie für lange Zeit von allen äußeren Einflüssen getrennt. Dahingestellt, ob sie sich technologisch weiterentwickelt oder Rückschritte gemacht hat – das könnt ihr im Roman selbst herausfinden –, interessant war für mich vor allem die Frage: Was passiert mit dem Glauben? Auf welcher Grundlage wird er gepflegt? Welche Rituale, welche Glaubenshandlungen entstehen oder werden bewahrt? Kommt man vom Weg ab?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein eigener Alltag hat mir Hinweise darauf gegeben, was mit dem Glauben an Gott passiert, wenn man ihn viele Jahrhunderte lang sich selbst überläßt. So leicht passiert es schon nach ein paar Wochen, daß es mir nur noch darum geht, bestimmte Dinge nicht zu tun und andere wiederum als meine Pflicht zu betrachten. Dabei gerät das Lebewesen, Gott, in den Hintergrund für mich. Sehr, sehr schade. (Ein Phänomen, das für uns Menschen typisch zu sein scheint, wenn ich mir die Kirchengeschichte anschaue.) Es hilft nur, sich immer wieder aufzubäumen. “He, Gott, bist du da?” – wenn ich das ein paar Tage nicht gesagt habe, erstarre ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den Terranern in jener fernen Siedlung Vulgata treibe ich das Ganze auf die Spitze. Sie tun Dinge, ohne überhaupt noch zu wissen, warum. Sie verehren einen Gott, den sie nicht mehr kennen. Und dann tauchen plötzlich Außerirdische auf, die sie vor eine schwierige Entscheidung stellen. Ihre brüchigen Traditionen geben keine Hilfe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Foto finde ich neckisch. Es ist ein Friseur hier in meinem kleinen Inselörtchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/HeavenAppointments.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 225px;" src="http://www.titusmueller.de/HeavenAppointments.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Heute, beim Einkaufen fürs Wochenende, stand ich beim Obst. Da kam ein kleines Mädchen angelaufen, stellte sich auf die Zehenspitzen, und legte ihre Barbiepuppe in die eiserne Waagschale. Sie wollte wissen, was ihre Barbie wiegt. Warum nicht? Warum bitteschön darf man eine Barbiepuppe nicht in die Obstwaage legen? Alles festgefahrene Traditionen, ich sag’s euch ...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115714132471138668?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115714132471138668'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115714132471138668'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/09/was-eine-barbiepuppe-wiegt.html' title='Was eine Barbiepuppe wiegt'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115705942300605582</id><published>2006-08-31T23:20:00.000+02:00</published><updated>2006-08-31T23:23:43.020+02:00</updated><title type='text'>Sie sind erkältet</title><content type='html'>Warmes Wetter. Eine traumhafte Insel. Möwen, Sand, Hügel, Freiheit. Und ich? Ich habe mich ernsthaft erkältet. Wie geht das? Wie kann das sein?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es liegt nicht am Schwimmen im Meer, auch wenn das Wasser saukalt war. Ich glaube, ich habe die Erkältung schon mitgebracht. Ist ja oft so, daß der Körper eine Invasion erst dann niederkämpft, wenn man sich entspannt und ihm signalisiert: Jetzt darfst du. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gut, daß sie meinen Computer am Flughafen nur auf Gasrückstände untersucht haben. Stellt euch das mal vor: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;“Sie sind erkältet.” &lt;br /&gt;“Aber ich merke gar nichts!”&lt;br /&gt;“Sie sind erkältet und dürfen nicht einreisen. So sind die Bestimmungen.”&lt;br /&gt;“Sind Sie denn nie krank?”&lt;br /&gt;“Wenn ich krank bin, bleibe ich zu Hause.”&lt;br /&gt;“Bei so einer Reise bleibt man nicht einfach zu Hause.”&lt;br /&gt;“Ich diskutiere nicht mit Ihnen. Wir schützen das Volk Großbritanniens. Keine Kranken – so sind die Regeln. Treten Sie zurück. Und halten Sie sich von den anderen Passagieren fern. Der Nächste!”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber man hat ja zu mir gesagt: “Alles sauber.” Also doch das Meer? Nein! Nein! Nein!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Haus1.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 225px;" src="http://www.titusmueller.de/Haus1.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;(Habe heute den ganzen Tag in meinem netten Häuschen verbracht. Siehe Bild.)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115705942300605582?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115705942300605582'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115705942300605582'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/08/sie-sind-erkltet.html' title='Sie sind erkältet'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115698111121993784</id><published>2006-08-31T01:37:00.000+02:00</published><updated>2006-08-31T01:38:31.233+02:00</updated><title type='text'>Sandown spielt verrückt</title><content type='html'>Eigentlich wollte ich nur nochmal kurz ans Meer gehen. Am Strand habe ich mit Schritten ausgemessen, wie weit sich das Wasser zurückgezogen hat wegen der Ebbe: ganze 50 Meter! Seltsam war nur die laute Musik. Trommeln, Salsa-Rhythmen. Und das in meinem kleinen Örtchen Sandown? Überhaupt, was machten die vielen Leute auf der Straße?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es wurden immer mehr. Und die Musik wurde auch immer lauter. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Karneval.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 225px;" src="http://www.titusmueller.de/Karneval.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Heute hat Sandown verrückt gespielt. Oder, um es zivilisiert auszudrücken: Der Ort hat Karneval gespielt. Hätte ich den Corkheads gar nicht zugetraut. Sie haben sich angemalt und verkleidet, haben getanzt, gepfiffen und gejohlt. Erstaunlich viele Kinder haben mitgemacht. Neben verrückten Federhüten besonders beliebt: Prinzessinnenkostüme. Ob das damit zusammenhängt, daß England eine Königin hat?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115698111121993784?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115698111121993784'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115698111121993784'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/08/sandown-spielt-verrckt.html' title='Sandown spielt verrückt'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115689003995276381</id><published>2006-08-30T00:18:00.000+02:00</published><updated>2006-08-30T00:20:39.966+02:00</updated><title type='text'>Als würde man sich in einen Film teleportieren</title><content type='html'>Heute zu Besuch an meiner Küste: ein Kriegsschiff.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Kriegsschiff.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Kriegsschiff.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Wie ist das mit Krieg und Mord und Grausamkeit in Geschichten? Ich habe eine sehr üble Szene vor mir in meinem neuen Roman. Ich fürchte mich davor, sie zu schreiben. Bin gar nicht in der Stimmung dafür, ich will mich da nicht hineinfühlen und will die Details nicht sehen müssen, um sie dann zu beschreiben. Andererseits befinde ich mich im fünften Kapitel und muß so langsam zeigen, daß der Antagonist nicht so nett ist, wie er scheint.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den Galchinen war das auch der Fall in “Die Siedler von Vulgata”. Man ahnt es schon im ersten Teil. Im zweiten Teil bricht es aus wie eine tödliche Krankheit. Diese Lebewesen folgen nur einem Gesetz: “Survival of the fittest”. Ich treibe bei ihnen Darwins Grundsatz auf die Spitze und zeige eine Sozialgemeinschaft, die sich völlig daran ausrichtet. Aschuk hat recht, als er sagt, die Galchinen seien Räuber, Jäger. Das sind sie, und wie ein Raubtier von der Herde das schwächste Tier absondert, um es zu töten, so ist ihr Umgang miteinander, von klein auf. Die Frage, die ich im Roman stelle, ist: Was ist das stärkere Gesetz? Man könnte sagen: “Survival of the fittest” vs. “Love your enemies”.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leider war die Antwort nicht leicht zu geben. Manchmal schmerzt es regelrecht, das Erzählen einer Geschichte. Es ist, als würde man sich in einen Film teleportieren und ihn erleben. Nicht jede Szene ist ein Vergnügen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115689003995276381?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115689003995276381'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115689003995276381'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/08/als-wrde-man-sich-in-einen-film.html' title='Als würde man sich in einen Film teleportieren'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115680123113895448</id><published>2006-08-28T23:39:00.000+02:00</published><updated>2006-08-28T23:40:31.156+02:00</updated><title type='text'>T.C. Boyle</title><content type='html'>Ich bin gefragt worden, ob ich in der Jury für den “Being Boyle Kurzgeschichtenwettbewerb” von tcboyle.de mitmache. Da dachte ich, es sei eine gute Idee, sich endlich mal in T.C. Boyle einzulesen. Bin mit dem Bus nach Newport gefahren – eine kleine Stadt auf der Insel. Dort gibt es eine Filiale von Ottakar’s. Ottakar’s ist das britische Thalia. Aber welche Enttäuschung! Sie hatten keinen einzigen Roman von T.C. Boyle da. Gestaunt habe ich allerdings über die vielen Historischen Romane. Ich dachte, Deutschland sei das Paradies für dieses Genre. Freut mich, daß es auch in England seine Fans hat!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seltsam war es übrigens, während des Stöberns im Buchladen von draußen Möwenkreischen zu hören, die ganze Zeit, Möwen, Möwen. Sie wollten mich nicht vergessen lassen, wo ich bin. Ist ja auch gut so.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Bookstore.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Bookstore.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Rückweg habe ich einen kleinen Jungen gesehen, der an einer Straßenkreuzung wie wild den Kopf schüttelte. Wir haben das früher gemacht, damit uns schwindlig wurde, und um zu sehen, wie alles verschwimmt. Er aber rief voller Begeisterung: “Mama, guck mal, wie schnell ich nach den Autos gucke!” Von links nichts, von rechts nichts, von links, von rechts, links, rechts, rinks, lechts, lrinks, blllllllllll ... Alles frei, wir können gehen!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115680123113895448?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115680123113895448'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115680123113895448'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/08/tc-boyle.html' title='T.C. Boyle'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115671070407674059</id><published>2006-08-27T22:30:00.000+02:00</published><updated>2007-01-21T10:47:18.186+01:00</updated><title type='text'>Möwenjagd</title><content type='html'>Ich kenne Möwen als aufdringliche Vögel. Wirft man einer Möwe ein Stück Brot zu – sie schnappen es ja so schön in der Luft auf –, dann ist der Badetag gelaufen. Binnen kürzester Zeit ist man umschwärmt, umkreischt, belagert von weißen Vögeln, und es bleibt nichts, als die Handtücher zusammenzulegen und zu gehen. So habe ich das bisher erlebt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Moewe.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Moewe.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Hier ist es anders. Die Möwen sind scheu. Ich wollte eine fotografieren, aber immer, wenn ich mich annäherte, trippelte sie weg und flog davon. Nächste Möwe. Nächste Möwe. Bis die Speicherkarte voll war. Da plötzlich wurde eine neugierig und kam näher. Toll. Ich merke mir fürs nächste Mal: Eine Weile in ihrer Umgebung herumstehen, dann fassen sie Vertrauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In keinem meiner Romane spielen Vögel eine so große Rolle wie in “Die Siedler von Vulgata”. Wie bin ich darauf gekommen? Eine alte Frau in meinem Dorf besitzt einen Kakadu. Dieser Vogel hat mich beeindruckt mit seinen Flügelstreckübungen, seinen dumpfen Augen und dem erstaunlich klugen Verhalten (der Widerspruch ist das Verblüffende!). So kam es zum Schakrakei. Daß der Vogel im zweiten, neuen Teil des Romans entscheidend zum Zuge kommt, liegt an einer Leserin. Frauke schrieb mir damals, ihr habe der Vogel am allerbesten gefallen am Roman. Das konnte ich kaum glauben. Im selben Moment kam mir eine Idee wie ein Elektroschock. Und die habe ich umgesetzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soviel zur Wirkung von Leserbriefen. Beim “Kalligraphen” war es nicht anders. Ein Freund, dem ich das zur Hälfte fertige Manuskript zu lesen gab, sagte damals: “Ich bin gespannt, was hinter diesem seltsamen Wolfsjäger steckt.” Er sollte eigentlich in der Geschichte nie wieder auftauchen. Ich sagte: “Du wirst schon sehen.” So wurde aus dem Wolfsjäger eine wichtige Figur.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115671070407674059?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115671070407674059'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115671070407674059'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/08/mwenjagd.html' title='Möwenjagd'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115662266003752565</id><published>2006-08-26T22:03:00.000+02:00</published><updated>2006-08-26T22:04:20.056+02:00</updated><title type='text'>Yahoo im Gottesdienst</title><content type='html'>Wo führt man die interessantesten Gespräche? Im Gottesdienst. (Und danach.) Habe heute einen Programmierer aus London kennengelernt, der bei Yahoo arbeitet und für dieses Wochenende auf die Insel gekommen ist. Es ist eine böse Frage, aber ich mußte einfach wissen, was er von Google hält. Er sagte: “Wenn ich nicht für Yahoo arbeiten würde, würde ich Google verwenden. Allerdings ist Yahoo mit seiner Technologie inzwischen nah dran an Google, bei Blind-Tests können die Leute die Suchergebnisse kaum noch unterscheiden.” Das muß ich unbedingt nachprüfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man hat mir erklärt, wie die “Eingeborenen” heißen, also Leute, die auf der Isle of Wight zur Welt gekommen sind. Man nennt sie: Corkheads. Weil sie aus dem Wasser wieder hochschnellen, wenn man sie untertaucht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu meiner Ehrenrettung muß ich sagen, daß ich im Gottesdienst nicht nur Suchmaschinen und Corkheads im Kopf hatte. Es wurde gebetet, was ich immer sehr gern mache – Gespräche mit dem faszinierendsten Außerirdischen, den man sich denken kann! Gott könnte mal ein Weblog führen. Das würde ich gerne lesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem wurden schöne Lieder gesungen. Nur, daß ich die wenigsten davon kannte. Und daß ich sie begleiten sollte, weil plötzlich die Pianistin fehlte. Die schlimmsten Schrecksekunden hatte ich am Klavier, als ein Lied angesagt wurde, das vier “Bs” hatte. Falls euch das was sagt. Ich habe in der ersten Strophe nur mit der Melodie angefangen, in der zweiten ab und zu eine zweite Stimme dazu gespielt, und erst in der vierten Strophe war der ganze Satz da. Urghs. Auch eine Art, neue Lieder einzuüben. Aber wie gesagt, die Leute waren superlieb. Sie haben fröhlich die Lieder geschmettert, ob sich der Fremde am Klavier nun einen abgebrochen hat oder nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bin am Meer entlanggelaufen, bis ich nicht mehr weiterkam, weil das Meer an die Steilküste herangespült hat. Okay, es war noch ein Meter Steingeröll da. Aber ich hatte Angst, nicht wieder  zurückzukommen, falls die Flut das Geröll überspült. Da gibt es nämlich mehr Gefahren, als ich gedacht habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Katrin hat mich gewarnt, daß sich Senken und Priele (was’n das?) bei Flut als erstes füllen, und daß vor allem von Letzteren für Schwimmer eine große Gefahr ausgeht wegen starker Strömung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eva Maria aus Dänemark, die dort nahe am Meer lebt, schrieb: “Wenn das Wasser steigt, gibt es immer eine starke Unterströmung, und wenn du dich dann im Wasser aufhältst, musst du dich von den Wellen tragen lassen, mit ihnen (oben) schwimmen, damit sie dich – obwohl sie ins Land rollen – nicht raustragen. So einfach ist das. Hier ertrinken leider jeden Sommer viele Touristen, die die Kraft des Wassers unterschätzen.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So einfach ist das? Und trotzdem ertrinken viele Touristen. Soso. Hilfe!!! Ich will nicht ertrinken! Aber ich habe einen Trick erfunden, den ihr Meererfahrenen noch nicht kennt. Ich schwimme nur dann weiter raus, wenn es Boote in Rufweite gibt. Gut?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Blumenhaus.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Blumenhaus.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Zum Bild des Tages: Dieser Inselbewohner mag Blumen. (Und er hat sich sicher gefragt, was der Typ will, der da Fotos von seinem Haus macht. Schwupps, sind sie im Internet. Hehehe. Google und Yahoo, bitte spidern!)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115662266003752565?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115662266003752565'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115662266003752565'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/08/yahoo-im-gottesdienst.html' title='Yahoo im Gottesdienst'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115653280267818071</id><published>2006-08-25T21:05:00.000+02:00</published><updated>2006-08-25T21:24:06.816+02:00</updated><title type='text'>Der Mond</title><content type='html'>Das wird mir fehlen: Ich sitze in meinem Häuschen und schreibe am neuen Roman, und wenn ich nicht mehr weiter weiß, gehe ich runter ans Ufer und schaue zehn Minuten auf das Meer. Ihr glaubt gar nicht, wie gut das tut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Herzlichen Dank an Anja Brielmann für die gute Erklärung, was Ebbe und Flut angeht. Sie schrieb, möglicherweise habe zwar alles noch nach Flut ausgesehen, das Meer sei aber bereits auf dem Rückzug gewesen. Natürlich! Das ist die Lösung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Mond.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Mond.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Übrigens wieder so ein Fall, wo mir ein Schaudern über den Rücken läuft. Daß hier das Meer für einige Stunden den Strand hinaufspült und sich dann über Stunden wieder viele Meter zurückzieht, liegt am Mond. Ich finde das irre. Der Mond zieht das Meer? Er saugt es an mit seiner Masse? Wieviel Kraft muß das sein, die ein ganzes Meer bewegt!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115653280267818071?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115653280267818071'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115653280267818071'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/08/der-mond.html' title='Der Mond'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115644367232329467</id><published>2006-08-24T20:09:00.000+02:00</published><updated>2006-08-24T20:33:41.643+02:00</updated><title type='text'>Der Heldentod</title><content type='html'>Die Figur, die mir aus den “Siedlern von Vulgata” im Gedächtnis geblieben ist, ist nicht Arrick, nicht Kantur Gotha – es ist überhaupt kein Mensch. Erstaunlicherweise fühle ich mich am meisten mit Rhyt verbunden. Dieser Galchine spielt eine entscheidende Rolle in der Hardcover-Ausgabe der “Siedler von Vulgata”. (Wer den Perry-Rhodan-Heftroman gelesen hat, kann den ersten Teil des Hardcovers überspringen und landet direkt bei Rhyt.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum Rhyt? Ich glaube, ich habe eine Vorliebe für Figuren, die zu Beginn schwach sind. Rhyt ist unter den Galchinen das schwächste Geschöpf. Er war für die Reinigung des Raumschiffs zuständig, wird herumgestoßen, beleidigt, verachtet. Zu Beginn des zweiten Romanteils nimmt er sich vor, wenigstens am Ende seines Lebens ein Zeichen der Stärke zu setzen. Er will einen Heldentod sterben. Auf dem Weg zum vermeintlichen Heldentod setzt er eine Kette von Ereignissen in Gang, an deren Ende er selbst sich verändert hat – und mehr leistet, als er jemals gedacht hätte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ähnlich ist es mit dem Historischen Roman, den ich gerade schreibe. Die Hauptfigur hat zu Beginn nicht einmal einen richtigen Namen. Sie besitzt nichts. Sie hat wenige Freunde und viele Feinde. Am Ende steht hier keine Heldentat, sondern wahre Liebe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was steckt dahinter? Warum schreibe ich so etwas? Fühle ich mich selbst als Verlierer? Manchmal schon. Auf jeden Fall möchte ich gern über mich selbst hinauswachsen wie meine Romanfiguren ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man merkt übrigens, daß ich normalerweise nicht an der Küste lebe. Ich war heute schwimmen im Meer. Es war eindeutig Flut, denn da, wo ich gestern noch spazierengegangen bin, wogte nun das Wasser. (Siehe Bild: Alles, was Land ist, war jetzt überflutet.) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Pier.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px;" src="http://www.titusmueller.de/Pier.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Bei Flut müßte man doch beim Schwimmen eher an Land gespült werden, oder? Dachte ich zumindest. Bis ich im Wasser war. Rauszuschwimmen ging sehr leicht. Aber beim Weg zurück kam ich kaum von der Stelle. Kann mir das einer erklären?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115644367232329467?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115644367232329467'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115644367232329467'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/08/der-heldentod.html' title='Der Heldentod'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115635863555492687</id><published>2006-08-23T20:26:00.000+02:00</published><updated>2006-08-23T21:38:44.750+02:00</updated><title type='text'>Der Reiz von Sciencefiction</title><content type='html'>Darf ich euch einen seltsamen Gedanken erzählen? Er hat mit den “Siedlern von Vulgata” zu tun, die mich überhaupt hierher auf die Insel gebracht haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da fährt, fliegt, schippert man in eine fremde Welt, weit weg. Man sieht englische Straßen, auf denen die Autos auf der falschen Seite fahren. Man sieht Leute in Arbeitskleidung: blauen Overalls, beklecksten, weißen Maler-Latzhosen, Polizeiuniform. Man sieht Eltern mit ihren Kindern schimpfen, sieht einen alten Mann den ebenso alten Nachbarn grüßen, erlebt einen müden Kassierer im Lebensmittelgeschäft. Und plötzlich erwischt es einen: Der Gedanke, daß hier jeden Tag eine eigene Welt abgelaufen ist, während man zu Hause in der seinen steckte. Daß für die Engländer die klobigen Ein-Pfund-Münzen ganz normal sind. Daß sie nicht dauernd einen Unfall erwarten, wenn ein Auto rechts überholt. Daß sie hier Alltag haben. Einen Inselalltag, an den ich nie gedacht habe, und der trotzdem da war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was, wenn es im Weltall weitere solcher Alltagswelten gibt? Ich sitze in meinem Zimmer und verzweifle über einer Romanseite, während sich ein paar Hundert Lichtjahre entfernt ein Wesen von der Größe eines Wolkenkratzers vor einem anderen Wesen verbeugt. Ich gieße meine Zimmerpflanzen, während ein Geschöpf auf einem fernen Planeten eine tausendstimmige, fremdartig-schöne Symphonie singt und pfeift und dudelt, mit Organen, an die ich nie denken würde. Ich stehe bei Aldi in der Schlange, während andernorts ein Außerirdischer eine neue Pflanzenart erschafft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das, finde ich, ist der Reiz von Sciencefiction. Man erweitert für einige Stunden seine Horizont. Auf die Dauer ist das nicht aufrechtzuerhalten, weil uns die kleinen Probleme des Alltags zwingen, unseren Blick wieder zu Boden zu richten. Aber solange ich eine Geschichte betrachte, die den Sinn auf fremde Welten richtet, wachse ich über mein beschränktes Denken hinaus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Galchinen, die Außerirdischen-Rasse, von der ich in den “Siedlern von Vulgata” erzähle, hat ihre eigenen Verhaltensgebote, ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Vorlieben und Irrtümer. Während man sie mit Neugier und Schrecken betrachtet, werden einem vielleicht die persönlichen Denkweisen suspekt. Was versteinert war, bröckelt; was unveränderlich schien, könnte doch noch einmal überdacht werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Engländer sind keine Aliens, schon klar. Aber glaubt mir, hier ist so vieles so anders, daß ich nur staunen kann, daß es für die Menschen das Normale darstellt. Butter schmeckt immer salzig. Die Türklinken in meinem Haus sind auf Kniehöhe angebracht (fast). Straßenschilder bitten die Autofahrer: “Reduce your speed here”, ohne anzugeben, ob um eine Stundenmeile oder um zehn. Polizisten haben Reiterkappen auf. Und im Zug sagt der Schaffner “Sir” zu mir.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nebenbei: Das Foto zeigt, was ich sehe, wenn ich von meiner Haustür ein kleines Stück bergab laufe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/2285/717/1600/Insel.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/2285/717/320/Insel.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115635863555492687?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115635863555492687'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115635863555492687'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/08/der-reiz-von-sciencefiction.html' title='Der Reiz von Sciencefiction'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115627002321762901</id><published>2006-08-22T20:04:00.000+02:00</published><updated>2006-08-22T20:07:03.240+02:00</updated><title type='text'>Sehe ich gefährlich aus?</title><content type='html'>Sehe ich gefährlich aus? Vielleicht zu bewußt ungefährlich, wie einer, der “unschuldig” pfeift. Die Sicherheitsleute am Flughafen Berlin-Tegel jedenfalls haben mich gleich mal rausgefischt. “Lassen Sie die Sachen ruhig da, hier sind genug Leute, die darauf aufpassen”, sagte eine Beamtin mit Blick auf ihre vielen Kollegen. Und: “Folgen Sie mir.” &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ging in einen kleinen Seitenraum. Mein Notebook wurde mit einer seltsamen Maschine bearbeitet, einer Mischung aus Staubsauger und Taschenlampe. Dann wurde die Maschine in einen schrankgroßen Laborapparat gesteckt, und kurz darauf zeigte dessen Bildschirm eine Art Aktienkurs an. “Alles sauber”, hieß es. Ich habe gefragt, was das gerade war. Der Sicherheitsbeamte, der den Apparat bediente, gehörte eher zur mürrischen Art. Er sagte: “Gas.” Mein Notebook wurde also professionell auf Gasrückstände untersucht, und ich kann nun mit Sicherheit sagen: Ich bin sauber.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was für ein Tag! Die Fahrt zur Insel war ein echtes Abenteuer. Ich habe alle Fahrzeugarten benutzt: Flugzeug bis London, Bus bis Woking, Zug bis Portsmouth, Schiff bis Ryde Pier (Isle of Wight). Jetzt sitze ich in meinem Häuschen auf der Insel, wie ein Abenteurer, der am Abend sein Zelt aufgebaut hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Inselbewohner haben sich gleich als überaus freundlich erwiesen. Als ich ein Taxi nehmen wollte, ergoß sich vom Taxifahrer ein Schwall an Worten auf mich, was am Ende bedeuten sollte, er könne mich nicht mitnehmen. Ich bedankte mich und ging drei Schritte weiter. Eine ältere Frau sprach mich an. “Der hat keine Manieren. Er ist immer so. Dieser Taxifahrer tickt nicht richtig. Wo wollen Sie hin?” Ich sagte mein Ziel. “Kommen Sie, ich zeige Ihnen die Bushaltestelle. Ist sowieso billiger.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Bus hat ewig gebraucht, ich habe die halbe Insel gesehen. Wunderschön ist es hier. Hügelig, mit Schafen und Kühen und Pferden. Und immer wieder öffnet sich die Kulisse wie ein Vorhang und man blickt aufs weite Meer. Genau dahin werde ich jetzt gehen: Ans Meer. Ich bin den Geruch nicht gewöhnt; es duftet, das Meer, die Luft ist hier frisch und klar, mit einem Hauch Fische &amp; Algen. Das muß ausgekostet werden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115627002321762901?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115627002321762901'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115627002321762901'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/08/sehe-ich-gefhrlich-aus.html' title='Sehe ich gefährlich aus?'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115617837848117260</id><published>2006-08-21T18:39:00.000+02:00</published><updated>2006-08-21T18:39:38.510+02:00</updated><title type='text'>Namen</title><content type='html'>Man könnte ein Buch darüber schreiben, welchen Einfluß die Namen von Romanfiguren haben. Oft brauche ich Wochen, ehe ich mich für einen Namen entscheiden kann. Er muß der Figur entsprechen, sein Klang und die mitschwingenden Assoziationen müssen zu ihr passen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem versuche ich zu vermeiden, daß die Namen zweier Romanfiguren mit dem gleichen Buchstaben beginnen. Auf diese Weise fällt es den Lesern leichter, sie auseinanderzuhalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Woher nehme ich die Namen meiner Figuren? Für die meisten Jahrhunderte gibt es Untersuchungen mit Namenslisten. Schwieriger war es bei der “Priestertochter”. Bei diesem Roman habe ich einen emeritierten Professor um Rat gebeten, einen der wenigen Menschen, die sich mit altpolabischen Namen auskennen. (Ich werde nie vergessen, wie man mich ausgelacht hat, als ich in den Unis anrief und bei den Slawisten danach fragte. “Was wollen Sie? Altpolabisch? Davon hat hier niemand Ahnung.”)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotz aller fertigen Listen kann ich es mir aber nicht abgewöhnen, bei den Recherchen für einen Roman interessante Namen aufzuschreiben, die zu echten Personen aus der Stadt und aus dem Jahrhundert des Romans gehören. Man kann nie genug Namen haben. Namen sind kostbar. Ich mag den Geruch der Authentizität, der ihnen anhaftet, weil sie einem wirklichen Menschen gehörten. Hier einiges aus der heutigen Ausbeute. 14. Jahrhundert, eine Stadt in Süddeutschland. Es sind echte Schätze darunter, Namen, die ich mir zigmal laut und grinsend vorsagen möchte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andreas Scharfzahn&lt;br /&gt;Anton Ernst&lt;br /&gt;Eberhart von Herbrechtshausen&lt;br /&gt;Franz Sentlinger&lt;br /&gt;Hans Rosenbusch&lt;br /&gt;Hans Schwilwatz von Schwilwazenhausen&lt;br /&gt;Hans Stupf&lt;br /&gt;Heinrich Glaespeck&lt;br /&gt;Heinrich Rueßwurm&lt;br /&gt;Jobst Rorbeck&lt;br /&gt;Johann von Kammerberg&lt;br /&gt;Konrad Taufkircher&lt;br /&gt;Lienhart Lang&lt;br /&gt;Leutold Brey&lt;br /&gt;Lukas Weitting&lt;br /&gt;Ludwig Bart&lt;br /&gt;Peter Krümmel&lt;br /&gt;Perwin Taentzel&lt;br /&gt;Seyfried Puechberger&lt;br /&gt;Sighard Tückel&lt;br /&gt;Sigmund Eusenhofer&lt;br /&gt;Oswald von Weichs zu Weichs&lt;br /&gt;Ulrich Tückel&lt;br /&gt;Ulrich Ungarten&lt;br /&gt;Wenk von Pienzenau&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Frauen waren heute rar gesät. Immerhin, einer Dorothea, einer Kunigunde, und einer Mechtild Irmbarger von Percha bin ich begegnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es eignen sich nicht alle dieser Namen für einen ernsthaften Roman. Hans Schwilwatz von Schwilwazenhausen müßte schon eine sehr ausgefeilte Figur sein, um glaubwürdig zu erscheinen. Mitunter ist die Realität verspielter, als man es einer fiktionalen Welt gestatten würde.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115617837848117260?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115617837848117260'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115617837848117260'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/08/namen.html' title='Namen'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115528913714664649</id><published>2006-08-11T11:37:00.000+02:00</published><updated>2006-08-11T11:38:57.166+02:00</updated><title type='text'>Filmausflug</title><content type='html'>Habe ich schon einmal einen Blogeintrag im Flugzeug geschrieben? Ich glaube, dies ist der erste. Neben mir sitzt Michael Bregel, wir waren in Basel, um vor der Kamera ein paar Statements zum Comic abzugeben. Bruno Waldvogel hat nicht nur das Musical geschrieben, auf dem der Comic “Basileia – Das Vermächtnis des Mönchs” und mein Roman “Die Todgeweihte” beruhen, er ist auch Drehbuchautor. Mit dieser Expertise hat er ein “Making of” für den Comic auf die Beine gestellt, und das haben Michael und ich mit kurzen Aufnahmen ergänzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Gute ist: Weil sowieso mehrere Takes gedreht werden, kann man das Gesagte immer wieder verfeinern. Die dritte Version ist dann erheblich klarer formuliert als die erste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Wartehalle des Flughafens zeigte mir Michael den neuen Merian-Stadtführer für Basel, den er sich vorher rasch noch gekauft hatte. Darin werden den Stadttouristen drei Bücher empfohlen, und eines davon ist “Die Todgeweihte”. Juchhu!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Roloff hat inzwischen die letzten Seiten des Comics gescribbelt. Ich kann nur sagen: Wow. Ich hätte nicht geglaubt, daß mich die letzten Bilder eines Comics ähnlich rühren können wie die letzten Minuten eines Films.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115528913714664649?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115528913714664649'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115528913714664649'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/08/filmausflug.html' title='Filmausflug'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115493768664839435</id><published>2006-08-07T10:00:00.000+02:00</published><updated>2006-08-07T10:01:26.663+02:00</updated><title type='text'>Das Landemanöver von Fliegen</title><content type='html'>Was habe ich für wunderbare Weblog-Leser! Julia hat gleich bei einer Expertin nachgefragt wegen der Fliege. Hier die Antwort von Almut Kelber, Associate Professorin in der Lund Vision Group an der Lund University, Schweden, wo man sich ausschließlich mit der Sicht von Tieren beschäftigt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;“Insekten reagieren recht unterschiedlich, wenn man das Licht ausschaltet. Die Taubenschwänze, die wir hier in Flugkäfigen halten (Artname: Macroglossum stellatarum, das sind tagaktive Tiere, die aber naher mit Nachtfaltern verwandt sind), fallen wie Steine auf den Boden, wenn wir unerwartet das Licht ausschalten, während sie fliegen. Wenn wir Nachtfalter bei geringer Lichtintensität (etwa wie Mondlicht oder gar wie Sternenlicht) haben und ein Foto mit Blitz machen, dann blenden wir sie auch so, dass sie zu Boden gehen. Dann dauert es ungefähr eine Viertelstunde, bis sie wieder im Dunkeln sehen. Das liegt daran, dass Nachtfalter und viele andere Nachtinsekten Superpositionsaugen haben, die eine sogenannte Pseudopupille schliessen können, wenn es viel Licht gibt, und öffnen, wenn es dunkler wird. Dabei wandert Pigment in einer klaren Zone zwischen der Linse und den Rezeptoren hin und her, so dass entweder nur Licht, das durch eine einzige Facettenlinse fällt, einen Receptor trifft, oder eben Licht, das im besten Fall durch 1.000 verschiedene Facettenlinsen fällt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Insekten wie Bienen, Fliegen und Schmetterlinge haben das nicht. Die können nur Pigment innerhalb einer Facette verschieben und so die Lichtmenge regeln. Das geht entsprechend schneller (also im Sekundenbereich), aber diese Tiere mit sogenannten Appositionsaugen sehen in der Nacht meist nicht mehr so viel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zur Fliege gibt es noch ein wichtiges Detail: Fliegen haben ein fest einprogrammiertes Landemanöver, das ‘Landereaktion’ genannt wird. Wenn plötzlich vor der Fliege ein Wand auftaucht oder sonst ein Hindernis, dann fährt sie reflexmäßig Ihr Fahrwerk (sprich: die Beine) aus, und wenn sie dann gegen die Wand knallt, steht sie auf den Beinen. Wenn es plötzlich dunkel wird, kann es gut sein, dass sie dasselbe macht, und wenn sie dann irgendwo landet, so auf den Beinen, wie eine Katze.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leben wir nicht auf einer spannenden Welt?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115493768664839435?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115493768664839435'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115493768664839435'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/08/das-landemanver-von-fliegen.html' title='Das Landemanöver von Fliegen'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115489680888002253</id><published>2006-08-06T22:34:00.000+02:00</published><updated>2006-08-06T22:40:08.893+02:00</updated><title type='text'>Der ist bloß aus Eisen!</title><content type='html'>Ein kleiner Junge stellt sich mir in den Weg. Die Linke hat er zur Kralle geformt, die Rechte reckt ein Plastikschwert in die Höhe. Er macht ein finsteres Gesicht. Ich mime Furcht, tue so, als würde ich mich nicht weitertrauen. Seltsam, daß er überhaupt nicht darauf reagiert. Nicht einmal mit den Augen verfolgt er meine Bewegungen. Endlich stößt er zwischen den Zähnen hervor: "Der ist bloß aus Eisen!" "Achso", sage ich, und schleiche mich an ihm vorbei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich mich nach ihm umdrehe, steht der Junge immer noch starr da, Schwert und Kralle emporgereckt. Er stellt einen eisernen Mann dar. Dieses Spiel nimmt er sehr ernst.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115489680888002253?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115489680888002253'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115489680888002253'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/08/der-ist-blo-aus-eisen.html' title='Der ist bloß aus Eisen!'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115443134894874788</id><published>2006-08-01T13:20:00.000+02:00</published><updated>2006-08-01T13:26:12.680+02:00</updated><title type='text'>Licht aus!</title><content type='html'>Ich lag neulich im Bett, und eine Fliege flog durchs Zimmer. Ich war müde. Da konnte ich nicht warten, bis die Fliege sich gesetzt hatte, und habe einfach das Licht ausgeknipst. Wie das wohl ist für eine Fliege? Sie düst durch die Luft, und plötzlich: Dunkelheit. Ob sie gegen eine Wand geprallt ist? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bin ganz froh, daß die Sonne &lt;em&gt;langsam&lt;/em&gt; untergeht. Ich möchte nicht am hellen Tag mit 160 Sachen über die Autobahn zischen, und unvermittelt schaltet einer das Licht aus. Wie schnell gewöhnen sich Facettenaugen an die Dunkelheit? Ich frage mich, ob das schon einer erforscht hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Erscheinungstermin des Comics rückt näher. Die “Berliner Morgenpost” und die “Welt” haben darüber berichtet. Nachdem ich &lt;a href="http://www.welt.de/data/2006/07/22/969625.html"&gt;diesen Artikel&lt;/a&gt; gelesen hatte, war mir ganz merkwürdig zumute. Auf einmal war der Comic so real! 300.000 Leute haben davon gelesen, also kann es keinen Rückzieher mehr geben, die Sache ist öffentlich und wird passieren. Das meine ich nicht negativ! Die Zeichnungen, die Roloff beinahe im Tagesrhythmus mailt, begeistern mich. Vielleicht ist es bei dem Artikel wie mit dem Heiraten: Alle erfahren davon, und damit geht die Beziehung in eine neue Phase.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Realität ist sowieso eine relative Sache beim Schreiben. Ein Jahr lang tippt man Schriftzeichen in eine Textdatei. Geht es noch virtueller? “Die Todgeweihte” sind gerade einmal 944 Kilobyte, ein winziges Fleckchen auf meiner Festplatte, nichts weiter – bis das Buch da ist und anfaßbar in den Läden liegt. Selbst dann aber handelt es sich um Seiten und Wörter, nicht um eine Jüdin und zwei Rittersöhne und ein Erdbeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als mir dieser Tage eine Zehnjährige Zeichnungen schickte, die sie zum Roman “Der Kalligraph des Bischofs” angefertigt hatte, wurde mir ganz warm im Bauch. Sie schrieb dazu, sie habe die Bilder gemalt, damit sie sich die Szenen besser vorstellen könne. Untertitel: “Das Leben in Turins Straßen. Eine wohlhabende Frau geht auf den Markt.” Oder: “Stillas und Germunts Heim in den Bergen.” Oder: “Die Rückkehr des Bischofs von den Kämpfen mit den Sarazenen.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Plötzlich war mir selbst die Geschichte viel realer. Ich konnte aus den Bildern lesen, wie sich die Zehnjährige alles vorstellte. Da war der Bischof, der den blutenden Germunt von der Straße aufhob. Da war der Rosenstrauch. Da war die Ziege. Mir ist bewußt geworden, daß das, was ich zu Beginn nur meinem Computerbildschirm erzähle, für die Leser eine reale Welt wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele von euch haben sich beschwert, daß ich so lange geschwiegen habe. (An E-Mails darf ich gar nicht denken! Da bin ich im Moment furchtbar faul.) Es bricht bald eine gute Zeit an für euch: In drei Wochen, wenn ich in England meinen “Schreiburlaub” habe, werde ich mich jeden Tag hier melden. Ich nehme auch die Digitalkamera mit und bringe ab und an ein Bild online. Vorausgesetzt, es klappt alles mit der UMTS-Karte, die mir der Brendow-Verleger freundlicherweise zur Verfügung stellt (ich habe auf der Insel keinen Telefonanschluß und folglich – ohne UMTS-Zauberei – auch keinen Internetzugang).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vom neuen Roman wollt ihr auch etwas hören? Gestern hatte ich beim Schreiben Tränen in den Augen. Es war gar keine traurige Szene, es war einfach nur so – aufregend. Ein gutes Zeichen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115443134894874788?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115443134894874788'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115443134894874788'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/08/licht-aus.html' title='Licht aus!'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115152064166709153</id><published>2006-06-28T20:49:00.000+02:00</published><updated>2006-06-28T20:50:41.703+02:00</updated><title type='text'>Zur Täuschung geschriebene Briefe</title><content type='html'>Die Handlung des neuen Romans ist in einer Stadt in Süddeutschland angesiedelt. Bin gerade zu Besuch in dieser Stadt, um zu recherchieren. Meine Füße tun weh vom vielen Laufen. Aber ich habe schon etliches in Erfahrung gebracht. Seltsam, wie anders man eine Stadt sieht, wenn man versucht, ihre Vergangenheit zu ergründen. Nach dem Betrachten alter Stadtpläne und der typischen Archäologen-Skizzen sehe ich plötzlich überall Spuren des Mittelalters: Da gibt es die Dienerstraße gleich neben der Stelle, wo sich der Fürstenhof befand, da heißt ein Stadtviertel noch so wie im Mittelalter, ein Gewölbekeller ist erhalten geblieben, in der Kirche stehe ich vor dem Grab eines meiner Protagonisten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und die Menschen sind freundlich. Die Aufpasserin an einem der historischen Plätze ließ mich Gebiete betreten, die noch gar nicht für die Öffentlichkeit zugelassen sind (ich habe mit Mühe wiederstanden und den Gegenstand aus meiner Romanzeit, der dort ungeschützt herumlag, nicht berührt). Eine ältere Frau, die ich mit einer simplen Frage auf der Straße ansprach, wollte gleich zu einer Stadtführung ansetzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt ist der Tag zu Ende, und ich bin in einer amüsanten Pension eingekehrt. Das Wasser in meinem Zimmer ist immer heiß, egal, welchen Hahn ich aufdrehe, den roten oder den blauen. Sollte ich den Schlüssel verlieren, muß ich 400 Euro bezahlen. Ich vermute, sie ersetzen dann nicht nur den Schlüssel, sondern tauschen bei der Gelegenheit auch noch sämtliche Türen aus. In einem kleinen Körbchen auf dem Boden liegt eine Art Ersatztischdecke. Ob das als Schlafunterlage für Haustiere gedacht ist? In das Körbchen paßt aber höchstens eine Ratte hinein. Für eine Katze ist es zu klein, und ein Hund – was ich so Hund nenne – könnte es gerade mal als Freßnapf verwenden. Wirklich lustig wäre, wenn ich mein Zimmer betreten hätte, und im Körbchen hätte schon eine Ratte gelegen. “Jedes Zimmer mit handzahmer Hausratte.” Ich hätte mich gefreut!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir ist bei den Recherchen (das war noch zu Hause) ein interessanter Brief begegnet. Ein Vater schrieb im 13. Jahrhundert an seinen studierenden Sohn:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;Mein Herz wird schwer ob der Dummheiten, zu denen du dich hinreißen läßt, anstatt das zu tun, was du im Studium tun solltest. Ich habe aus sicherer Quelle vernommen, daß du dich nur am Würfelspiel ergötzt und oft übel beleumdete Orte aufsuchst, weshalb du wissen sollst, daß ich dir, sofern du nicht von derartigen Handlungen absiehst und dich ganz dem Studium widmest, wie es deine Aufgabe ist, jegliche Zuwendung und Gunst entziehen werde; und du sollst nicht glauben, daß du mich mit deinen zum Zwecke der Täuschung geschriebenen Briefen hinters Licht führen kannst.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;Interessant auch, wie Prügeleien unter den Studenten zustandekamen. Franzosen bezeichneten die Engländer als Trunkenbolde und triebhafte Tiere; die Engländer antworteten, die Franzosen seien hochmütig, verweichlicht und aufgeputzt wie die Weiber.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115152064166709153?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115152064166709153'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115152064166709153'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/06/zur-tuschung-geschriebene-briefe.html' title='Zur Täuschung geschriebene Briefe'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115046003813959550</id><published>2006-06-16T14:12:00.000+02:00</published><updated>2006-06-16T14:18:29.470+02:00</updated><title type='text'>Vom Abwaschen</title><content type='html'>Ich bin gerade am Abwaschen. Eben trocknete ich eine Schüssel ab, und als ich sie in den Schrank räumen wollte, fiel sie mir herunter und zersprang in Tausend Teile. Hätte sie mir nicht vor dem Abwaschen herunterfallen können? Wozu habe ich sie noch auf Hochglanz gebracht, wenn sie doch im Mülleimer landet?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genauso Socken. Ich vergesse jedes Mal, sie wegzuwerfen, wenn sie Löcher haben, und tue sie statt dessen zur Schmutzwäsche. Sind sie aber einmal gewaschen, ist es da nicht Verschwendung, sie hinterher in den Müll zu tun, wo sie doch unter Aufwand von Energie gesäubert und gefaltet wurden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwie läuft mein Leben noch nicht wirklich effektiv.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andererseits: Ist es sinnvoll, sein Leben auf Effektivität zu trimmen? Die ineffektiven Stunden sind doch gerade die besten. Ein Kinderbuch zu lesen, das man vor zwanzig Jahren das letztemal in der Hand hatte. Einen Film das fünfte Mal anzusehen und nach Kleinigkeiten zu suchen, die man bisher noch nie wahrgenommen hat. Um Mitternacht auf dem Sportplatz eine Runde zu drehen und sich die frische Sommernachtsluft ins Gesicht wehen zu lassen – ganz ohne den Gedanken an Training.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Küche allerdings ... &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich mit dem Abwaschen fertig bin, werde ich mir etwas kochen. Also wird schon wieder Geschirr schmutzig, Töpfe, das ist das Schlimmste. Ich sollte ein Sperrband spannen: “Küche für drei Wochen außer Betrieb”. Dann hätte sich das Abwaschen richtig gelohnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube, man muß lernen, die Wiederholungen im Leben zu lieben. In kleinen Details unterscheiden sie sich. Mir ist zum Beispiel lange keine Schüssel heruntergefallen. Eine seltsame Sache: Sie fühlt sich so hart an, unzerstörbar beinahe. Ich könnte sie nicht zerknacken. Aber wenn sie einen halben Meter herunterfällt, gibt sie so einfach auf. Hoffentlich hat sie vorher ihr letztes Bad genossen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115046003813959550?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115046003813959550'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115046003813959550'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/06/vom-abwaschen.html' title='Vom Abwaschen'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-115011134064741911</id><published>2006-06-12T13:19:00.000+02:00</published><updated>2006-06-12T13:22:20.663+02:00</updated><title type='text'>Wildschweinen eine Decke überwerfen</title><content type='html'>Es gibt hier eine Wiese, auf der die Gräser so hoch wachsen, daß sie mir bis ans Kinn reichen. Dort habe ich heute Vormittag eine Decke ausgebreitet und mich hingelegt. Ich las – für den neuen Roman – über Gerichtsverfahren im Mittelalter, über halbe Beweise, ganze Beweise und Einspruchsrechte. Plötzlich gab es ein Geräusch, das mich erstarren ließ: Ganz in meiner Nähe schnaufte etwas im Gras. Grunzlaute folgten. Dann kam Rascheln näher. Wieder ein Schnaufen. Mein Puls raste. Ich legte leise das Buch beiseite, und fragt mich: Was tue ich, wenn mich Wildschweine angreifen? Folgende Möglichkeiten gingen mir durch den Kopf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1) Ich kann das Buch auf sie schleudern, um mich als “gefährlichen Gegner” zu etablieren. Aber das macht sie womöglich erst recht aggressiv.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2) Ich kann die Decke nehmen und sie den Wildschweinen überwerfen. Sie sehen nichts mehr , und ich habe Zeit, wegzulaufen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3) Ich singe laut. Vielleicht verwirrt sie das, oder es beruhigt sie, oder es vertreibt sie auf wundersame, naturwissenschaftlich nicht zu erklärende Weise. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4) Ich fixiere die Tiere mit festem Blick und laufe langsam rückwärts. Vielleicht akzeptieren sie den würdevollen Rückzug eines gleichstarken Gegners.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was habe ich davon getan? Nichts. Ich habe den Atem angehalten und gelauscht. Die Tiere kamen schnaufend näher, hielten einen Moment still, und dann gingen sie wieder. Als ich nach einer Weile wagte, mich zu bewegen, habe ich bemerkt, daß es mit dem Weglaufen nicht sonderlich gut geklappt hätte: Mein linkes Bein war eingeschlafen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Übrigens konnte ich ohne Probleme weiterlesen. Ich hatte mir trotz der Angst die Seitenzahl gemerkt, bevor ich das Buch zuklappte. Manche Gewohnheiten sitzen tief.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-115011134064741911?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115011134064741911'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/115011134064741911'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/06/wildschweinen-eine-decke-berwerfen.html' title='Wildschweinen eine Decke überwerfen'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-114923656149251474</id><published>2006-06-02T10:16:00.000+02:00</published><updated>2006-06-02T10:28:50.240+02:00</updated><title type='text'>Der Schäfer und seine "dreckigen Häretiker"</title><content type='html'>Was ich so mache zur Zeit? Ich baue weiter am neuen Roman. Im Moment bedeutet das, sich durch Bücherstapel zu fressen (was ja eine angenehme Beschäftigung ist). Die Bücher sehen hinterher so aus:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Recherche.jpg"&gt;&lt;img style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center; width: 320px;" alt="" src="http://www.titusmueller.de/Recherche.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Glaubt ja nicht, die kleinen bunten Zettel stecken bei Jahreszahlen oder wichtigen Fakten! Nein, sie halten Details für mich fest, die unbedingt in den Roman hineingehören. Zum Beispiel die wahre Begebenheit eines mittelalterlichen Schäfers, der seine Schafe als “dreckige Häretiker” beschimpfte. Oder den Bericht eines Hochstaplers im 14. Jahrhundert, der eine reiche Tante erfand. Fortan gaukelte er seinen Freunden vor, er könne sie, wenn er wolle, jederzeit um Geld anpumpen, und sei de facto selber reich. So einen will ich auch haben im neuen Roman. Und vielleicht taucht plötzlich tatsächlich eine Tante auf?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihr seht hoffentlich ein, daß das wichtiger ist als Jahreszahlen. Es bereitet mir das diebische Vergnügen, Wahrheiten in den Roman einzuflechten: Menschen auftauchen zu lassen, die es wirklich gab, Szenen zu beschreiben, die sich im 14. Jahrhundert zugetragen haben. Ich will gar nicht lügen. Ich will die Wirklichkeit einfangen und beschreiben, mit all ihrem Zauber.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nebenher lese ich zum Vergnügen. C.S. Lewis zum Beispiel. Eine niedliche Szene aus seiner Kindheit, die er schildert, &lt;em&gt;muß&lt;/em&gt; ich euch einfach weitersagen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;Als mein Bruder und ich – wir waren noch sehr klein – am Tisch saßen und zeichneten, stieß ich ihn versehentlich am Ellenbogen, so daß er einen Strich mitten durch sein Bild machte. Die Angelegenheit wurde freundschaftlich beigelegt, indem ich ihm erlaubte, einen Strich von gleicher Länge durch mein Bild zu machen.&lt;/blockquote&gt;So sind Kinder! Apropos Striche: der Brunnen Verlag gestattet nun doch das Abbilden einer Comicseite.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Basileia_S9e.jpg"&gt;&lt;img style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://www.titusmueller.de/Basileia_S9e.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Basileia_S9g.jpg"&gt;&lt;img style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://www.titusmueller.de/Basileia_S9g.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Anfang Oktober erscheint das Album. Es heißt “Basileia. Das Vermächtnis des Mönchs” und kostet wahrscheinlich 13,95 Euro.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben viel Regen dieser Tage. Habt ihr Lust, einmal etwas auszuprobieren? Haltet bei leichtem, beginnendem Regen einmal die Hand auf und laßt die Tropfen hineinfallen wie kleine Küsse. Ihr werdet merken: Regen hat etwas Sanftes an sich. Etwas Fürsorgliches.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das muß auch in den Roman. Ich glaube, wenn ich an einem Roman arbeite, bin ich wie ein Magnet. Ich reiße weit die Augen auf und ziehe Details an, die ich dann als Geschichte wiedergebe. Ist man also als Autor mehr ein Sammler? Das wüßte ich gerne.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-114923656149251474?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114923656149251474'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114923656149251474'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/06/der-schfer-und-seine-dreckigen.html' title='Der Schäfer und seine &quot;dreckigen Häretiker&quot;'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-114707813031935607</id><published>2006-05-08T10:48:00.000+02:00</published><updated>2006-05-08T10:48:50.340+02:00</updated><title type='text'>Warum ich nicht mehr davon träume, berühmt zu werden</title><content type='html'>Jeder träumt einmal davon, berühmt zu sein. Ich muß gestehen, daß auch ich mir das gewünscht habe. Wie wäre es, ein international anerkannter Autor zu sein, der von Veranstaltung zu Veranstaltung reist, beliebt und bewundert ist? Dieses Wochenende habe ich begriffen, wie unangenehm das wäre. Ich habe berühmter Mann gespielt, und gemerkt, welchen Mechanismen solche Leute unterworfen sind. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit der Autorenwerkstatt in Friedensau fing es an. Alle wünschen sich bei einer solchen Veranstaltung, “berühmte” Referenten zu haben. Und so wird man, ob man das ist oder nicht, als solcher dargestellt. Ich stand mit dem erfolgreichen Drehbuchautor Christoph Silber auf der Bühne. Sein erstes Theaterstück wurde gleich vom Wiener Burgtheater aufgeführt. Anschließend schrieb er für bekannte Fernsehserien, und heute arbeitet er nur noch fürs Kino, bis auf den einen oder anderen “Tatort”. Die Teilnehmer haben zu ihm aufgeschaut, und weil ich neben ihm stand, auch zu mir. Sie wollen erfolgreiche Autoren werden, und darum finden sie einen toll, der ein paar Romane veröffentlicht hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Autorenwerkstatt erfordert, daß der Referent so tut, als wüßte er, wie man gute Bücher schreibt. Ich kann mich ja nicht vorn hinstellen und sagen, daß ich selbst wie ein Blinder im Dunkeln tappe. Also rede ich notgedrungen wie einer, der es kann, der es begriffen hat – und sitze abends noch bis Mitternacht mit den Teilnehmern zusammen, um ihre Fragen zu beantworten. (Christoph Silber sitzt sogar bis drei Uhr früh!) Wirkliche Gespräche sind kaum möglich: Immer kommen neue Menschen, neue Fragen. Und man selbst zu sein, schwach, dumm, manchmal unfähig – das wird von der Umgebung nicht akzeptiert. Sie fordert geradezu, daß man als Könner auftritt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Sonntag, mitten aus dem Workshop heraus, verabschiede ich mich, schüttele ein paar Hände, und fahre nach Berlin. Dort auf dem Flughafen rufe ich seit Tagen das erste Mal Mails ab und sehe, was ich alles dringend erledigen sollte. Schon geht der Flieger nach Basel. In Basel holt mich ein Verlagsmitarbeiter vom Flughafen ab, fährt mich auf die Buchmesse und ich werde – “Da sind Sie ja endlich!” – auf die Bühne gezogen. Wieder lächeln, klug tun, professionell auftreten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Publikum sitzen mehrere Menschen, die ich kenne und mag. Mit keinem von ihnen kann ich aber hinterher wirklich reden. Erst heißt es, Bücher zu signieren, und dann lächle ich jeden der Bekannten einmal kurz an, schüttle ihm die Hand, stelle eine Frage, und gehe weiter zum nächsten. Na gut, wenigstens habe ich mit einem alten Kindheitsfreund, der jetzt in die Schweiz gezogen ist (und den ich mindestens zwölf Jahre nicht gesehen habe), ein Crêpe gegessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für mich steht fest: Mir tun die berühmten Leute leid. Wenn man keine Zeit hat, Menschen wirklich zu begegnen, wenn man nur von einem zum anderen taumelt – wie soll man sich da einen Blick für die kleinen Dinge erhalten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines dieser “kleinen Dinge” will ich euch beschreiben, dann wißt ihr, was ich meine. Nach der Lesung in Wiesbaden vergangene Woche mußte in der Kirche das Licht gelöscht werden. Die Dame, die dafür zuständig war, fürchtete sich allerdings im Dunkeln. Sie mußte im hinteren Teil der Kirche die Schalter betätigen und dann durch die Finsternis nach vorn laufen, bis ans andere Ende. Um ihr den Weg zu weisen, zündete der Buchhändler ein Streichholz an. Das war fantastisch! Eine hallende, stockfinstere anglikanische Kirche, und an einem Ende davon ein brennendes Streichholz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich nach der Lesung heute abend nach Hause fahre, weiß ich schon, was ich machen werde. Ich werde wieder ich selber sein. Ganz primitiv Computer spielen. Auf den Balkon treten und Vögel beobachten. Inliner fahren, und mich bei jedem Auto, das vorbeikommt, am Gartenzaun festhalten. Einer Spinne gut zureden, die bei mir an der Wand hochklettert. Ein Buch nehmen und mich aufs Bett legen, um ein Kapitel daraus zu lesen, mitten am Tag. Und zwischendrin werde ich mir neue Wunschträume ausdenken. Der Traum vom Berühmtwerden ist gestrichen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-114707813031935607?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114707813031935607'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114707813031935607'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/05/warum-ich-nicht-mehr-davon-trume.html' title='Warum ich nicht mehr davon träume, berühmt zu werden'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-114646965488336484</id><published>2006-05-01T09:45:00.000+02:00</published><updated>2006-05-01T09:47:34.896+02:00</updated><title type='text'>Gefühlsgruß aus der Kindheit</title><content type='html'>Ich bin krank. Habe eine richtige schöne Grippe. Und weil von morgen an fünf Lesungen und ein Autorenseminar zu absolvieren sind, nehme ich die Sache ernst. Ich schlafe viel, esse gesund usw. Wie ich heute morgen im Bett lag, statt aufzustehen und zu arbeiten, habe ich mich an das Gefühl erinnert, das ich als Kind hatte, wenn ich wegen einer Erkältung nicht zur Schule ging. Eine Mischung aus Genuß, Schadenfreude und schlechtem Gewissen habe ich damals empfunden. Genuß: Weil ich frei war. Schadenfreude: Weil die anderen sich in diesem Augenblick den Regeln der Schule zu beugen hatten, während ich Comics lesen, schlafen und Computer spielen durfte. Schlechtes Gewissen: Weil ich eigentlich auf die Schulbank gehörte, und womöglich Wichtiges verpaßte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun ist das reizvolle an der Erinnerung an ein Gefühl, daß man es just in dem Augenblick, wo man sich daran erinnert, auch empfindet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schön, daß ich krank bin – ich bin frei! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hehe, ihr anderen müßt arbeiten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich gehöre ich aber an den Rechner. Der neue Roman wartet, der Federwelt-Newsletter muß heute verschickt werden, das Autorenseminar nächstes Wochenende ist noch nicht fertig vorbereitet ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ach, die Zeiten ändern sich nie. Auf gewisse Weise bleibt man ewig Kind. Warum auch nicht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-114646965488336484?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114646965488336484'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114646965488336484'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/05/gefhlsgru-aus-der-kindheit.html' title='Gefühlsgruß aus der Kindheit'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-114600390732051257</id><published>2006-04-26T00:23:00.000+02:00</published><updated>2006-04-26T00:27:22.580+02:00</updated><title type='text'>Wie macht das die Nachtigall?</title><content type='html'>Da steht er, der erste Satz des neuen Romans. Ich weiß, daß ich ihn noch hundert Mal neu schreiben werde, aber es ist wichtig, daß er existiert. Die Arbeit ist begonnen. Jetzt sind meine Sinne hellwach, ich ordne alles, was ich sehe, rieche oder höre dem neuen Roman zu. Auch meinem Lektor, Gunnar Cynybulk, scheint die Geschichte nicht aus dem Kopf zu gehen. Vergangene Woche saß ich mit ihm am Cafétisch und wir sprachen den Stoff durch. Heute rief er an und sagte, ihm sei noch eine Idee gekommen. Gunnar würde, wenn er Autor wäre, hervorragende Romane schreiben. Seine Ideen verblüffen und begeistern mich jedes Mal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die nächsten Wochen verbringe ich mit Recherchen. Ob ihr es glaubt oder nicht: Ich freue mich schon darauf. Dieser junge, frische Roman macht mich hungrig. Ich bin begierig, in die Zeit, die Umstände, die historischen Figuren einzutauchen. Ich will mich hineinfressen in Bücherstapel, will mir eintausend kleine Notizen machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Sonntag nach der Lesung auf der Burg Eppstein bin ich ausnahmsweise mal direkt nach Hause gefahren. Gegen Mitternacht stand ich dann an der umnachteten Straße, und bin erschaudert vor Entzücken. Da sang eine Nachtigall, mitten in den pechschwarzen Himmel hinein. Ist das Lied nur so schön, weil ringsum Nacht ist und alles finster und ruhig daliegt? Ich weiß es nicht. Jedenfalls hört es sich überwältigend schön an. Wie auch immer die Nachtigall das hinkriegt. Sie ist Solistin, wenn sie singt, singt kein anderer Vogel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oh, und wenigstens erwähnen sollte ich, daß der neue Gemeinschaftsroman erschienen ist. Er liegt jetzt in allen Buchhandlungen. Haltet nach diesem gelben Cover Ausschau:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/ZwoelfteTag.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://www.titusmueller.de/ZwoelfteTag.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Worum es geht? Wir haben uns einen Königsmord aus dem englischen Mittelalter vorgeknöpft. Walter Tirel begleitet den König auf die Jagd in den New Forest. Ein Hirsch bricht durch das Unterholz, und Tirel schießt. Der König geht getroffen zu Boden. Auf seiner Flucht bemerkt Tirel, daß nicht alles so ist, wie es scheint. Zwölf Tage hat er Zeit, den Dingen auf den Grund zu gehen. (Damals wurde übrigens wirklich Tirel beschuldigt, obwohl er bis zum Tag des Mords als enger Freund des Königs galt. Die Sache schrie ja förmlich nach einem Roman.) Die Autoren: Rebecca Gablé, Guido Dieckmann, Mani Beckmann, Tessa Korber, Malachy Hyde, Walter Laufenberg, Sabine Wassermann, Ruben Wickenhäuser, Kathrin Lange, Eric Walz, Belinda Rodik – und ich.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-114600390732051257?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114600390732051257'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114600390732051257'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/04/wie-macht-das-die-nachtigall.html' title='Wie macht das die Nachtigall?'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-114336788183878725</id><published>2006-03-26T12:00:00.000+02:00</published><updated>2006-03-26T12:11:21.856+02:00</updated><title type='text'>Ungewöhnliche Lesungsbesucher</title><content type='html'>Hoch lebe WLAN! Bin in Cottbus und sende diese Nachricht über ein fremdes WLA-Netzwerk – diesmal allerdings mit Erlaubnis des Inhabers. Es gibt etwas Niedliches zu berichten von der Lesung gestern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wurde zu Beginn der Veranstaltung auf der Bühne interviewt, und als ich gerade ansetzte, eine der Fragen zu beantworten, fiel mein Blick auf die erste Stuhlreihe. Dort saßen neben einem Kind ein halbes Dutzend Plüschtiere auf einem eigenen Stuhl, sorgfältig mit einem Schal zugedeckt. Ich war so fasziniert, daß ich – statt die Frage zu beantworten – die Plüschtiere angelächelt habe. Ihr glaubt gar nicht, wie hübsch die aussahen neben ihrer kleinen Besitzerin! Hauptsächlich Hunde, die Pfoten brav nach vorn gestreckt. Sie haben während der Lesung sehr aufmerksam zugehört und nur einmal leise geknurrt, als ich von einer Katze sprach.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-114336788183878725?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114336788183878725'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114336788183878725'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/03/ungewhnliche-lesungsbesucher.html' title='Ungewöhnliche Lesungsbesucher'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-114322280886896671</id><published>2006-03-24T18:42:00.000+01:00</published><updated>2006-03-24T18:57:09.406+01:00</updated><title type='text'>Hideaway Cottage</title><content type='html'>Wer wissen möchte, ab wann die Juden Schläfenlocken trugen und wann der gelbe Judenfleck und der Judenhut eingeführt wurden, sollte bei der &lt;a href="http://www.buechereule.de/wbb2/board.php?boardid=333&amp;sid=" target="blank"&gt;Leserunde zur “Todgeweihten”&lt;/a&gt; bei Buechereule.de vorbeischauen. Da werden mir knifflige Fragen gestellt ... Ob ich mich nach Abschluß eines Romans leicht von meinen Figuren verabschieden kann, ob gewisse Romanpassagen historisch verbürgt oder ausgedacht sind, wo ich die konkreten Daten für den Roman herbekommen habe, und so weiter. Sehr lohnenswert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Basler mögen den Roman offenbar. Davon hing viel ab – immerhin spielt er in ihrer Stadt. Seit vier Wochen steht das Buch auf der regionalen Bestsellerliste (veröffentlicht von der Basler Zeitung, die 100.000 Abonnenten hat). Dreimal war es auf Platz 1 in der Belletristik, jetzt ist es auf Platz 2. Die Plätze richten sich nach der Anzahl der verkauften Exemplare.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ich? Ich bin fast schon wieder fertig mit dem nächsten Projekt. Ich schreibe die letzten Seiten des Sciencefiction-Romans. Bei Brendow entwerfen sie gerade das Cover. Die 40 Tage auf der Isle of Wight kommen mir inzwischen auch realer vor, weil ich nun schon weiß, wo genau ich sie verbringen werde. &lt;em&gt;Hideaway Cottage&lt;/em&gt; heißt das Häuschen, und es ist gar nicht so leicht, da hinzukommen: Mit dem Zug fahre ich nach Berlin. Von dort fliege ich nach London. Von London geht es per Zug weiter bis Portsmouth. Und von Portsmouth bringt mich ein Schiff auf die Insel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gestern erreichten mich zwei Fotos der Lesung, die ich vor drei Wochen in Darmstadt gehalten habe. Lange her, ich weiß. Aber ach, sie sind nett. Was nützen sie auf meinem Computer? Ab ins Blog. Zwischen fünfzig und achtzig Unique Visitors hat das Weblog jeden Tag. Dich zum Beispiel. Du mußt doch was zu sehen kriegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Darmstadt2.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px;" src="http://www.titusmueller.de/Darmstadt2.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Darmstadt1.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px;" src="http://www.titusmueller.de/Darmstadt1.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Jetzt habe ich alles erwähnt, was momentan nach Erfolg klingt: Die Bestsellerliste, den Aufenthalt auf der Isle of Wight, die Unique Visitors im Weblog. Wenn ich das selber lese, denke ich: Was für ein Angeber! Darum, bitte, blickt hinter meine Angeberkulisse. Ich gehe jetzt zum Kühlschrank, Brot ist leider alle, aber ein Joghurt dürfte noch drin sein. Dann spiele ich eine Runde das Langweiler-Computerspiel "Freecell". In der Anleitung stand nämlich, es ist noch nicht erwiesen, ob alle eine Million Spielmöglichkeiten zu gewinnen sind. Da muß sich doch einmal einer dran machen, das zu prüfen. (Bin ich zwanghaft oder so?) Ich habe bei Möglichkeit 1 angefangen und bin jetzt bei Möglichkeit 51. Manche waren ganz schön schwer. Aber bisher ließen sie sich lösen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-114322280886896671?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114322280886896671'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114322280886896671'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/03/hideaway-cottage.html' title='Hideaway Cottage'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-114260808703096501</id><published>2006-03-17T16:07:00.000+01:00</published><updated>2006-03-17T16:10:17.696+01:00</updated><title type='text'>Schneetransport</title><content type='html'>Unterwegs nach Leipzig zur Buchmesse, Umsteigen in Fulda. Ich stehe am Bahnsteig und warte auf den Anschlußzug. Was fährt vorüber? Eine Lok, die Güterwaggons hinter sich herzieht. Und auf den Güterwaggons liegt – Schnee. Gut, im “erwachsenen” Sinn betrachtet, sollte die Lok wohl nur leere Güterwaggons von Stadt A nach Stadt B bringen. Ich aber habe still in mich hineingelächelt und das als Schneetransport betrachtet. &lt;em&gt;Winterurlauber enttäuscht. Stop. Bitten um eine Lieferung Schnee. Stop. Ankunft zur Nachtzeit. Stop. Entladen bitte geräuschlos und heimlich. Stop.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über den allgemeinen Buchmessenrummel lest ihr in jeder Tageszeitung. Deshalb ein kleines Erlebnis vom Rande. Eine übermannsgroße Comicfigur läuft durch die Gänge. Die Leute drängeln sich vorbei. Da höre ich eine Kinderstimme aufjuchzen. Ich drehe mich um, sehe ein kleines Mädchen, das bei der Comicfigur stehengeblieben ist und sich vor Lachen kaum wieder einkriegt. Endlich wird die Kleine ernst, reicht der Figur die Hand und fragt: “Wie heißt du?” Der Mensch in der Figur kann nicht reden, es steckt ja ein Pappkopf auf ihm drauf. Aber er schüttelt dem Mädchen die Hand. Da laufen hundert wichtige Podiumsdiskussionen mit wichtigen Leuten, Lektoren und Agenten und Autoren beraten wichtige Dinge – im Gewühl aber reicht ein kleines Mädchen, das noch nicht mal lesen kann, einer Comicfigur die Hand und fragt: “Wie heißt du?”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kennt ihr das? Ihr eßt Brote. Es schmeckt euch. Ihr schneidet weitere Scheiben ab. Als ihr das Brot hochhebt, seht ihr, daß es an der Unterseite verschimmelt ist. So ging es mir. Habe das gleich notiert für den nächsten Roman. Obwohl ich mich frage: Ist früher das Brot nicht einfach hart geworden? Womit wir als Kinder die Enten gefüttert haben, das war doch kein verschimmeltes Brot, sondern nur harte Kanten, oder? Die sind jedenfalls nicht krank geworden davon, hoffe ich. Ich kriege auch mit zwanzig Jahren Verspätung noch ein schlechtes Gewissen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-114260808703096501?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114260808703096501'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114260808703096501'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/03/schneetransport.html' title='Schneetransport'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-114224059845969620</id><published>2006-03-13T10:02:00.000+01:00</published><updated>2006-03-13T10:03:18.473+01:00</updated><title type='text'>Minus 14 Grad</title><content type='html'>Vor ein paar Tagen sind bei uns die ersten Mücken geschlüpft, es wurde Eis außer Haus verkauft und die Sonne wärmte einem das Gesicht. Dann, plötzlich, kam der Winter zurück. In meinem Auto beschlugen die Scheiben so sehr, daß ich an einer Tankstelle angehalten habe, um mir endlich einen Lederschwamm zu kaufen, damit ich nicht immer bei Minusgraden mit offenen Fenstern fahren muß. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vergangene Nacht also bin ich unterwegs nach einem sehr schönen Abend bei einer befreundeten Familie, es ist bitter kalt, minus 14 Grad zeigt das Display im Auto an. Wie erwartet beschlagen die Scheiben, das warme Gebläse kämpft hilflos dagegen an. Ich greife mir den neuen Schwamm und wische. Warum funktioniert der nicht? Die Scheibe links neben mir bleibt weiß, obwohl ich doch so dringend in den Seitenspiegel schauen muß. Ich lege den Schwamm beseite, kratze, einer Ahnung folgend, mit den Fingern. Es ist Eis! Obwohl es warm ist im Auto, gefrieren bei minus 14 Grad die Scheiben von innen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man müßte mal nach Sibirien fahren. Irgendwie wecken solche Erlebnisse in mir die Abenteuerlust. Gefrorene Scheiben sind natürlich ein geringes Problem, wenn ich bedenke, wie es jetzt den Mücken geht ...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-114224059845969620?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114224059845969620'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114224059845969620'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/03/minus-14-grad.html' title='Minus 14 Grad'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-114168545100275989</id><published>2006-03-06T23:47:00.000+01:00</published><updated>2006-03-06T23:50:51.020+01:00</updated><title type='text'>Dreimal Grund zum Lächeln</title><content type='html'>Am Morgen die Nachricht, daß in der Basler Zeitung eine Rezension zur “Todgeweihten” erschienen ist. Ganzseitig. Ob es ein Verriß ist, da sind wir uns nicht einig. Wenn ich dem traue, was ich im Studium gelernt habe (Nebenfach Publizistik- und Kommunikationswissenschaften), dann spielt es keine Rolle. Hunderttausend Abonnenten der Zeitung haben vom Roman erfahren, das ist, was zählt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unterwegs zwischen Schnee und Sonne wurde ich von einer alten Frau angesprochen, und wir haben uns kurz unterhalten. Einfach so. Sie wollte mir die Schneemänner im Vorgarten zeigen, das war alles. Schön. Ich mag Menschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Tagesabschluß: Im Tanzkurs wurde ich heute als “Naturtalent” bezeichnet. Ich, der ich bei Hochzeiten “schnell mal frische Luft schnappen” gehe, wenn das Tanzen beginnt. Gleich hat mir der große Spiegel im Saal keine Angst mehr eingejagt. Vielleicht brauche ich keine frische Luft bei der nächsten Hochzeit? Neue Tänze: Cha Cha Cha und Foxtrott.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-114168545100275989?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114168545100275989'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114168545100275989'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/03/dreimal-grund-zum-lcheln.html' title='Dreimal Grund zum Lächeln'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-114107227584795352</id><published>2006-02-27T21:30:00.000+01:00</published><updated>2006-02-27T21:32:45.560+01:00</updated><title type='text'>In der Tanzschule</title><content type='html'>Ich kann mir Geschichten ausdenken. Ich kann Klavier spielen, und vor vielen Leuten reden kann ich auch. Aber ich kann nicht tanzen. Seit Jahren möchte ich es lernen. Nun habe ich mich endlich zu einem Tanzkurs angemeldet. Heute ging es los. Und jetzt hört euch das an: Kaum war ich in der Tanzschule und auf dem Weg zum Saal, trete ich meinem Vordermann auf den Fuß. Ehrlich, es war ein Versehen! "Schon geht es los", habe ich gesagt, und wir mußten beide lachen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sonst ging es ganz gut. Walzer, Diskofox, Merenge und Blues – lernen wir jetzt in jeder Tanzstunde vier neue Tänze? Wie viele es wohl insgesamt gibt? An den großen Spiegel an der Wand muß ich mich erst gewöhnen. Ganz schön unfair, jemandem, der Angst davor hat, sich zu Musik zu bewegen, auch noch zu zeigen, wie dumm er dabei aussieht. Die kurzen Momente, in denen es ganz passabel aussah, wecken Hoffnung, immerhin. Mit den Füßen komme ich schon gut zurecht. Jetzt müssen noch die Knie, die Hüfte, die Arme und die Hände lernen, aus der Musik was zu machen ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Lesung in Hannover sprach ich mit Andi, einem jungen Mann, darüber, daß man Literatur im Zug "aussetzen" könnte. Sie würde dann sicher von vielen gelesen werden. Seine Reaktion: "Ich habe meinen Schal aus dem Zug." Ich schaue ihn verblüfft an. Er erklärt, er habe einen Schal gebraucht, und da hatte jemand seinen vergessen, und seitdem trage er ihn. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe vergangenen Winter meine Handschuhe liegengelassen. Wer hat die? Wessen Hände wärmen sie jetzt?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-114107227584795352?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114107227584795352'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114107227584795352'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/02/in-der-tanzschule.html' title='In der Tanzschule'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-114056283866408934</id><published>2006-02-21T23:55:00.000+01:00</published><updated>2006-02-22T00:00:38.693+01:00</updated><title type='text'>"Die Todgeweihte" im Schweizer Fernsehen</title><content type='html'>Habt ihr Lust, ein wenig Schweizerdeutsch zu hören? In der Schweizer Nachrichtensendung “7 vor 7” wurde heute mein Roman “Die Todgeweihte” vorgestellt. Ich quatsche im Interview ein bißchen zu schnell, aber allein für den herrlichen Dialekt lohnt es sich: &lt;a href="http://www.telebasel.ch/php/videoarchiv/link.php?do=out&amp;id=6448"&gt;Zur Sendung auf Telebasel.ch&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die gestrige Lesung in Basel in der Buchhandlung “Bider &amp; Tanner” lief fantastisch. 220 Leute waren da. Hier drei Bilder vom Gewimmel. Im letzten Bild seht ihr von rechts nach links die Schlange derer, die ein Buch signiert haben wollten. Vera, wenn du dies liest: Danke, daß ich deine Kugelschreibermine leerschreiben durfte! Und Timon: Sorry, deinen Stift habe ich aus Versehen mitgenommen. Er ist unfreiwillig von der Schweiz nach Deutschland übergesiedelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Basel1.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px;" src="http://www.titusmueller.de/Basel1.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Basel2.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px;" src="http://www.titusmueller.de/Basel2.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Basel3.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px;" src="http://www.titusmueller.de/Basel3.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-114056283866408934?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114056283866408934'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114056283866408934'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/02/die-todgeweihte-im-schweizer-fernsehen.html' title='&quot;Die Todgeweihte&quot; im Schweizer Fernsehen'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-114012989106036988</id><published>2006-02-16T23:38:00.000+01:00</published><updated>2006-02-16T23:48:44.850+01:00</updated><title type='text'>Das ist kein Telefon</title><content type='html'>Was für ein Glück! Ich bin einige Tage in Basel für geschlossene (heimliche) und offene Lesungen, Stadtführungen zu den Romanschauplätzen, Interviews usw., liege gerade in meinem Zimmer auf dem Fußboden, schalte den Computer ein - und es gibt ein ungesichertes WLAN-Netzwerk in der Nachbarschaft! Also kann ich euch ein bißchen berichten, was in den letzten Tagen so los war. Nicht alles, natürlich. Drei lustige Situationen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Szene 1: Ich telefoniere mit Frau Grauer von der Grauerschen Antiquariatsbuchhandlung in Nürnberg. Plötzlich klingelt ein Telefon an ihrem Ende der Leitung. Ich sage: “Gehen Sie doch ruhig ran, ich kann warten.” Sie sagt: “Das ist kein Telefon. Das ist der Papagei.” Es klingelt wieder. Pause. Es klingelt wieder. Ich frage: “Sind Sie sicher?” Sie lacht. Ich lausche. Es ist ein modernes Telefonklingeln, der Papagei wartet sogar die Pausen ab, die das Telefon macht, bevor es erneut klingelt. Da plötzlich schreit er wieder Papageienrufe. Da wir demnächst eine Lesung haben in der Buchhandlung, werden wir das Tier wohl live erleben. Frau Grauer: “Ich warne Sie, er hat bei Lesungen schon an den unpassendsten Stellen gekichert.” Wenn dieser Papagei so exakt ein Telefonklingeln nachahmt, dann möchte ich nicht wissen, wie sein Kichern klingt ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Szene 2: Heute, im Zug nach Basel. Ich schreibe eine Szene, in der die Protagonistin die Löcher in der Kleidung ihres Kindes stopft (durchgeriebene Knie, das Problem hatte meine Mutter bei mir und meinen zwei Brüdern auch immer). Ich habe keine Ahnung, wie man ein Loch stopft. Also wende ich mich an die Frau, die neben mir sitzt, und frage sie danach. Sie lächelt, und sagt: “Ja, das weiß ich.” Bereitwillig erklärt sie mir, wie das Stopfen funktioniert. Schön! Manchmal ist es doch gut, nicht zu Hause, sondern unterwegs zu schreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Szene 3: Heute, “geheime” Buchlesung in einem Schloßpavillon. Ich muß etwa 50 Bücher signieren (ca. 80 wurden verkauft, juchhu!). Frau Walter spricht mich während des Signierens an, deren Ehemann Verlagsleiter des Brunnen Verlags ist, der die “Todgeweihte” dieser Tage als Hardcover-Ausgabe veröffentlicht. Sie sagt, ihr Mann könne heute nicht hier sein, weil er nach Wien geflogen sei - mit Lauda Air. Ich frage mich schon, warum sie das so betont: Lauda Air. Sie sagt, ausgerechnet diesen Flug sei Nicki Lauda selbst geflogen, und ihr Mann habe das erste Exemplar des Romans dabeigehabt. Er habe es Nicki Lauda geschenkt. Wow! Der Mann war auf Müslipackungen abgebildet, als ich Kind war ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ich sonst so mache? Ich bereite den nächsten historischen Roman vor. Und ich schreibe an der Fortsetzung der “Siedler von Vulgata”, damit im September eine erweiterte Fassung erscheinen kann. Einer der Leser der jetzigen Fassung schrieb:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Was passiert wohl mit den Siedlern von Vulgata, wenn die sie von den Galchinen nicht mehr benötigt werden ? Eine sehr fragwürdige Asyl Entscheidung.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist der klügste Leserbrief, den ich bekommen habe, auch wenn andere wortgewandter und ausführlicher waren. Denn genau darum geht es im neuen, zweiten Teil des Romans. Um eine sehr fragwürdige Asylentscheidung, die plötzlich ihre Schwächen zeigt. Aliens und Menschen, die von einem Tag auf den anderen zusammenleben? So einfach geht das nicht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-114012989106036988?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114012989106036988'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/114012989106036988'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/02/das-ist-kein-telefon.html' title='Das ist kein Telefon'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-113883588145702150</id><published>2006-02-02T00:14:00.000+01:00</published><updated>2006-02-03T16:32:22.620+01:00</updated><title type='text'>Fremde Musik und ein Comic</title><content type='html'>Ich mag Alltags-Experimente (so bleibt das Leben spannend). Darf ich euch eines vorschlagen? Wählt im Radio einmal einen Sender aus, bei dem sich euch die Nackenhaare aufstellen. Ich habe das getan und höre gerade eine Mundharmonika Heimatmelodien säuseln. Den ersten Impuls, das Radio zu zertrümmern, habe ich bezwungen, und jetzt versuche ich, den Reiz dieser Musik herauszufinden. Irgendeinen Reiz muß sie haben. Sonst würde sie keiner hören wollen. Vielleicht ist es das Friedliche. Das Einfache, Verläßliche. In jedem Fall eine interessante Erfahrung, länger als ein paar Minuten auszuhalten, was ich sonst als “nicht zu mir passend” abgewürgt hätte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von der Preisverleihung gibt es keinen Versprecher zu berichten. Nur eines: Sollte ich je im Leben noch einmal in eine solche Lage geraten, schreibe ich mir vorher eine Rede auf. Mein Laudator Fabian Vogt, der Brendow-Verlagsleiter Erich Koslowski, die Pressesprecherin Angelika Janßen – alle haben sie in geschliffenen Worten gesprochen, druckreif. Dann hat man mir den Preis in die Hand gedrückt, und ich habe Alltagssprache geredet. Das entsprach ungefähr dem Gefühl, falsch angezogen zu sein. (Sonst war es eine schöne Veranstaltung und vor allem ein vergnügliches Abendessen danach. Da war es mir nicht mehr peinlich, daß ich mir erklären lassen mußte, was die Begriffe auf der Speisekarte bedeuten – ich war langsam mit den Leuten vertraut.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit einigen Wochen verschweige ich euch meine aktuellen Arbeitsprojekte. Das soll nicht zum Dauerzustand werden. Also plaudere ich gleich mal ein Geheimnis aus: Es entsteht ein Comic! Bruno Waldvogel lieferte mit seinem Musical “Basileia” schon den Stoff für meinen Roman “Die Todgeweihte” – nun arbeiten wir an einem Comic, das denselben Stoff zur Grundlage hat. * Der Zeichner ist Roloff – ich finde, einen besseren kann es nicht geben für dieses Projekt. Und auch keinen besseren Texter. Die Story und die Dialoge stammen von meinem Freund Michael Bregel, der im Hauptberuf Disney-Comics schreibt und übersetzt. Er hat der Geschichte mutige Bildperspektiven zugetraut, und seine Dialoge – na, lest sie selbst in ein paar Monaten. Ich sage nur so viel: Der Mann geht mit der Sprache um wie Roloff mit der Farbe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir bleibt nur, hier und da am Dialog zu zupfen oder ein historisches Detail zu ergänzen. Es ist eine Freude, den beiden Profis bei der Arbeit zuzusehen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines aber ist echt keine Freude mehr: Die Musik. Wird Zeit, daß ich den Radiosender wechsele.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*An dieser Stelle gab es für kurze Zeit Bilder vom Comic zu sehen. Da hat mich der Verlag zurückgepfiffen - sie sollen noch geheim bleiben. Also war es eine Art versehentliche Sneak Preview für alle, die schnell genug hingeguckt haben ... ;)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-113883588145702150?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113883588145702150'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113883588145702150'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/02/fremde-musik-und-ein-comic.html' title='Fremde Musik und ein Comic'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-113834948323089146</id><published>2006-01-27T09:06:00.000+01:00</published><updated>2006-01-27T09:18:03.696+01:00</updated><title type='text'>Tiefes Blau</title><content type='html'>“Die Siedler von Vulgata” sind erschienen, und ich finde, ich habe ein wunderschönes Cover abbekommen: Das tiefe Blau, der Planet, das Raumschiff ... Bin entzückt! Aber seht selbst:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/2319tibi.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px;" src="http://www.titusmueller.de/2319tibi.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Gezeichnet ist es von Dirk Schulz, der für die Werbeagentur Animagic vor allem Grafiken für Computergames, TV-Spots und das Internet entwirft, aber auch als Comiczeichner international erfolgreich ist, unter anderem mit seiner Serie “Indigo” (zusammen mit Robert Feldhoff, erscheint in Deutschland bei Carlsen Comics).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Montag verleiht man mir im Frankfurter Goethe-Museum den C.S. Lewis-Preis. Ich werde in Anzug und Krawatte hingehen, mich noch einmal gaaanz ordentlich rasieren ... Aber sagt mal, hält man da eine Dankesrede? Oder sagt man einfach: “Dankeschön, ich freue mich”? Ich bin ratlos. Zur Sicherheit sollte ich mir wohl drei, vier Gedanken machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es peinliche Momente gab, werde ich euch selbstverständlich an dieser Stelle davon berichten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-113834948323089146?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113834948323089146'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113834948323089146'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/01/tiefes-blau.html' title='Tiefes Blau'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-113796128022928112</id><published>2006-01-22T21:19:00.000+01:00</published><updated>2006-01-22T21:21:20.270+01:00</updated><title type='text'>Alte englische Kompasse</title><content type='html'>Ich liebe absonderliche Läden. Heute habe ich einen in Hannover entdeckt. Gegründet 1876. Das Angebot: Netze nach Maß, Hanfseile, alte englische Kompasse. Blickt man in das Geschäft hinein, so hat man das Gefühl, in einen alten Seefahrerfilm einzutauchen. Hannover ist nicht gerade für einen großen Hafen bekannt. Und selbst in einer Hafenstadt wäre fraglich, wer in einem kleinen Geschäft Netze nach Maß oder Hanfseile oder alte englische Kompasse kauft. Kein Zweifel: Der Ladeninhaber ist ein Idealist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Idealisten haben sofort meine Sympathie. (Den Laden für Schachfiguren aus meiner Geschichte “&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Kurzgeschichten/stadtluft_macht_frei.html" target="blank"&gt;Stadtluft macht frei&lt;/a&gt;” gibt es ebenfalls – und auch dessen Inhaber gefällt mir. Sobald man das Geschäft betreten hat, wird einem eine Tasse Tee angeboten. Und manchmal eine Partie Schach.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die “Todgeweihte” ist sehr gut angelaufen, noch besser, als ich es nach den üppigen Vorbestellzahlen erwartet hatte. Selbstverständlich erfreut sie sich rund um Basel besonderer Beliebtheit. Stadtführungen mit Roger Jean Rebmann zu den Schauplätzen des Romans haben mitunter über 100 Anmeldungen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darf ich eigentlich verraten, daß ich schon ein Belegexemplar meines Perry-Rhodan-Heftromans erhalten habe? Zu spät. Jetzt ist es heraus. Ich plaudere auch nichts aus, liebe Redaktion, will nur kurz sagen, daß ich finde, daß ich das schönste Cover aller Zeiten bekommen habe. Blau, blau, blau und – ja, gut, ich halte die Klappe.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-113796128022928112?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113796128022928112'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113796128022928112'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/01/alte-englische-kompasse.html' title='Alte englische Kompasse'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-113639147195582755</id><published>2006-01-04T17:15:00.000+01:00</published><updated>2006-01-04T17:17:52.000+01:00</updated><title type='text'>Stottern live</title><content type='html'>In einer dpa-Meldung, die heute in vielen Tageszeitungen abgedruckt wurde, bin ich ein “Leipziger Autor”, und der Brendow-Verlag ist ein Tochterverlag des Aufbau-Verlags. Was natürlich nicht stimmt. Trotzdem freue ich mich über das unerwartet große Echo zum C.S. Lewis-Preis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für alle wirklichen Leipziger: Morgen irgendwann zwischen 10.00 und 12.00 Uhr führt der Radiosender mephisto 97.6 im Vormittagsmagazin “Faustschlag” ein Live-Interview mit mir. Wenn ihr mögt, schaltet euch dazu, und hört mich stottern. Live! (Jeder Versprecher ist sofort On Air.)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-113639147195582755?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113639147195582755'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113639147195582755'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/01/stottern-live.html' title='Stottern live'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-113620148627073153</id><published>2006-01-02T12:30:00.000+01:00</published><updated>2006-01-02T12:31:26.283+01:00</updated><title type='text'>Namen, die ich "nett" finde</title><content type='html'>In den letzten Wochen habe ich meine Magisterarbeit geschrieben (deshalb war hier so wenig die Rede von Geschichten). Heute ist sie fertig geworden. 101 Seiten zum Thema "Anleitungen zum Romanschreiben. Konzeptionelle und strukturelle Überlegungen und Studien". Ich hoffe, die Arbeit besteht vor den prüfenden Augen meines Dozenten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Feuilletonchef der Tageszeitung "Darmstädter Echo" hat gerade ein kurzes Telefoninterview mit mir geführt. Endlich konnte ich meine Frage loswerden: Wird der Roman gekürzt beim Fortsetzungsabdruck? Nein, wird er nicht. Und es ist eine Ausnahme, daß ein so umfangreicher Roman dafür verwendet wird – üblicherweise nimmt man nur Romane unter 250 Seiten. Fühle mich geehrt. Die Redaktion ist offenbar davon überzeugt, daß "Die Brillenmacherin" spannend genug ist, um vier Monate in ihrer Zeitung zu laufen, und daß sie auch in kurzen Szenen Lesevergnügen bietet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Habe einen Apfel geschält, und plötzlich festgestellt, wie gut so ein Apfel riecht. Nach einigem Nachdenken wußte ich schließlich, warum mir der Geruch so gefällt. Es ist wie mit allen Dingen: Wenn sie uns an Gutes erinnern, mögen wir sie. Der Apfelgeruch erinnert mich – zunächst unbewußt – an Milchreis mit Apfelmus, an geriebenen Apfel und die liebevolle Pflege meiner Mutter, wenn ich als Kind krank war, und an frischgebackenen Kuchen bei der Oma.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diesen Vorgang, daß wir etwas auf Anhieb mögen, weil es sympathische Erinnerungen wachruft, kann man oft beobachten. Bei Menschen zum Beispiel. Trägt jemand einen Namen, der uns an einen guten Menschen erinnert, finden wir ihn sofort nett. Zu Anfang zumindest.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich widerstehe der Versuchung, eine Liste aufzustellen mit Namen, die ich "nett" finde. Aber ich könnte es. Mir fallen sofort einige ein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-113620148627073153?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113620148627073153'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113620148627073153'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2006/01/namen-die-ich-nett-finde.html' title='Namen, die ich &quot;nett&quot; finde'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-113554959158431248</id><published>2005-12-25T23:18:00.000+01:00</published><updated>2005-12-25T23:32:39.953+01:00</updated><title type='text'>Eine Krähe mit weißen Flügelfedern</title><content type='html'>Weihnachten bei meinen Eltern. Die Pyramide malt Schattenspiele an die Wand. Mir ist wohlig schlecht von Ente, Klößen und Schokolade. Wenn ich die Pyramide anschaue, muß ich daran denken, wie wir als Kinder kleine Spielfiguren zwischen die holzgeschnitzten Bäume stellten, damit sie sich mitdrehten im Kreis, als würden sie einen Spaziergang machen im Zauberwald.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Habe auf dem Feld vor dem Haus Bekanntschaft mit einer Krähe gemacht, die zwischen ihren schwarzen Verwandten hervorsticht: Sie trägt weiße Federn an den Flügeln. Würde ich hier wohnen – ich würde sie suchen jeden Tag, um zu sehen: Geht es ihr gut? Sie wäre mir rasch vertraut. So aber werde ich sie nur in den nächsten Roman hineinbitten. Durch den nächsten historischen Roman fliegt eine Krähe mit weißen Flügelfedern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Habe zwölf Illustrationen erhalten, die in der Hardcover-Ausgabe der "Todgeweihten" abgedruckt werden (erscheint im Februar 2006 beim Brunnen Verlag). Norman Hothum hat sie erstellt. Ein Beispiel:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Todgeweihte_Illustration.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px;" src="http://www.titusmueller.de/Todgeweihte_Illustration.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Es gäbe noch mehr zu erzählen zur "Todgeweihten", aber ich will die Verträge abwarten, ehe ich es ausplaudere. Vorerst eine andere Ankündigung. Die Tageszeitung "Darmstädter Echo" druckt vom 7. Januar 2006 an "Die Brillenmacherin" in Fortsetzungen. Ob der Roman dafür gekürzt wird? Ich bin selber gespannt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-113554959158431248?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113554959158431248'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113554959158431248'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/12/eine-krhe-mit-weien-flgelfedern.html' title='Eine Krähe mit weißen Flügelfedern'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-113459183303982778</id><published>2005-12-14T21:22:00.000+01:00</published><updated>2005-12-14T21:23:53.066+01:00</updated><title type='text'>C.S. Lewis-Preis</title><content type='html'>Ich habe eine Glasmurmel gefunden vor meinem Haus. Ein Kind muß sie dort verloren haben. Habe sie aufgelesen, mit Seife und heißem Wasser gewaschen, und jetzt kann ich sie in den Händen wiegen (sie ist schwer und rollt gut von der Rechten in die Linke). Was mag eine solche Murmel wert sein? Ein paar Cent vielleicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für mich ist sie ein Schatz. Wenn ich ihre glatte Murmelhaut fühle, ihr grünes, geschwungenes Glasinneres ins Licht halte, dann schlägt mein Herz höher. Wir haben diese Murmeln geliebt als Kinder. Ihr wirklicher Wert war für uns nicht von Bedeutung, sie waren glatt und rund und ein herrliches Spielzeug – das allein zählte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber ich will nicht so tun, als hätte ich nicht auch größere Dinge, über die ich mich freuen kann. Habe vor lauter Freude ganz vergessen, euch zu informieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Brendow Verlag hat den C.S. Lewis-Preis ausgeschrieben – für einen Roman, der im Horizont der Handlung christliche Elemente erkennen läßt. Weil in meinem Perry-Rhodan-Roman neben Außerirdischen und Robotern auch die Bibel eine Rolle spielt, habe ich ihn eingereicht, als Stoffvorschlag für einen längeren Roman.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ich habe gewonnen. Das bedeutet, daß ich 40 Tage auf der Isle of Wight vor der englischen Küste verbringen werde, "Schreiburlaub". &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist das fair? Zwei Literaturpreise in einem Jahr? Ich fange langsam an, mich zu genieren vor den anderen, die die Preise eher verdient hätten als ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber schön ist natürlich der Name des Preises. Ich bin ein großer Fan von C.S. Lewis, in meinem Regal stehen ein Dutzend Bücher von ihm. Auch wenn mir die Narnia-Verfilmung nicht so recht gefällt, bleibt C.S. Lewis für mich einer der größten Autoren, einer der klügsten Köpfe, weil er die Fähigkeit besaß, komplexe Sachen einfach auszudrücken. So etwas bewundere ich. (Mal ganz abgesehen davon, daß seine komplexen Sachen sehr wissenswert sind.)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-113459183303982778?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113459183303982778'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113459183303982778'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/12/cs-lewis-preis.html' title='C.S. Lewis-Preis'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-113274111147370930</id><published>2005-11-23T11:17:00.000+01:00</published><updated>2005-11-23T11:20:10.846+01:00</updated><title type='text'>Die Bahnhofsuhr</title><content type='html'>Ein kurzer Gruß aus dem Karlsruher Hotelzimmer (kostenloses WLAN, juchhu!), hauptsächlich, um euch Bescheid zu sagen, daß es bei &lt;a href="http://www.literaturcafe.de" target="blank"&gt;Literaturcafe.de&lt;/a&gt; seit heute zwei Interviews mit mir gibt, das eine in Textform, das andere zum Hören als Podcast. Wolfgang Tischer hatte mich im Hotel in Stuttgart besucht, und wir haben das Gespräch aufgezeichnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gäbe so viel zu erzählen! Muß aber zum Zug ... Vielleicht nur eines (wenn ich schnell tippe, schaffe ich das noch): Auf einem kleinen, alten Bahnhof habe ich eine Uhr entdeckt, die mich an die Bahnhofsuhren meiner Kindheit erinnert. Der Sekundenzeiger streicht tapfer bis zur Zwölf, dann bleibt er stehen, als müsse die Uhr Kraft ansammeln. Einen Moment lang geschieht nichts. Dann endlich rückt der Minutenzeiger mit solcher Gewalt um eine Position weiter, daß er dabei hin und her wackelt. Geschafft! Der Sekundenzeiger läuft wieder an. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, habe ich fasziniert zugeschaut. Wie damals als Kind.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-113274111147370930?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113274111147370930'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113274111147370930'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/11/die-bahnhofsuhr.html' title='Die Bahnhofsuhr'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-113251334318973802</id><published>2005-11-20T20:01:00.000+01:00</published><updated>2005-11-20T20:09:14.493+01:00</updated><title type='text'>Der Swimmingpool</title><content type='html'>Während meiner momentanen Lesereise (Hopfau–Stuttgart–Karlsruhe–Rodenbach–Bad Kreuznach) habe ich das Vergnügen, dreimal im 4-Sterne-Hotel zu wohnen. Nun ist zum Übernachten bei Lesungen folgendes zu sagen: Ich schlafe problemlos im Schlafsack auf dem Wohnzimmersofa oder in einer billigen Pension. Punkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der große Vorteil von Hotels ist allerdings der Schreibtisch im Zimmer. Deshalb kann ich auch die Hotels genießen. So eine Lesereise bedeutet ja nicht, daß tagsüber kein Schreibpensum zu erfüllen wäre. Außerhalb der Abendveranstaltung sitze ich im Zimmer und schreibe. (Wenn es keinen Tisch gibt, muß ich mir etwas einfallen lassen. Neulich habe ich in einer Pension stundenlang vor dem Nachtschränkchen gekniet und geschrieben. Das ging genauso.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Zimmer, in dem ich gerade sitze, ist beinahe so groß wie meine Wohnung. Deshalb hat es einen Schreibtisch. Außerdem verfügt das Hotel über einen Pool. Von meinem Pool-Besuch will ich euch erzählen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ich der einzige Badegast im Hotel-Swimmingpool war, mußte ich mich erst einmal daran gewöhnen, daß jedes Platschen von mir selbst ausging. Zu Anfang hatte ich bei jeder Welle ein schlechtes Gewissen. (Versucht einmal, lautlos zu schwimmen. Das ist nicht so einfach.) Ich habe mich gefragt: Hören die anderen Hotelgäste, wie ich hier herumplansche? Störe ich sie?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann aber siegte mein kindlicher Forscherdrang. (Ihr Frauen dürft jetzt die Augen rollen.) Ich konnte einige Experimente anstellen, die ich vor anderen Badegästen nie gewagt hätte. Hier meine Ergebnisse:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1) Man kommt trotzdem weiter, wenn man die Arme beim Brustschwimmen auf dem Rücken verschränkt.&lt;br /&gt;2) Man kann auch Brustschwimmen, ohne die Beine zu verwenden, indem man sie wie gelähmt herunterhängen läßt und nur die Arme zum Schwimmen verwendet.&lt;br /&gt;3) Ist ein Bein oder ein Arm "gelähmt", wird das Schwimmen etwas mühevoller, aber es funktioniert.&lt;br /&gt;4) Schwierig wird es, wenn eine Körperhälfte "gelähmt" ist. Ich glaube, ich würde untergehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu diesem Zeitpunkt kam jemand an der Glastür zum Poolbereich vorbei, und ich mußte meine Experimente abbrechen. Ich hoffe aber, die Ergebnisse nützen euch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grinsende Grüße aus dem 4-Sterne-Hotel!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-113251334318973802?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113251334318973802'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113251334318973802'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/11/der-swimmingpool.html' title='Der Swimmingpool'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-113195940260989329</id><published>2005-11-14T10:09:00.000+01:00</published><updated>2005-11-14T10:10:02.626+01:00</updated><title type='text'>Rotkehlchen</title><content type='html'>Es gibt einen Unterschied zwischen Singen und Zwitschern. Ich wollte es gar nicht glauben, als ich von draußen feinen, zarten Vogelgesang hörte. Bin zum Fenster gestürzt und habe hinausgeschaut. Da saß tatsächlich ein Rotkehlchen im Baum und sang. Das berührt einen sehr, wenn es draußen grau bewölkt ist und kalt und naß. Es ist wie ein Wunder.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von den Lesungen vergangene Woche will ich vor allem eine hervorheben: Die Schreibwerkstatt mit den Viertklässlern. Schon auf dem Weg durch den Flur der Schule stürmte ein Kind auf mich zu und rief: "Mein Vater liest Ihre Bücher!" Ein anderes brüllte: "Hey Titus!", und wollte Give-me-Five mit mir machen, als seien wir die dicksten Kumpels. Natürlich habe ich mitgemacht. Kinder sind toll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihre Ideen, als sie selber schreiben durften: Ein Ritter wacht auf und es tun ihm alle Knochen weh, weil er am Vortag ein Turnier hatte. Ein Halm sticht ihn und macht das Liegen auf dem Strohlager unbequem (das könnte ich glatt für den nächsten Roman übernehmen). Am Fenster läßt sich eine Taube von ihm streicheln. Über einzelne Ausrutscher wie den Umstand, daß auf dem mittelalterlichen Markt Bananen verkauft werden, kann man locker hinwegsehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil ihr per E-Mail fragt, was ich denn jetzt so mache, zwei Sätze dazu. Zuerst bringe ich die Überarbeitung des Perry-Rhodan-Romans zu Ende. Und dann – am Nachmittag – lese ich die Kapitel von Eric Walz, die er für unseren neuen Gemeinschaftsroman geschrieben hat. Der Roman wird "Der zwölfte Tag" heißen und erscheint in zwölf Wochen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute bekam ich einen Zeitungsartikel aus der Badischen Zeitung zu lesen. Dort wird "Die Todgeweihte" vorgestellt, und auch einiges über mich gesagt. Ist ein merkwürdiges Gefühl, das zu lesen. Es klingt, als würde ich ein außergewöhnliches Leben in ständigem Erfolgstaumel führen. Dabei sitze ich hier bloß an einem uralten Schreibtisch von meinem Vater vor einem wuchtigen 21-Zoll-Monitor und tippe Buchstaben ein. Zwischendurch renne ich in die Küche und fülle mir mein Glas mit Leitungswasser. Im Bad rumort die Waschmaschine, damit nächste Woche die guten Sachen sauber sind, wenn ich wieder Lesungen habe. That’s it. Das Besondere an meinem Leben ist nicht das Schreibtalent. Das Besondere, so wie ich es empfinde, ist das Rotkehlchen, das vor dem Fenster singt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Raubvögel gibt es hier auch. Da habe ich mal eine Frage an die Ornithologen unter euch. Ich sehe hier oft ganze Raubvogelfamilien kreisen, drei oder vier Vögel über dem gleichen Acker. Wenn sie ein Beutetier sehen, lassen sie sich vom Himmel fallen und stoßen darauf herunter. Ich frage mich: Was machen sie, wenn zwei von ihnen das Tier zugleich entdecken? Oder drei? Bei den Geschwindigkeiten, stoßen die da nicht mit den Köpfen zusammen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber schön sehen sie aus, wie sie mit ausgebreiteten Schwingen den Himmel regieren.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-113195940260989329?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113195940260989329'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113195940260989329'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/11/rotkehlchen.html' title='Rotkehlchen'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-113102552354412683</id><published>2005-11-03T14:42:00.000+01:00</published><updated>2005-11-03T15:01:01.096+01:00</updated><title type='text'>Die Fernsehtermine</title><content type='html'>Es ist viel passiert in den letzten Tagen. Eigentlich bräuchte ich zehn Journal-Einträge, um es alles zu berichten. Aber draußen scheint die Sonne, und es gibt literweise köstliche Herbstluft – muß man die nicht einatmen gehen? Also nur eine Kurzfassung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Perry-Rhodan-Roman ist fertig. Jetzt überarbeite ich ihn noch ein wenig, und morgen bekommt ihn Klaus Frick. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich begreife, warum die Serie nach so vielen Jahre immer noch quicklebendig ist. Das kleine Geschöpf Douc Langur, von dem ich in meinem ersten "Silberband" gelesen habe, mag ich gar nicht wieder verlassen, so sehr habe ich es liebgewonnen. Stellt euch das vor: Ein Wesen, das unter der Frage leidet, ob es wirklich lebt oder nur ein Roboter ist, und das mit seinem Raumschiff HÜPFER durch das All fliegt, weil man ihm vor langer Zeit einmal aufgetragen hat, fremde Welten zu erforschen. Es ist allein, neugierig, manchmal verzweifelt. Man muß es einfach lieben. Dazu natürlich Alaska Saedelaere, mutig, erfahren ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von meinem eigenen Perry-Rhodan-Roman darf ich hier noch nichts berichten. Geduldet euch ein bißchen. Ihr könnt ihn bald lesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war ein schöner Sciencefiction-Urlaub. Nun kehre ich zu den historischen Romanen zurück. (Hat da jemand Mittelalter-Urlaub gesagt? Okay, okay, ich weiß, ich habe einen Traumjob.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit den Lesungen geht es gut. In Neubrandenburg hat sich der Termin verändert, weil wohl die Leute nicht in den Laden passen, und wir in ein kleines Kino ausweichen müssen. Für Lorsch sind eine Woche vor der Veranstaltung alle Karten vergeben – 100 Leute kommen. Freue mich sehr, und verneige mich vor dem Einsatz der Veranstalter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Letzten Freitag war ich in Wetzlar im Fernsehstudio des ERF. Kameramann Andi war so freundlich, ein paar Fotos zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/TitusERF1.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px;" src="http://www.titusmueller.de/TitusERF1.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/TitusERF2.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px;" src="http://www.titusmueller.de/TitusERF2.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/DoroTitusERF.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px;" src="http://www.titusmueller.de/DoroTitusERF.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Gestaunt habe ich über die Gelassenheit von Moderatorin Doro Wiebe, die noch Scherze gemacht hat, als längst der Aufnahmeleiter die Sekunden herunterzählte bis zum Start der Sendung. Und die nur fröhlich genickt hat, als die Regie sie bat, in der Begrüßung einen Halbsatz mehr zu sagen. Das könnte ich nicht, so spontan.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf der Fahrt zum Bahnhof sagte mir der Produktionsleiter, daß die Sendungen des ERF auf rund 30 regionalen Fernsehsendern laufen. Für unsere Aufzeichnung weiß ich die Termine allerdings nur von diesen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;rheinmaintv (19.11., 17:00 Uhr)&lt;br /&gt;FAB (19.11., 22:30 Uhr; 20.11., 08:30 Uhr; 20.11., 15:30 Uhr)&lt;br /&gt;Erfurt TV (20.11., 21:00 Uhr)&lt;br /&gt;Bibel TV (22.11., 19:30 Uhr)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Falls ihr euch das anseht, achtet auf die weiche Kamerafahrt unten in der Burg! Das war Andi auf seinem Schienenwagen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-113102552354412683?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113102552354412683'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113102552354412683'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/11/die-fernsehtermine.html' title='Die Fernsehtermine'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-113027870620484484</id><published>2005-10-26T00:16:00.000+02:00</published><updated>2005-10-26T00:18:26.216+02:00</updated><title type='text'>Keine militärische Strenge bei "Perry Rhodan"</title><content type='html'>Während ich noch am Heftroman schreibe, beraten der Perry-Rhodan-Chefredakteur Klaus Frick und ich gerade einen Titel und Untertitel dafür. Außerdem hat mich der Illustrator kontaktiert. Ich hätte nicht erwartet, daß ich überhaupt gefragt werde, wie der Roman heißen soll und welche Szene illustriert werden könnte. Meine Vorstellung war: Bei Heftromanen, und vor allem bei einer Serie, die seit 1961 besteht, müssen die Autoren jedwede Freiheiten aufgeben. So ein Projekt will straff geführt sein. Ich erlebe aber erfreut, daß es bei Perry Rhodan eher freundlich als mit militärischer Strenge zugeht. Für meine technischen Rückfragen unterbricht Klaus Frick bereitwillig sein Tagesprogramm und erklärt mir, wie ... Nun, das verrate ich besser doch nicht. Habe mitbekommen, daß einige Perry-Rhodan-Fans dieses Weblog lesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Ich habe auf Deiner HP keinen Hinweis gefunden, welche Art Bücher Du am liebsten liest. Ob Du ein Genre einem anderen vielleicht vorziehst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Julia&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich vergleiche das Lesen gern mit dem Essen. Es wäre doch langweilig, wenn jeden Tag Pizza auf dem Tisch stünde, oder? Mir schmeckt Pizza, aber nach drei Tagen würde ich anfangen, mich nach Kartoffeln zu sehnen. Genauso geht es mir mit dem Lesen. Ich springe freimütig zwischen den Genres hin und her, mal lese ich einen Klassiker, dann einen Historischen Roman, dann wieder Sciencefiction oder ein Sachbuch. Ich kann mich für vieles begeistern. Entsprechend bunt gemischt sind meine Bücherregale. Obwohl, "gemischt" trifft es nicht ganz. Seit dem Umzug sind meine Bücher nicht nur nach Größe, sondern auch thematisch sortiert. Ich fürchte, wenn ich noch ein bißchen älter werde, fange ich an, sie innerhalb der Themen außerdem alphabetisch zu ordnen oder etwas ähnlich Verrücktes. Hätte ich doch lieber Bibliothekar werden sollen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Augenblick lese ich den Perry-Rhodan-Silberband Nummer 88. Danach kommen die Narnia-Chroniken von C.S. Lewis an die Reihe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wenn ich dein Logbuch so lese, habe ich den Eindruck, dass du nur schreibst und büfflelst oder büffelst und schreibst... Nicht dass ich was dagegen hätte (nur leider ist mein zweiter Vorname Neugier), hast du auch Hobbies, Freunde? Und wie bekommst du das so unter einen Hut? Stelle mir das irgendwie kompliziert vor, ständig &lt;die Welten&gt; zu wechseln.  &lt;br /&gt;viele Grüße von&lt;br /&gt;Laura&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wirke ich tatsächlich so fleißig? Das muß an meinem Wunsch liegen, immer einen guten Eindruck zu machen. Die Niederlagen erzähle ich nicht so gern. Aber glaub mir, oft genug spiele ich Computer (zum Beispiel mit einem Freund aus Berlin "Earth 2160" über das Internet – unsere Versionen sind &lt;a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,381123,00.html" target="blank"&gt;gekauft und nicht geklaut!&lt;/a&gt;), gucke mir DVDs an, surfe durch das Internet, gehe spazieren oder liege auf dem Sofa und lese. Ich könnte bestimmt doppelt soviel schreiben jeden Tag, würde ich nicht Stunde um Stunde "herumbummeln", bis ich merke: So schaffe ich das Tagespensum nicht mehr vor dem Abendbrot.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also: Klar gibt es Freunde, und wir machen ganz normale Dinge. Wir gehen ins Kino, "zocken" (so nennen wir das Computerspielen), plaudern über Gott, Bücher, Karriere, Frauen und alles andere wichtige, und beklagen, daß wir doch viel zu selten Zeit füreinander haben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-113027870620484484?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113027870620484484'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/113027870620484484'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/10/keine-militrische-strenge-bei-perry.html' title='Keine militärische Strenge bei &quot;Perry Rhodan&quot;'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112958298832938665</id><published>2005-10-17T23:02:00.000+02:00</published><updated>2005-10-17T23:03:08.340+02:00</updated><title type='text'>Bis sechs, zehn oder zwanzig</title><content type='html'>Was für ein spannender Tag. Ich habe geübt, an einer Kamera vorbei die Redakteurin anzuschauen. Dieselbe Frage kann ich jetzt viermal auf verschiedene Weise beantworten. ("Machen wir noch einen. Bitte etwas kürzer, und ohne daß du ... erwähnst.") Ich kann innerlich bis sechs, zehn oder zwanzig zählen, bevor ich eine bestimmte Bewegung vollführe, und wirke dabei hoffentlich so natürlich, als wäre es mir gerade erst eingefallen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am See haben wir gedreht, in der Stadt, an der Gänseweide. Die eitlen Gänse haben sich vor der Kamera in einem Drecksloch gebadet. Vielleicht halten sie das für filmwürdig? In der Stadt sind Passanten stehengeblieben; selbst die Autos wußten nicht immer recht, ob sie vorüberfahren durften.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einen ganzen Tag Dreharbeiten für wenige Minuten Fernsehmaterial. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dennoch hat die Sache Spaß gemacht. Bei den Dreharbeiten im Gewölbe unter der Burg haben Redakteurin, Kameramann, Tontechniker und Azubine gezaubert. Sie haben Schienen ausgelegt für einen Eisenwagen, den sie "Dolly" nannten. Auf diesem fuhr der Kameramann weich durch den Raum. Kerzen haben sie aufgestellt, Scheinwerfer auf die Säulen ausgerichtet, ein Schwert platziert, auf dem Funken wandern durften, und plötzlich, da hatte unsere Szene etwas zutiefst Mittelalterliches. Der Kameramann sprach immer öfter vom "Namen der Rose", und als ich mir die Aufnahme auf seinem kleinen Schwarz-Weiß-Bildschirm ansah, dachte ich: Er hat recht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn alles gut geht, kann ich euch mindestens diese Szene hier auf der Website zeigen, Ende November, wenn der Beitrag gesendet worden ist. Ich sage nochmal Bescheid, wo und wann man ihn sehen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einem Kellergewölbe aus dem 14. Jahrhundert, umgeben von Profis – da kann man nicht viel falsch machen. Trotzdem weiß ich: Ich tauge nicht zum Schauspieler. Wißt ihr, es ist mir schwer genug gefallen, vor der Kamera ich selbst zu sein. Unglaublich, daß man sich dafür anstrengen muß, sobald man sich beobachtet wähnt. Das wird der Treppeneffekt sein. Wollt ihr ihn ausprobieren? Geht mal eine Treppe hinunter und denkt dabei darüber nach, daß ihr gerade eine Treppe hinuntergeht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hafte nicht für die Folgen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112958298832938665?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112958298832938665'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112958298832938665'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/10/bis-sechs-zehn-oder-zwanzig.html' title='Bis sechs, zehn oder zwanzig'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112914525111168106</id><published>2005-10-12T21:21:00.000+02:00</published><updated>2005-10-12T21:27:31.120+02:00</updated><title type='text'>Nichts zum Anziehen</title><content type='html'>In der "Brillenmacherin" geht es um die erste englische Bibelübersetzung, meine anderen Romane kann man getrost als Ketzergeschichten bezeichnen – verständlich, daß Bibel TV und der Evangeliumsrundfunk ERF darauf aufmerksam geworden sind. Zumal ich die Romane ja als Mensch schreibe, der selbst an Gott glaubt. (Bei einer Lesung in Dortmund fragte man mich kürzlich, ob meine Romane von Ketzern handeln, weil ich selber einer bin. Die Lesungsbesucher werden auch immer frecher. Aber bei mir dürfen sie das.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Morgen früh fahre ich nach Hamburg ins Studio von Bibel TV und unterhalte mich für eine Folge der Talksendung “Bibel TV das Gespräch” mit &lt;a href="http://www.hoffmann-rothe.de" target="blank"&gt;Maren Hoffmann-Rothe&lt;/a&gt;. Den Sendetermin sage ich euch noch. Damit ihr nicht vom Stuhl fallt, eine kurze Warnung vorweg: Die Haare sind ab. Ich sehe jetzt ungefähr so aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Haareab.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px;" src="http://www.titusmueller.de/Haareab.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Nur, daß die Haare noch kürzer geworden sind. Diese Bilder sind vor ein paar Wochen bei einem Interview in Wiesbaden entstanden, und seitdem war ich wieder beim Friseur. Man könnte meinen, ich habe etwas nachzuholen ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich morgen die "Feuerprobe" bestanden habe, geht es gleich weiter. Am Montag rückt ein Fernsehteam des ERF bei mir zu Hause ein. Bis dahin soll ich noch eine Wasserpumpe, eine alte Häuserfront mit Schaufenster und ein paar Schwerter auftreiben. Letzteres wird schwierig. Aber mir gefällt, daß die Redakteurin sich so viele Gedanken macht. Ich muß das Team unbedingt zur Gänseweide hinlotsen. Heute sind ungefähr hundert Gänse in breitem Schwarm hinter einer einzigen hergewatschelt. Ein tolles Bild. Ich hoffe, das machen sie am Montag nochmal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und eben stand ich vor dem Spiegel und habe mich doch tatsächlich dabei erwischt, wie ich einen Klassiker gedacht habe: Ich habe nichts zum Anziehen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112914525111168106?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112914525111168106'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112914525111168106'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/10/nichts-zum-anziehen.html' title='Nichts zum Anziehen'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112884722685153496</id><published>2005-10-09T10:23:00.000+02:00</published><updated>2005-10-09T10:43:14.386+02:00</updated><title type='text'>Titus, der Hochstapler</title><content type='html'>Zwei interessante Veranstaltungen habe ich hinter mir, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vergangenes Wochenende: Die Würth-Preisverleihung. Man unterhielt sich über die Entwicklung an den deutschen Universitäten, Rotwein, Verlage. Man verwendete Worte wie "unsäglich", flocht Zitate von Adorno oder Roland Barthes in seine Rede ein, und war generell eher von nobler Zurückhaltung. Glücklicherweise hatte ein Jurymitglied seinen fünfjährigen Sohn mitgebracht – der hat die Sache aufgelockert. Ich kenne kein einziges Zitat von Adorno oder Roland Barthes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Wochenende: Das erste Treffen von "&lt;a href="http://www.publicon.org" target="blank"&gt;Publicon&lt;/a&gt;. Christen im Journalismus". Hier drehten sich die Gespräche um Politik, Karriere in den Medien, darum, wie man trotzdem Mensch bleibt und ethisch handelt. Zwischendrin wurde auch öfter gebetet, das hat mir gefallen. Am ersten Abend saß man an Tischen für vier Personen, und natürlich mußte sich ausgerechnet der Referent an meinen Tisch setzen: Dr. Nicolaus Fest aus der Chefredaktion der "Bild". Wie fängt man da ein Gespräch an? Mein erster Versuch war gleich ein Faux-Pas. Ich fragte ihn nach dem einzigen "Bild"-Mitarbeiter, den ich kenne – nach dem Rezensenten, der meine Romane in der "Bild am Sonntag" besprochen hat. Nur um zu erfahren, daß "Bild" und "Bild am Sonntag" von getrennten Redaktionen gemacht werden, und daß sie sich spinnefeind sind. Hüstel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem habe ich eine Menge dazugelernt, an beiden Wochenenden. Und ich kapiere gar nicht, warum ich dort hinfahren, in einem Hotel wohnen und all diese Menschen kennenlernen darf. Diese Lebenserfahrung kommt wir vor wie ein Geschenk ohne Absender, und ich bin etwas ratlos – natürlich auch dankbar! –, immer in der Sorge, man habe mich nur verwechselt, irgendwann käme heraus, daß alles ein Irrtum war, oder daß ich ein Hochstapler bin, daß man sich in mir getäuscht hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am besten ist wohl: Ich merke mir das Gelernte, und kehre damit zurück zum Alltag. Was gibt es alltäglicheres als Aldi? Zum Ausgleich also eine Aldi-Geschichte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Freitag stehe ich bei Aldi in der Schlange. Eine lange Schlange. Endlich wird eine zweite Kasse geöffnet. Wir teilen uns auf. Da sprintet von hinten eine ältere Frau voran und schiebt sich vor mir an das Förderband. Mit einem Knurrlaut ruft sie ihren Mann herbei, der einen übervollen Einkaufswagen zwischen mich und meinen Vordermann zwängt. So dermaßen frech hat sich in meiner Gegenwart schon lange keiner mehr vorgedrängelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Mühe bezähme ich meinen Ärger. Ich schaue auf das Eis, das sie aufs Band legen, und sage mir: Die hatten eben Angst, daß ihr Eis schmilzt. Ich sage mir: Die haben’s eilig, ich nicht. Aber so richtig beruhigen sich die Gedanken nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da sehe ich hinter mir einen Mann ohne Wagen, der nur Brot kauft und ein Netz Orangen. Ich frage ihn: Wollen Sie vor? Er bedankt sich und geht vor mich. Ich muß grinsen. Schon geht es mir besser. Ich stehe zwar noch weiter hinten in der Schlange, aber es macht mir überhaupt nichts mehr aus. Wozu der Streß? Sollen sie nur alle vorgehen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112884722685153496?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112884722685153496'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112884722685153496'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/10/titus-der-hochstapler.html' title='Titus, der Hochstapler'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112798098060907609</id><published>2005-09-29T09:33:00.000+02:00</published><updated>2005-09-29T10:05:00.013+02:00</updated><title type='text'>Unmöglich verliebt inmitten von Robotern und Außerirdischen</title><content type='html'>Beim Lektorat lache ich von Zeit zu Zeit laut auf - vor Vergnügen! Es versetzt mir Adrelaninschübe, wenn ich ein Wort durch ein viel besseres Wort ersetzen kann. Sätze umzuformulieren, Fehler auszubessern, die letzte Politur am Roman: Jedes Mal erlebe ich dabei eine Art Glücksrausch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf allen Seiten ist man zufrieden mit der "Todgeweihten", was mich erleichtert. Die Buchhändler haben sie in großer Stückzahl vorbestellt (fünfstellig!), Weltbild will sie in seinem Dezemberkatalog bewerben, und mein Lektor meint, ich habe mich wieder verbessert, habe wieder dazugelernt. Die Geschichte ist rasant geworden, knapp, fesselnd. Natürlich hatte ich auch eine gute Plotvorgabe durch Bruno Waldvogel-Frei. In fünf, sechs Wochen sollte die "Todgeweihte" in den Regalen liegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Währenddessen schreibe ich den ersten Heftroman meines Lebens. (Mein Agent Michael Gaeb war gar nicht so arg schockiert, als ich es ihm diese Woche beichtete.) Es wird Heft 2319 der Serie "Perry Rhodan", also eine Sciencefiction-Geschichte. Wer schon einmal völlig unmöglich verliebt war, wird sich inmitten von Außerirdischen und Robotern recht gut in diese Geschichte hineinversetzen können. Ich kann's.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112798098060907609?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112798098060907609'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112798098060907609'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/09/unmglich-verliebt-inmitten-von.html' title='Unmöglich verliebt inmitten von Robotern und Außerirdischen'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112722282097591111</id><published>2005-09-20T15:24:00.000+02:00</published><updated>2005-09-20T15:33:21.986+02:00</updated><title type='text'>"Ich", rief Friedrich</title><content type='html'>"Die Todgeweihte" ist abgegeben. Hoffe, die Nachtschichten haben sich gelohnt. Es ist ein seltsames Gefühl, jetzt darüber zu schreiben, wo noch so viel schiefgehen kann. Wird der Lektor auch mit der zweiten Romanhälfte zufrieden sein, oder müssen umfangreiche Passagen überarbeitet werden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Roger Rebmann von &lt;a href="http://www.altbasel.ch" target="blank"&gt;altbasel.ch&lt;/a&gt; hat das Manuskript in Windeseile durchgelesen und mir einige Hinweise zu Stellen gegeben, an denen ich mich mit Ortsbeschreibungen irre. Zwei Baselbesuche machen einen nicht zum Profi – da bin ich froh, wenn ein Profi mir weiterhilft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir selbst hat beim nochmaligen Überarbeiten vor allem Friedrich gefallen, der siebenjährige Sohn der Protagonistin. Er war gar nicht so eingeplant, ist aber zu einem wunderbar frechen und selbstbewußten Kind geworden. Den kleinen Fuchs nennen sie ihn, wegen der roten Haare. Wollt ihr ihn kennenlernen? Aus dem 26. Kapitel:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;Den kleinen Fuchs hatte das Gespräch längst gelangweilt. Er stand am Brunnen und ließ Steine hineinplumpsen.&lt;br /&gt; "Das wird Onkel Blackhall sehr wütend machen", rief Saphira hinüber. "Laß es, Friedrich! Wer soll in den dunklen Schacht hinuntertauchen und die Steine wieder herauslesen?"&lt;br /&gt; "Ich", rief Friedrich. Er sah voller Begeisterung in den Brunnen hinab. Seine Stimme hallte. "Ich tauche hinunter! Darf ich, Mutter?"&lt;/blockquote&gt;Offiziell habe ich mir ein paar Tage Urlaub verordnet. Aber natürlich ist das Notebook dabei, und ich bemühe mich, ein wenig mit den E-Mails aufzuholen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112722282097591111?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112722282097591111'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112722282097591111'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/09/ich-rief-friedrich.html' title='&quot;Ich&quot;, rief Friedrich'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112680400007171173</id><published>2005-09-15T19:01:00.000+02:00</published><updated>2005-09-15T19:15:04.816+02:00</updated><title type='text'>Eine kleine Tür öffnete sich</title><content type='html'>Gestern, bei der Lesung in Dortmund, gab es Gelächter. Ich lese Seite 9 der "Brillenmacherin":&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;Catherine sah an den eisenbeschlagenen Torflügeln hinauf. Als sie anklopfte, hörte man nichts. Das Holz wies ihre Hand ab wie eine lästige Mücke. Sie drehte sich herum und blickte den Weg zurück. Tränen standen ihr in den Augen. Catherine holte mit dem Fuß aus, trat gegen das Tor. Eine kleine Tür öffnete sich.&lt;/blockquote&gt;In diesem Augenblick geht die Ladentür auf. Vierzig Leute lachen, und der Mann, der eingetreten ist, guckt so verdutzt, daß sie noch mehr lachen. Ich erkläre, was ich gerade gelesen habe, daß sich eine Tür geöffnet hat im Roman, und ein Wächter fragte: Was willst du? Darauf der Mann: Ich will Fotos machen. Ich komme von den Ruhr Nachrichten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine lustige Lesung war's. Das Publikum freundlich, der Laden gefüllt bis in den letzten Winkel. Deshalb soll ich in fünf Wochen nochmal an den gleichen Ort kommen (Horst Krumme, der Veranstalter, hatte ein Dutzend Leute abweisen müssen.) Eine Premiere für mich, so eine Doppelvorstellung. Was lerne ich daraus? Kleine Veranstaltungsorte sind gut. Sie sind leichter zu füllen. Aber das wäre nur die halbe Wahrheit. Herr Krumme hat sich ins Zeug geworfen: Er hat fleißig Werbung gemacht. Seine Schaufensterdeko seht ihr hier – mit bestem Dank an den Fotografen Ulli Saffran.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Schaufenster.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px;" src="http://www.titusmueller.de/Schaufenster.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;Und weil ihr nachgefragt habt: Daß ich in den letzten Tagen so selten Journaleinträge schreibe, hängt mit der "Todgeweihten" zusammen. Ich arbeite jede freie Minute am Finale. Es wird spannend, habe gerade am Ende nochmal alles umgedreht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112680400007171173?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112680400007171173'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112680400007171173'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/09/eine-kleine-tr-ffnete-sich.html' title='Eine kleine Tür öffnete sich'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112604160111348989</id><published>2005-09-06T23:18:00.000+02:00</published><updated>2005-09-06T23:20:01.120+02:00</updated><title type='text'>Stillhalten! Ein Foto!</title><content type='html'>Nur noch etwa 60 Romanseiten, dann ist die Geschichte zu Ende erzählt. Heute habe ich in der "Todgeweihten" einen Jungen einen Streich spielen lassen: Er ist auf einer hohen Mauer herumgeklettert und tat dann so, als sei er heruntergefallen. Ich glaube, das angsterfüllte Gesicht seiner Mutter (das ist die Protagonistin) hat ihm gut getan. So etwas wünscht man sich ja als Kind: Das eigene Begräbnis mitzuerleben. Vor allem, wenn man gerade schmollt. Man will dann sehr gern sehen, wie sie alle um einen weinen ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und wenn ich gerade nicht schreibe? Dann mache ich zum Beispiel eine spontane Fotosession mit einer Spinne, die sich in meine Wohnung verirrt hat. Das war ein Monsterviech! Aber es hat stillgehalten, immerhin für 24 Bilder. Was beweist: Selbst Monster sind eitel. Bitte klickt nur auf diesen &lt;a href="http://www.titusmueller.de/Winkelspinne.jpg" target="blank"&gt;Link&lt;/a&gt;, wenn ihr nicht empfindlich auf Spinnenbilder reagiert.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112604160111348989?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112604160111348989'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112604160111348989'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/09/stillhalten-ein-foto.html' title='Stillhalten! Ein Foto!'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112568177824936909</id><published>2005-09-02T19:17:00.000+02:00</published><updated>2005-09-02T19:22:58.256+02:00</updated><title type='text'>Schottland und der Goldschnitt einer edlen Romanausgabe</title><content type='html'>Da ich weiß, daß viele Journal-Leser direkt hierher surfen und nicht über meine Website, nochmal ein Hinweis auf den Beitrag in Deutschlandradio Kultur: Morgen (03.09.) zwischen 17.30 und 18.00 Uhr sendet DLR Kultur ein Interview mit mir zur "Brillenmacherin" im Rahmen der Sendung "Beispielsweise". Auf welcher Frequenz ihr den Sender bei euch hören könnt, erfahrt ihr &lt;a href="http://www.dradio.de/dkultur/frequenzen/" target="blank"&gt;hier&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer die "Brillenmacherin" noch nicht gelesen hat oder gerade dabei ist, kann sich mit mir und einer ganzen Runde von Lesenden bei &lt;a href="http://www.buechereule.de/wbb2/board.php?boardid=258&amp;sid=" target="blank"&gt;Buechereule.de&lt;/a&gt; darüber unterhalten. Vor fünf Minuten habe ich dort einen Beitrag über das Entstehen des Romans gepostet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach diesem Nachrichtenteil eine wunderbar literarische, traumhafte und doch wahrheitsgetreue Reieschilderung, die Carolin mailte. Sie beschreibt Schottland als Land,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;wo man ständig rechts überholt wird, wo die Berge wie nackte Buckel schlafender Riesen umherliegen, wo sich die Wolken vor den Hügelkuppen zusammenrotten, um gemeinsam diese letzte Hürde zu nehmen. Wenn es anfängt zu regnen, wird die Luft ganz weiß vor Wasser. Man ist dort sehr nah am Himmel ... Wenn es neblig wird, wird alles einheitlich grau im Gegensatz zu hier, wo man meistens noch durch diverse Farbabstufungen erkennen kann, dass sich da mehrere Berge hintereinander verstecken. Wenn die Sonne ihre späten Strahlen über das Land wirft, verpasst sie der Weite im letzten Augenblick noch einen Goldschnitt wie einer edlen Romanausgabe. Und tatsächlich kann man die Landschaft lesen wie ein Buch. Manchmal ist es so leise, dass selbst meine eigenen, vorsichtigen Schritte zerstörerisch laut wirken. Und dann abends in einer Cottagescheune, vollgestopft mit schätzungsweise 1001 Büchern, Photographien und norwegischem Holzofen, Schaukel und Schallplatten, Kisten voll Krimskrams und und und, ein Konzert geben auf einem Flügel, der tot schien, jedoch nur darauf gewartet hatte, nach "einmal im Leben Schubert" selig zu entschlafen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Habe keinen angelnden Schotten getroffen, nur einen vom Alter gekrümmten David, der zu meinen vom Blatt gespielten schottischen Country Dances die tollkühnsten Aufführungen wagte.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sollte ich diese Mail für mich behalten? Manche Sachen muß man einfach teilen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112568177824936909?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112568177824936909'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112568177824936909'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/09/schottland-und-der-goldschnitt-einer.html' title='Schottland und der Goldschnitt einer edlen Romanausgabe'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112533640525548467</id><published>2005-08-29T19:00:00.000+02:00</published><updated>2005-08-29T19:26:45.263+02:00</updated><title type='text'>Märchenlesung bei Aldi</title><content type='html'>Heute nachmittag bei Aldi: Eine Vierjährige nimmt ihrer Mutter den Kassenzettel aus der Hand, hält ihn sich feierlich mit beiden Händen vor das Gesicht und "liest" (so laut, daß es der halbe Laden hört): "Liebe Natalie, es war einmal ein Mann ..." Folgt eine Art Märchen, das sie sich selbst erzählt. Es geht um lange Nasen und andere Verrücktheiten. Ihrer Mutter ist es sehr peinlich. Warum bloß? Sie kann doch stolz sein auf ihre Tochter! Wer kann schon von einem Kassenzettel so etwas ablesen? Mir jedenfalls hat es den Einkauf versüßt. Hoffe, falls ich irgendwann mal Kinder habe, können die so etwas auch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einige von euch haben mich darauf hingewiesen, daß mein stummer Pianist gar nicht stumm und eigentlich gar kein Pianist war. Danke für die eingescannten oder verlinkten Zeitungsartikel! Da wollten wir wohl alle ein Märchen vom Kassenzettel lesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Übers Wochenende war ich bei meiner Großmutter. Dort steht noch die alte elektrische Schreibmaschine, auf der ich als Zwölfjähriger gelernt habe, mit zehn Fingern zu tippen. Ich habe gleich einen Brief darauf geschrieben. Es klingt sehr geschäftig, wenn man jede Taste wie einen Hammer zuschlagen hört. Andererseits: Mir täten die Nachbarn leid. Einen Brief schreibt man in einer halben Stunde – aber einen Roman? Frage mich, wie man es vor dreißig Jahren neben einem Schriftsteller ausgehalten hat.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112533640525548467?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112533640525548467'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112533640525548467'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/08/mrchenlesung-bei-aldi.html' title='Märchenlesung bei Aldi'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112482323981377043</id><published>2005-08-23T20:46:00.000+02:00</published><updated>2005-08-23T20:53:59.823+02:00</updated><title type='text'>Menschen mit Namen wie Cynybulk</title><content type='html'>Beim Beantworten von E-Mails begegnen mir mitunter Fragen, die auch euch Journal-Leser interessieren könnten. So war es bei dieser Mail von Sarah Kaiser, die ich euch hiermit in kleinen Häppchen darbiete. (Warum ich Sarah Kaiser schreibe und nicht einfach nur Sarah? Wie denn – ihr kennt Sarah Kaiser nicht? Weiterlesen! Und dann CDs kaufen!)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Hut ab! Reife Leistung, diese Romane in so jungem Alter. Und nicht nur einen, nein, gleich drei. Mit Recherche und allem. Habe zuerst den Kalligraphen gelesen, dann die Brillenmacherin. Liest sich gut! Hier die Fragen zu letzterem Roman: Wie kamst Du auf die Idee, diese Story zu schreiben? Wie kamst Du auf die Figuren Deiner Romane?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der "Brillenmacherin" sind fast alle Figuren authentisch. Es hat diese Geschichte wirklich gegeben, mit dem geheimen Ritterbund, Erzbischof Canterbury, Doktor Hereford – selbst Sligh ist nicht erfunden! Entdeckt habe ich sie in einem Buch über Ketzer, und mich dann immer tiefer gegraben. (Besonders ergiebig: "Lancastrian Kings and Lollard Knights" von McFarlane.) Und die Sache mit dem Brillenmachen ... Das Thema hatte ich schon lange vor. Seit einigen Jahren. Man bringt das gar nicht so leicht zusammen, das Mittelalter und dieses diffizile Gläserschleifen und Schnitzen von Brillengestellen. Ich fand es sehr reizvoll, das mal zu erzählen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Hast Du je Theologie studiert, oder lernt man all die kirchengeschichtlichen Fakten im Geschichtsstudium?? Gab es auch einen "guten" Bischof von Canterbury?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe nie Theologie studiert. In meinem Studienfach Mittelalterliche Geschichte habe ich ein bißchen Überblick bekommen, aber das meiste lese ich erst, wenn ich am Roman sitze. Diese Sachen sind ja kein Geheimnis. Bibliotheken sind gesprächig ... Findest du, William Courtenay ist böse? Er ist nett zu Tieren. Naja, okay. Ich gebe zu, ich habe ihn ein bißchen finster gemalt. Ob er wirklich so war, vom Charakter her, das weiß ich nicht. Was er getan hat, kann man hingegen recht genau nachvollziehen. Und daß es auch "gute" Bischöfe gab, habe ich ja im Roman "Der Kalligraph des Bischofs" geschildert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wieso im zweiten und dritten Roman der Wechsel vom männlichen zur weiblichen Protagonistin? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soll ich ehrlich sein? Das war der Wunsch des Verlages. Weil mehr Frauen Romane lesen als Männer. Und mir hat es nichts ausgemacht – ich finde es sehr spannend, mich in die Position einer Frau hineinzudenken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wo lernt man Menschen kennen, die so abgefahrene Namen wie "Cynybulk" haben? ... ;-)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Aufbau-Verlag. So müßte ich heißen! Titus Cynybulk. Wäre das nicht viel einprägsamer? Nun ist es zu spät. (Und mein Lektor wäre sicher nicht einverstanden gewesen, wenn ich seinen Namen gestohlen hätte.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soviel zu Sarahs Mail. Und nun zu ihr. In einem kleinen Berliner Jazzclub habe ich sie das erstemal gehört und war gleich hin und weg. Sie hat Jazzgesang studiert an der Royal Academy of Music und an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler". Sie tritt in Fernsehen und Radio auf, leitet einen Gospelchor in Berlin, ist als Studiosängerin gefragt und gibt über das ganze Jahr Konzerte. Seit drei Wochen findet ihr Sarahs neue CD "Miracles" bei Mediamarkt. Geht hin, kauft sie und genießt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil ich weiß, daß ihr von Natur aus vorsichtig seid, hier zwei Songs zum Reinhören. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.sarahkaiser.de/bild/downloads/miracles_01.mp3"&gt;Miracles&lt;/a&gt; (170 KB)&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.sarahkaiser.de/bild/downloads/miracles_06.mp3"&gt;UR&lt;/a&gt; (170 KB)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehr Songbeispiele und alle Konzerttermine findet ihr auf der &lt;a href="http://www.sarahkaiser.de" target="blank"&gt;Website von Sarah Kaiser&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Lektor Gunnar Cynybulk hat inzwischen die erste Hälfte der "Todgeweihten" gelesen und schrieb in einer Mail, er finde sie "sehr stimmungsvoll" und sei "vollauf zufrieden". Was mich erleichtert und freut. So kann es gern weitergehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch diesmal wird Norman Hothum die Karten zeichnen. Habe vorhin mit ihm telefoniert. Wir haben Dateiformate abgeklärt, über Farbe oder Schwarzweiß, einzelne Seite oder Doppelseite und Zentimetermaße gesprochen. Und ich habe ihm gesagt, daß ich mich immer noch an dem kleinen Kran über der Kathedrale von Leicester freue, den er auf die England-Karte der "Brillenmacherin" gezeichnet hat. Seine Antwort: Diese Idee hatte er, weil zur Zeit des Romans diese Kathedrale gerade im Bau gewesen sei. Schön, wenn ein Künstler sich so in das Projekt hineindenkt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112482323981377043?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112482323981377043'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112482323981377043'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/08/menschen-mit-namen-wie-cynybulk.html' title='Menschen mit Namen wie Cynybulk'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112428130411394518</id><published>2005-08-17T14:20:00.000+02:00</published><updated>2005-08-17T16:44:46.136+02:00</updated><title type='text'>23 Texte</title><content type='html'>Du meine Güte! 23 Texte habt ihr mir gemailt, darunter viele Vorschläge, die meine Passage merklich verbessern. Wow. Was plage ich mich eigentlich mit solchen Fällen herum? Ich habe offenbar sehr begabte Journalleser. Danke euch! Entschieden habe ich mich letztlich für eine Mischung aus den Texten von Björn und Bruno.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;"Was hast du vor?" fragte Christian noch. Dann schüttete Tam ihm den ganzen Eimer in den Nacken. Christian schrie auf. Er sprang in die Höhe, versuchte vergeblich, das nasse Hemd abzustreifen. Es klebte an ihm wie eine zweite Haut. Christian stolperte durch den Raum zum Kamin und hielt die zitternden Hände an das Feuer. "Bist du wahnsinnig geworden?" schrie er. "Willst du mich umbringen?"&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß Björn und Bruno beide ein signiertes Exemplar erhalten, versteht sich von selbst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anfang der Woche hing ich fest mit der "Todgeweihten", nicht nur wegen obigem Absatz. Es war dieses generelle Unwohlsein, das immer anzeigt, daß es ein größeres Problem gibt mit dem Manuskript. Was war die Ursache? Ich war im Blindflug angekommen, und wußte nicht sicher, wie es weitergehen würde mit der Geschichte. Natürlich kenne ich das Finale, aber der Weg bis dahin war noch offen. Dadurch war aus der fröhlichen Reise ein zaghaftes Vorantasten geworden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun habe ich den weiteren Handlungsverlauf geplant, und prompt ist das Unwohlsein verflogen. Das Schöne ist: Ich habe den Szenen beim Planen Seiten zugewiesen (diese Szene drei Seiten, jene Szene zwölf Seiten und so weiter), und als ich alles zusammenrechnete, hatte ich nur um vier Seiten die von mir angepeilte Länge des Romans verfehlt. Hat das mein Unterbewußtsein gesteuert? Gibt es da stille Zählwerke, von denen ich nichts weiß?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil noch viele von euch fragen: Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist besiegt. Es geht mir wieder gut. Man merkt das, ob man noch krank ist oder wieder gesund. Trotzdem will der Arzt weiter Blutproben haben. In der Praxis werde ich schon fröhlich mit "Hallo, Herr Müller!" begrüßt, und habe meine Standarderwiderung: "Ich würde gern Blut spenden." Habt ihr einmal erlebt, daß ein Arzt zu euch gesagt hat: "Sie sind gesund, Sie brauchen nicht wiederzukommen"? Die sagen immer: "Kommen Sie nächste Woche zur Kontrolle wieder." Irgendwann werde ich also schwänzen müssen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112428130411394518?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112428130411394518'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112428130411394518'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/08/23-texte.html' title='23 Texte'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112388491716392571</id><published>2005-08-13T00:13:00.000+02:00</published><updated>2005-08-13T00:15:17.170+02:00</updated><title type='text'>Der stumme Pianist, dem ich zuhören möchte</title><content type='html'>Ihr findet, wir haben nicht das passende Wetter für August? Man kann den Sommer trotzdem spüren. Habe gerade im Bad am offenen Fenster gestanden. Das Licht hatte ich ausgeschaltet, weil man besser hört, wenn es dunkel ist. Draußen: Grillenzirpen. Obwohl heute ein kalter, regnerischer Tag war, hatte ich sofort den Sommer in mir. Dieses Zirpen der Grillen am Abend ist eine unverkennbare Sommernachricht. Für mich zumindest.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die "Todgeweihte" ist in dieser Woche um 42 Romanseiten angewachsen. Ein gutes Pensum für mich. Mit einem Absatz habe ich allerdings Probleme. Hat jemand eine Idee, wie ich ihn umformulieren kann? Es geht um die vielen Wiederholungen: "über" beziehungsweise "über den Kopf", "sprang" ... Mir fallen einfach keine Alternativen ein. Wißt ihr eine Lösung? Hier der Text:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;"Was hast du vor?" fragte Christian noch. Dann schüttete Tam ihm den ganzen Eimer über den Kopf. Christian schrie auf. Er sprang in die Höhe, versuchte, sich das nasse Hemd über den Kopf zu ziehen, aber es klebte fest an seiner Haut. Er sprang über Schemel, hastete zum Kamin hinüber, hielt die zitternden Hände an das Feuer. "Bist du wahnsinnig geworden?" rief er. "Willst du mich umbringen?"&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer mir den besten Vorschlag mailt an &lt;a href="mailto:mail@titusmueller.de"&gt;mail@titusmueller.de&lt;/a&gt;, dem schicke ich sofort bei Erscheinen ein signiertes Exemplar des Romans. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Manchmal passieren im echten Leben Dinge, die alle erfundenen Geschichten in den Schatten stellen. Habt ihr von dem stummen Klavierspieler gelesen? Im April hat man ihn an einem britischen Strand gefunden. Er trug einen nassen, schwarzen Anzug und sprach kein Wort. Als man ihm im Krankenhaus Papier und Stift in die Hand drückte, damit er seinen Namen aufschrieb, malte er einen Konzertflügel. Man führte ihn zu einem Klavier, und er spielte stundenlang. Allerdings: kein europäisches Orchester vermißt einen Pianisten. Und der Mann hat bis heute kein Wort gesagt. Das Krankenhaus in Dartford, wo man ihn aufgenommen hat, sagt inzwischen, man wird vielleicht nie wissen, wer er ist. Ich würde diesen Mann sehr gerne kennenlernen. Oder wenigstens eine Weile zuhören, wie er Klavier spielt. Ich möchte hören, ob er traurig ist.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112388491716392571?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112388491716392571'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112388491716392571'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/08/der-stumme-pianist-dem-ich-zuhren.html' title='Der stumme Pianist, dem ich zuhören möchte'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112325160401844104</id><published>2005-08-05T16:19:00.000+02:00</published><updated>2005-08-05T16:22:20.653+02:00</updated><title type='text'>Ein Mann angelt</title><content type='html'>Dem Himmel sei Dank! Ich konnte heute am Roman weiterarbeiten. Habe zwei Seiten geschrieben, über einen Schotten, der weit, weit weg von Basel auf einem überfrorenen See ein Loch ins Eis hackt und angelt. Mehr passiert nicht. Eine ruhige Szene. Ich muß den Lesern Erholung gönnen nach so viel mittelalterlichem Drama in Basel. Ein einziger Satz in der Szene am Eisloch verrät, daß auch der Schotte seine Narben hat. Aber diesen Satz wird niemand bemerken. Erst später im Roman denken vielleicht ein oder zwei gewiefte Leser an ihn zurück und nicken verstehend. Ich mag es, Fährten zu legen, die (fast) jeder überliest.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hat mir übrigens selbst gut getan, eine friedliche Passage zu schreiben. Mein Schotte macht jeden Handgriff so selbstverständlich, wendet seine kleinen Anglertricks an, um die Fische herbeizulocken, genießt die Einsamkeit und die Kälte – für ihn ist die Welt in Ordnung. Und für mich, in dem Augenblick, in dem ich im Schotten drinstecke, auch. Man kann sich praktisch seine Wunschstimmung herbeischreiben ... Einer der vielen Vorzüge des Autorenberufs.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Danke für die lieben E-Mails und Genesungswünsche. Ihr seid großartig!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112325160401844104?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112325160401844104'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112325160401844104'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/08/ein-mann-angelt.html' title='Ein Mann angelt'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112310237401458140</id><published>2005-08-03T22:50:00.000+02:00</published><updated>2005-08-03T22:52:54.020+02:00</updated><title type='text'>Alles, was ihr wollt</title><content type='html'>Eigentlich wollte ich in der Schweiz sein diese Woche, einen lang herbeigesehnten Besuch machen. Aber es steht 1:0 für das Virus. Nachdem ich versucht habe, es nicht allzu ernst zu nehmen, zwingt es mich nun regelmäßig ins Bett. Fieber. Again.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hat schon mal einer medizinisch untersucht, ob Wut die Abwehrkräfte stärkt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz ohne Surfen wäre es zu langweilig. So bin ich gestern auf eine Website des amerikanischen Verlags Tor Books gestoßen, die extra für Andreas Eschbach eingerichtet wurde. Er hat das große Vergnügen, als deutscher Autor auf dem amerikanischen Markt publiziert zu werden. In einem &lt;a href="http://www.tor.com/eschbach/interview.html" target="blank"&gt;Interview&lt;/a&gt; auf der erwähnten Website sagt er – logischerweise in Englisch – zur Frage, ob es einen Unterschied gibt zwischen US-amerikanischer Fantastik und europäischer Fantastik:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;I have met many writers from both sides of the Atlantic Ocean and talked with them, and I've got the impression that the most important difference is a difference in the direction writers work. It seems to me that American writers easily master the requirements of form, of genre, of storytelling, of presenting something to a reader, but then they have to fight to discover the layers and layers of inner meaning of the story they are about to tell. European writers, on the other hand, easily understand what their stories are about, but they have to fight a lot to meet the criteria of a genre, to make it readable, to reach the reader and not deliver a boring, incomprehensible book. The good writers, of course, master the inner as well as the outer in the end, so the remaining difference is small.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spannenderweise hat Tilo Eckardt, der HC-Cheflektor bei Heyne, ähnlich geantwortet, als ich ihn für den &lt;a href="http://www.uschtrin.de/titus.html" target="blank"&gt;Federwelt Newsletter&lt;/a&gt; nach der Schwäche und der Stärke deutscher Autoren fragte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Ihre große Stärke ist die Seriosität und Ernsthaftigkeit, mit der sie sich Themen annehmen. Ihre große Schwäche ist die Seriosität und Ernsthaftigkeit, mit der sie sich Themen annehmen. Merkwürdigerweise ist es in Deutschland immer noch mit einem gewissen Gout behaftet, an den Leser zu denken. Man will sich um Gottes willen nicht anbiedern, aber gefallen und geliebt werden will man doch. Das führt oft (längst nicht immer) zu einer gewissen Verkrampfung. Auch fehlt in Deutschland immer noch ein gewisser Respekt vor dem schwierigen "Handwerk des Schreibens". Handwerk klingt eben mehr nach Axt als nach Florett, und hierzulande will man gern die feine Klinge führen. Zumal, wenn man als Autor eine Botschaft hat. In anderen Ländern lautet die Frage: Wie schreibe ich eine Geschichte, die eine Botschaft vermitteln kann. Bei uns denkt sich der Autor oft von der anderen Seite an den Stoff heran: Wie mache ich aus der Botschaft eine Geschichte. Aber nicht die Idee oder Botschaft schafft Identifikation, sondern Figuren und Story.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn das zwei Profis sagen – vielleicht ist etwas daran? Fragt sich, fiebernd, ein deutscher Autor, der gerne, gerne morgen wieder schreiben würde. Story. Figuren. Alles, was ihr wollt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112310237401458140?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112310237401458140'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112310237401458140'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/08/alles-was-ihr-wollt.html' title='Alles, was ihr wollt'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112264992987131777</id><published>2005-07-29T17:03:00.000+02:00</published><updated>2005-07-29T17:14:47.393+02:00</updated><title type='text'>Bald heult ihr auch</title><content type='html'>Gerade ist einer der Protagonisten der "Todgeweihten" gestorben. Ich hatte das von Anfang an geplant. Ich hätte vorbereitet sein müssen. Und doch sitze ich vor dem Computer und heule und habe Mitleid mit ihm und bin froh, als er endlich keine Schmerzen mehr hat und seine letzten Worte gesagt hat. Was er zum Schluß denken würde, das wußte ich nicht, das war nicht geplant, und ich vermisse ihn umso mehr wegen seiner letzten Gedanken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gar nicht so leicht, jetzt wieder in das normale Leben aufzutauchen, einkaufen zu gehen fürs Wochenende, E-Mails zu beantworten (eine tausendfache Entschuldigung an euch, die ihr ewig auf Antworten von mir wartet, ich komme einfach nicht hinterher).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jonathan Franzen sagte der Berliner Morgenpost kürzlich in einem &lt;a href="http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/07/27/feuilleton/769192.html" target="blank"&gt;Interview&lt;/a&gt;: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wir Amerikaner sind alle in der Situation von Jay Gatsby, wenn er, in Fitzgeralds großem Roman, Daisy Buchanan gegenüber steht: So verzweifelt bemüht, die Liebe eines indifferenten Publikums zu gewinnen, daß wir alles für sie tun würden – riesige Partys schmeißen, gewaltige Vermögen anhäufen, prächtige Villen errichten, atemberaubende Kunststücke vollführen –  alles in dem Bewußtsein, niemals angemessene Anerkennung zu erfahren. Das ist der Grund, warum es uns so viel Spaß macht, nach Deutschland zu kommen.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also wische ich mir die Tränen aus dem Gesicht und sage mir: Es ist ein Geschenk, daß ich Geschichten erzählen darf. Und daß mein Publikum ganz und gar nicht indifferent ist. Heute habe ich noch allein geheult. Bald heult ihr auch!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112264992987131777?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112264992987131777'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112264992987131777'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/07/bald-heult-ihr-auch.html' title='Bald heult ihr auch'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112249664964824946</id><published>2005-07-27T22:36:00.000+02:00</published><updated>2005-07-27T22:41:20.153+02:00</updated><title type='text'>Fliegende Landtiere</title><content type='html'>Ein Luxusproblem bei der "Todgeweihten": Die Höhepunkte kommen jetzt so häufig, daß ich gar nicht meine fiese Cliffhanger-Technik anwenden kann. Oft haben sich Leser "beschwert", sie könnten die Romane nicht weglegen, weil die Kapitel so spannend enden, daß sie weiterlesen müssen. Das mache ich natürlich bewußt so. Im spannendsten Augenblick wechsele ich zu einem anderen Erzählstrang – ein altes, in unzähligen Filmen und Romanen bewährtes Verfahren. Heute beim Schreiben mußte ich schmunzeln: Es ließ sich nicht mehr anwenden, weil in dem Moment, als mein Protagonist aufsprang und dem Vater der Heldin statt der Bitte um deren Hand eine wüste Beschimpfung an den Kopf warf (Höhepunkt 1), die Haustür zerbarst und das Splittern von Holz seine letzten Worte schluckte (Höhepunkt 2). Daraufhin ein Kampf zwischen zwei Männern, die eigentlich meinten, auf derselben Seite zu stehen (Höhepunkt 3). Meine armen Leser!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um mich von all der Action zu erholen, bin ich spazierengegangen. Auf dem Fußweg sah ich eine Ameisenkönigin, die verschiedene Ritzen im Boden erprobte, wohl auf der Suche nach dem besten Platz für ein neues Nest. Junge Königinnen fangen ja ganz allein an; sie müssen ihre ersten Arbeiterinnen selbst zur Welt bringen und aufziehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fragte mich daraufhin, wie sich Ameisen paaren, ob sie das in der Luft machen, oder nur Flügel bekommen, damit sie sich finden. Und kaum bin ich zu Hause: Hochzeitsflug! Dank meiner Dachfenster konnte ich alles gut beobachten. Die Ameisen paaren sich erst, wenn sie gelandet sind. Aber ich habe gestaunt, daß sie so gut fliegen können. Sie schwirren durch die Luft in feinen Bögen, als wäre es für sie das Normalste von der Welt. Landtiere! Die ihr Leben lang auf dem Boden herumkrabbeln! Ob wir auch so gut fliegen könnten, wenn wir für ein paar Tage Flügel hätten? Daß denen nicht schwindelig wird, wenn sie so hoch in die Luft aufsteigen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich mag solche Fragen. Ein Freund machte dieser Tage eine ähnlich hübsche Feststellung: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;wenn man so klein ist wie ein vogel, dann ist ein regentropfen ja so groß wie das auge – oder noch größer.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gut. Ich verzichte aufs Fliegen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112249664964824946?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112249664964824946'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112249664964824946'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/07/fliegende-landtiere.html' title='Fliegende Landtiere'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112202370728743278</id><published>2005-07-22T11:09:00.000+02:00</published><updated>2005-07-22T11:15:07.293+02:00</updated><title type='text'>Allesamt Pfeifen!</title><content type='html'>Heute beim Arzt, er sieht sich mittels Ultraschall meinen Bauchraum an: "Ist das die Leber oder ist das die Milz?" Aha. Er mißt nach, kann es nicht recht glauben. Also ist meine Milz stark angeschwollen. Sollte doch irgendwie kleiner sein als die Leber. Das führt zur Diagnose: Pfeiffersches Drüsenfieber. Endlich! Endlich hat die Sache einen Namen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt kann ich den Gaunern kräftig einheizen. Reißt euch zusammen, ihr Pfeifen! Ihr habt lange genug in mir herumschmarotzt, wird Zeit, daß ihr euch einen neuen Körper sucht! Raus hier! Pfeiffersches, daß ich nicht lache, das sollen Viren sein? Pah, Pfeifen, allesamt Pfeifen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und damit zurück zum Roman. Bin froh, daß ich trotzdem schreiben kann. Der Arzt hat auch nicht schlecht gestaunt. Sonst hat man da wohl um die vierzig Grad Fieber. Aber wißt ihr, im Roman ist gerade Winter, meine Heldin erwacht mit Gänsehaut auf den Armen und einem Häufchen Schnee auf der Bettdecke, das durch die Spalten unter der Dachkante hereingeweht ist, das Waschwasser im Krug ist gefroren und draußen gleißen Sonnenstrahlen auf den Eisflächen wie gelbweißes Feuer. So etwas kühlt ab. Da hat Fieber keine Chance.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112202370728743278?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112202370728743278'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112202370728743278'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/07/allesamt-pfeifen.html' title='Allesamt Pfeifen!'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112194386004618187</id><published>2005-07-21T12:52:00.000+02:00</published><updated>2005-07-21T13:04:20.053+02:00</updated><title type='text'>10 Pfennige dankend erhalten</title><content type='html'>Immer noch Fieber. Mann! So langsam habe ich es satt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber was schön war: Heute vormittag habe ich Bürokram erledigt. Ich habe neue Ordner angelegt und die Rücken sauber mit computergedruckten Schildern beklebt. Nun hat "Die Todgeweihte" neben meinen anderen Romanen auch einen Platz unter den Ordnern, und ich habe die Buchverträge von den Kassenzetteln getrennt (sowieso verrückt, daß das jahrelang in ein und denselben Ordner gepaßt hat).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mußte daran denken, wie ich als Kind Büro gespielt habe. Das hat mir immer Spaß gemacht. Ich mochte einfach alles, was mit Büroarbeit zu tun hatte: Briefumschläge, Radiergummis, Ordner, Büroklammern, Locher, Hefter. Auf meiner Schreibmaschine habe ich gerne herumgetippt. Meine Brüder und ich hatten Quittungsblöcke, und wir haben uns für jede Kleinigkeit Quittungen geschrieben ("10 Pfennige dankend erhalten"). Schön, daß diese Bürosachen jetzt zu meinem Beruf gehören und ich sie immer noch so genieße.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Lehrerin hat die Kurzgeschichte "&lt;a href="http://www.titusmueller.de/Kurzgeschichten/stadtluft_macht_frei.html" target="blank"&gt;Stadtluft macht frei&lt;/a&gt;" mit ihren Schülern auseinandergenommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Zu zwei Textpassagen hatten die Schüler eine andere Sichtweise als ich. Also habe ich leichtsinnigerweise versprochen, den Autor zu fragen – was ich hiermit tue. Es geht zum einen um den letzten Satz des "Kneipen-Absatzes" etwa in der Textmitte, der lautet: "Sie (die Säufer) saßen den ganzen Tag in der dämmerigen Säuferstube, weil sie darauf lauerten, daß ein unbedarfter Spaziergänger hineinschaute, den sie fertigmachen konnten." Die zweite Stelle ist das Ende des darauf folgenden "Tauben-Absatzes": "Die, die nicht unten pickten, saßen oben im Stahlgerüst und gurrten. Wenn sie Schritte hörten, dann ließen sie zielgenau Kot herabfallen." – Während meine Schüler diese Passagen für "bare Münze" nahmen, meinte ich darin Ironie bzw. Selbstironie zu erkennen (festzumachen an Adjektiven und Adverbien wie "unbedarft" bzw. "zielgenau") – und damit im Grunde schon den Ansatz des Über-sich-Hinauswachsens, der in der leisen Ahnung liegt, dass man/Schmidt sich vielleicht doch in fixe Ideen verrannt hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jutta&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Schmidt sind die zielenden Tauben und die lauernden Säufer Realität. Er glaubt daran, und fühlt sich durch Taubenkot auf der Schulter oder die Blicke der Kneipenbesucher bestätigt. Es zeigt dem Leser, wie leicht man sich in eine einengende Weltsicht verrennt. Ein mutiger Schritt nach vorn (das Gespräch mit dem Mädchen) kann aber zumindest teilweise daraus befreien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hübsch und treffend fand ich die Aussagen von Oliver Pautsch, einem Drehbuchautor und Romanautor, in der neuen Ausgabe des Tempest: "Die Muse hat mich gefälligst jeden Tag zu küssen! Besonders seit ich Alleinverdiener einer Kleinfamilie bin, knutschen wir täglich. [..] Wenn Termine drängen, kann ich sogar früh morgens die Muse zusammen mit dem Rechner einschalten, obwohl ich sonst eher ein Nachtvogel bin."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Na dann, Muse. Ignoriere bitte dieses Kopfgedröhne.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112194386004618187?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112194386004618187'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112194386004618187'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/07/10-pfennige-dankend-erhalten.html' title='10 Pfennige dankend erhalten'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112179687210876573</id><published>2005-07-19T20:12:00.000+02:00</published><updated>2005-07-19T20:14:32.116+02:00</updated><title type='text'>God, I love my work!</title><content type='html'>Ein Virus hat mich befallen. Ich laufe seit Tagen mit Kopfschmerzen und Fieber durch die Gegend. Wenn ich aber vor dem Manuskript der "Todgeweihten" sitze, vergesse ich das. Nach vier Wochen Zwangspause endlich wieder schreiben zu können – es ist ein Gefühl, als käme man von einer Dienstreise nach Hause, würde seine Frau wiedersehen und feststellen, daß sie verdammt gut aussieht, verdammt gut riecht, und einfach das freundlichste Lebewesen auf der Erde ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist das manchmal so, ihr Verheirateten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Porthos bringt es in "Three Musketeers" auf den Punkt: "God, I love my work!" (Das ist die Version von 1993 mit Kiefer Sutherland. Guckt euch das mal an und beachtet Portos' breites Grinsen und den Enthusiasmus, mit dem er das sagt.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ich da so liebe? Ich habe die erste Hälfte der "Todgeweihten" gelesen und überarbeitet. Einen Satz durch ein treffenderes Wort zu verbessern, gibt mir einen unglaublichen Kick. Genauso genieße ich es, Wörter zu streichen, die überflüssig sind. Das alles macht mich sehr zufrieden. Der Roman wird gut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Art Urlaub nach den Prüfungen an der Uni. Habe ich von letzter Woche überhaupt berichtet? Es ist eine "2" geworden. Als die Professorin gemerkt hat, daß ich nervös war, hat sie mich nach meinen Romanen gefragt. Das hat geholfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist also alles bestens mit der "Todgeweihten"? Fast. Beim 15. Kapitel ließ meine Freude nach. Ich wurde unruhig, habe Essen gekocht, im Internet gesurft, bin zur Post gegangen, habe E-Mails geschrieben. An den Schreibtisch zurück wollte ich nicht. Ausweichmanöver. Mir dämmerte, daß das Kapitel nichts taugt. Nach ein wenig Filmmusik, Auf-dem-Boden-Liegen und An-die-Decke-starren sind mir spannende Alternativen eingefallen. Nun bin ich wieder happy. Die Geschichte wird einfach noch ein bißchen verzwickter, fieser, tückischer. Nun wird einer die Stadt Basel in die Katastrophe treiben, der das am allerwenigsten möchte. Und er wird dabei unter anderem der Frau schaden, die er liebt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112179687210876573?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112179687210876573'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112179687210876573'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/07/god-i-love-my-work.html' title='God, I love my work!'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112100006512860383</id><published>2005-07-10T14:53:00.000+02:00</published><updated>2005-07-10T14:54:25.133+02:00</updated><title type='text'>Eine Gänsehaut-Erfahrung</title><content type='html'>Ich liebe "das erste Mal". Man erlebt Dinge viel intensiver, wenn man sich bewußt ist, daß man ihnen noch nie zuvor begegnet ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute habe ich zum erstenmal mein Müsli-Frühstück auf einer Wiese unter freiem Himmel gegessen. Habe gleich nach dem Aufstehen die Bücher genommen, eine Decke, eine Flasche Wasser und eine Tupperdose mit Müsli, und bin damit damit losgezogen. Es war herrlich!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem hat mir zum erstenmal der Wind ins Ohr gesungen. Ich habe ihm die Flasche hingehalten, und er hat einen klaren Ton darauf geblasen. Sich die Flaschenöffnung ans Ohr zu halten, war eine echte Gänsehaut-Erfahrung, das Gefühl nämlich, der Wind singe nur für mich. Habt ihr euch den Wind schon mal als Person, als Lebewesen vorgestellt? Macht das mal! Man fühlt sich wie im Märchen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112100006512860383?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112100006512860383'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112100006512860383'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/07/eine-gnsehaut-erfahrung.html' title='Eine Gänsehaut-Erfahrung'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112075830065100190</id><published>2005-07-07T19:41:00.000+02:00</published><updated>2005-07-07T19:45:00.656+02:00</updated><title type='text'>Walter Jens, mein Untergang</title><content type='html'>Nun bin ich so beschäftigt mit dem Lernen für die allerallerallerletzte Prüfung nächste Woche, daß ich ganz vergessen habe, euch Bescheid zu sagen, wie die Klausur am Montag gelaufen ist. Danke für die vielen freundlichen Nachfragen per Mail!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Thema war "Die historische Entwicklung der Rhetorik von Quintilian bis Walter Jens". Und ich war ehrlich geschockt beim ersten Blick auf das Aufgabenblatt. Walter Jens? In keinem der Bücher war sein Name gefallen. Gehört hatte ich ihn schon häufig, aber nur im Bereich meines Literaturstudiums. Welche Position hat Walter Jens zur Rhetorik bezogen? Keine Ahnung. (Hoffentlich liest meine Professorin nicht dieses Journal – ich habe noch keine Note für die Klausur.) Was habe ich gemacht? Ich wußte, daß Walter Jens noch lebt. Also habe ich über die Klausur geschrieben: "Die historische Entwicklung der Rhetorik von Quintilian bis Walter Jens", und dann die historische Entwicklung der Rhetorik von Quintilian bis heute beschrieben, ohne Walter Jens noch einmal zu erwähnen. Ich hoffe, ich komme damit durch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor der mündlichen Prüfung nächste Woche fürchte ich mich. Welche Fragen wird mir die Professorin stellen? Welche Namen werden fallen, die ich nicht zuordnen kann? Ich hatte nie große Prüfungsangst bisher, aber diese letzte Prüfung meines Studiums macht mir Sorgen. Man gibt als Student Literaturlisten ab vor diesen Prüfungen, Listen von Büchern, die man "drauf hat". Aber offenbar richtet meine Prüferin sich nicht allzu sehr danach, was in diesen Büchern steht. Und sie hat alle Argumente für sich: Ich will einen Studienabschluß in Publizistik? Dann sollte ich aber xyz wissen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deshalb: Zurück zu den Büchern! Bloggen kann ich noch den ganzen Rest meines Lebens, aber diese Prüfung gibts nur einmal! Gestern habe ich 250 Seiten durchgearbeitet, heute sollen es 260 werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und überhaupt, was renne ich wegen einer Prüfung mit dem Kopf gegen die Wand? In London herrscht Weltuntergangsstimmung ...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112075830065100190?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112075830065100190'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112075830065100190'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/07/walter-jens-mein-untergang.html' title='Walter Jens, mein Untergang'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9692175.post-112039017671518554</id><published>2005-07-03T13:28:00.000+02:00</published><updated>2005-07-03T13:31:46.106+02:00</updated><title type='text'>Lisa fängt nichts</title><content type='html'>Ich mache mir Sorgen um Lisa. Lisa ist eine kleine Spinne an meiner Zimmerdecke, und Lisa fängt nichts. Sie sitzt still in ihrem Netz und hungert. Wie lange hält es eine Spinne aus ohne Nahrung? Lisa klagt nicht. Sie zappelt nicht einmal. Geduldig wartet sie. Ich sollte mich ans Fenster stellen und ein paar Insekten hereinwinken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Statt dessen aber muß ich gleich zum Zug nach Berlin. Schreibe dort meine letzte Magisterklausur. Unglaublich, was man alles im Kopf herumtragen kann. Ich bin bereit!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit ihr euch so lange die Zeit vertreiben könnt, weise ich euch auf das neue Album der Newcomer-Band "&lt;a href="http://www.sela-music.de" target="blank"&gt;Sela&lt;/a&gt;" hin. Für eines der Lieder habe ich den Text beigesteuert. Einen Auszug daraus könnt ihr &lt;a href="http://www.titusmueller.de/YourHands.mp3" target="blank"&gt;als MP3 hören&lt;/a&gt; (1,3 MB).&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9692175-112039017671518554?l=titusmueller.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112039017671518554'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9692175/posts/default/112039017671518554'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://titusmueller.blogspot.com/2005/07/lisa-fngt-nichts.html' title='Lisa fängt nichts'/><author><name>Titus</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00026643171922812213</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://www.titusmueller.de/uploads/pics/titus_01.gif'/></author></entry></feed>
